Das Unentschieden mit letztem Aufgebot gegen den VfR Neumünster fühlte sich gut an. © 2026 Johannes Kramer
Zum letzten Nachholspiel der Herbstrunde empfing der SV Eichede am Mittwochabend den VfR Neumünster. Platz drei gegen Platz fünf. Die wenigen Zuschauer sahen heute ein torloses, aber jederzeit spannendes Unentschieden der besseren Art. Der Ball lief jeweils flott durch die Reihen.
Beide Teams gehen am Ende der Saison etwas am Stock. Eine Reihe von Verletzten gibt es auf beiden Seiten. Während bei den Gästen alle vier Spieler der Viererkette angeschlagen dann doch aufliefen, mussten die Stormarner richtig in die personelle Trickkiste greifen.
Überraschungs-Comeback
Als Innenverteidiger lief bei der Truppe von Paul Kujawski Co-Trainer Sascha Steinfeldt auf, nachdem er in letzter Zeit schon gelegentlich als Einwechselspieler dabei war. Aber der Clou war das Comeback von Urgestein Nico Fischer, der als Linksverteidiger auflief.
Rasensport mit mehr Ballbesitz
Beide Teams begannen im 4-4-2. In der Spielanlage spiegeln sich beide Teams, nur dass der VfR etwas höher steht. Eichede überließ dem VfR in deren Hälfte zunächst den Ball, stand mit beiden Viererketten recht tief; die Stürmer attackierten erst kurz hinter der Mittellinie. Man versuchte dann, über engmaschiges Defensivspiel in schnelle Umschaltaktionen zu kommen. Das hätte dann auch fast gleich geklappt: Der schnelle Tamo Clausen wurde erst in letzter Instanz von Jan Lippegaus gestoppt (3.).
Chancen hat ab der 30. Minute nur der VfR
Doch danach hatte der VfR alles im Griff. Geduldig ließ man den Ball durch die eigenen Reihen laufen. Allerdings stand die bekannt starke SVE-Defensive auch in neuer Formation äußerst stabil. Es dauerte eine halbe Stunde, bevor Kastriot Alija aus der Drehung aus sieben Metern an Przemyslaw Szymura scheiterte. Über links hatten Lippegaus nach feinem Schomaker-Steckpass und Krause die SVE-Viererkette mal ausgehebelt. Szymura, u. a. früher bei Dornbreite, vertrat heute Christopher Barkmann.

Rasensport wird nun seinerseits über das Umschaltspiel gefährlich. Die sprintstarke und bissige Viererkette holt hinten alles weg, und im Zentrum sind Berk Akcicek und Ilir Serifi ebenfalls oft Endstation für die SVE-Angriffsbemühungen. Als Szymura in höchster Not vor Alija rettete, bekommt Manuel Carvalho bei der Nachschussmöglichkeit das Spielgerät nicht unter Kontrolle (39.). Nach 44 Minuten läuft der VfR nach einem Krause-Antritt aus dem Mittelkreis in 3-zu-2-Überzahl auf das SVE-Tor; Krause nimmt Carvalho mit, der halblinks vorbeischießt. Und in der Nachspielzeit ersprintet Alija noch einen langen Ball, den Szymura nur knapp mit der Hand verteidigen kann – aber noch innerhalb des Sechzehners? Heftige Proteste des VfR. Der Schiri bittet aber zur Halbzeit.
Die zweite Hälfte beginnt wie die erste …
… nämlich mit einem 50-Meter-Antritt von Tamo Clausen über halbrechts (47.). Er ist schon an Lippegaus vorbei, schießt aber nicht selbst, sondern spielt nach innen auf den Ex-Rasensportler Marko Lujic. Doch Kenny Korup ist noch dazwischen und rettet. Die größte SVE-Chance bis dahin. Nach einem Foul an Alija zwingt Krause (51.) mit einem 20-Meter-Freistoß Szymura zu einer Glanzparade; Ola Adesanya trifft im Nachschuss den Ball nicht richtig. Im direkten Gegenzug ist dann per Diagonalball auch Rasensport mal ausgespielt, doch der Abschluss von Linksfuß Leon Tonder wird vom VfR-Keeper Christopher Newe bravourös gehalten.
Krause an den Innenpfosten
Allzu viele Großchancen gibt es trotz des intensiven, weiterhin taktisch geprägten Spiels weiterhin nicht. Nach 65 Minuten köpft Krause eine von Schomaker verlängerte Serifi-Ecke zunächst an den Pfosten; den Nachschuss aus Nahdistanz wehrt Szymura ab, der zweite Nachschuss von Alija geht haarscharf vorbei. Dann lässt sich der SVE von einem langen Tom-Schilling-Einwurf überraschen: Krause geht außen durch, legt auf Adesanya ab, dessen 16-Meter-Hammer Szymura erhechtet (81.). Ein Tor will heute einfach auf keiner Seite fallen.
SVE: Dritter Torwart als Feldspieler
In den Schlussminuten kommt bei der immer mehr unter Druck stehenden Kujawski-Elf mit Benito Diekhoff der nach Barkmann und Szymura dritte Torwart zum Einsatz – als Feldspieler. Und der macht seine Sache gar nicht schlecht, spielt einen 30-Meter-Diagonalball auf den ebenfalls eingewechselten Lasse Berger. Das war’s dann auch. Kurzweiliges, sehenswertes Oberligaspiel.
Fazit: Der sehr ersatzgeschwächte SVE verpasst es, mit einem Sieg an Holstein vorbei auf Rang 2 vorzustoßen. Der VfR hat sich mit dem Auftritt in Eichede für die hohe Heimniederlage zuletzt gegen Holstein II rehabilitiert und gezeigt, dass er sich seines fünften Platzes nicht zu schämen braucht. Reifer Auftritt heute. Bereits am nächsten Sonntag kommt es zur Revanche in Neumünster. Mal sehen, wer da so alles aufläuft bzw. noch auflaufen kann.
Stimmen zum Spiel
Paul Kujawski (Trainer SV Eichede:
„Wir sind heute mit einer sehr dezimierten Mannschaft angetreten. Deshalb hat unter anderem unser Co-Trainer Sascha Steinfeldt die komplette Spielzeit über auf dem Platz gestanden. Umso stolzer bin ich, wie die Jungs gekämpft haben. Es war eine Top-Leistung von allen Beteiligten. Neumünster hatte die zwei besten Chancen, aber auch wir hatten unsere Möglichkeiten, um als Sieger vom Platz zu gehen. Mit dem Punkt bin ich in Anbetracht der Umstände sehr zufrieden.“
SV Eichede: Szymura – Shkuropatov, Nishori (46. Fritzen), Steinfeldt, Fischer (46. Fazlija) – Clausen (85. Diekhoff), Giebler, Tonder, Soltani (75. Bieche) – Silas Meyer, Ljulic (71. Berger).
Trainer: Paul Kujawski.
VfR Neumünster: Newe – Kahlcke, Korup, Schomaker (72. Schilling), Lippegaus (69. Neca) – Serifi, Akcicek, Adesanya, Krause – Alija, Carvalho (69. Marquardt).
Trainer: Danny Cornelius.
Schiedsrichter: Hendrik Plambeck (VfL Vorwerk).
Assistenten: Khaled El-Rifai, Assitentin: Joelina Wendtorff.
Zuschauer: 140.
28. Spieltag – Oberliga SH
| Datum | Begegnung | Erg. |
|---|---|---|
| 01.05.26 | TuS Rotenhof – Oldenburger SV | 3:1 |
| 03.05.26 | Heider SV – SV Eichede | 0:2 |
| 03.05.26 | VfR Neumünster – Holstein Kiel U23 II | 0:6 |
| 03.05.26 | PSV Union Neumünster – Kaltenkirchener TS | 3:2 |
| 03.05.26 | SV Preußen Reinfeld – SV Todesfelde | 0:4 |
| 03.05.26 | TSV Nordmark Satrup – Inter Türkspor Kiel | 2:1 |
| 03.05.26 | FC Kilia Kiel – MTSV Hohenwestedt | 3:1 |
| 03.05.26 | Eutin 08 – 1. FC Phönix Lübeck II | 3:2 |
| 06.05.26 | SV Eichede – VfR Neumünster | 0:0 |
Tabelle Oberliga Schleswig-Holstein
| Pos | Verein | Sp. | Tore | Pkt. |
|---|---|---|---|---|
| 1 | SV Todesfelde (Ab) | 28 | 75:24 | 71 |
| 2 | Holstein Kiel U23 II (Ab) | 28 | 74:25 | 59 |
| 3 | SV Eichede | 28 | 57:25 | 58 |
| 4 | FC Kilia Kiel | 28 | 78:35 | 55 |
| 5 | VfR Neumünster | 28 | 58:51 | 49 |
| 6 | 1. FC Phönix Lübeck II (Auf) | 28 | 63:56 | 44 |
| 7 | Heider SV | 28 | 55:56 | 44 |
| 8 | Polizei SV Union Neumünster | 28 | 60:58 | 38 |
| 9 | TSV Nordmark Satrup | 28 | 42:44 | 37 |
| 10 | Kaltenkirchener TS (Auf) | 28 | 41:52 | 33 |
| 11 | TuS Rotenhof | 28 | 48:66 | 31 |
| 12 | Oldenburger SV | 28 | 57:75 | 29 |
| 13 | Eutin 08 | 28 | 30:61 | 24 |
| 14 | MTSV Hohenwestedt | 28 | 40:62 | 23 |
| 15 | Inter Türkspor Kiel (Auf) | 28 | 29:73 | 20 |
| 16 | SV Preußen Reinfeld | 28 | 33:77 | 15 |
