Zwei Standards entscheiden – Heider SV unterliegt Eichede mit 0:2

von Olaf Wegerich

Gefahr im Eicheder Strafraum, wie hier, gab es zu wenig für den Heider SV. © 2026 Volker Schlichting


Der Heider SV ist um eine Enttäuschung reicher. Am 28. Spieltag der Flens-Oberliga kassierten die Dithmarscher in einem eher unterdurchschnittlichen Oberligaspiel eine 0:2 (0:1)-Heimniederlage gegen den Tabellendritten SV Eichede. Es war bereits die zehnte Saisonniederlage für den amtierenden Vizemeister, der die deutlich besseren Auftritte aus den letzten drei Heimspielen nicht ansatzweise wiederholen konnte und offensiv kaum einmal Akzente setzte.

In einem über weite Strecken eher lauen Sommerkick vor nur noch 293 Zuschauern im HSV-Stadion an der Meldorfer Straße fielen beide Gästetreffer nach Eckbällen durch den Stormarner Doppeltorschützen Albin Nishori (25./75.). Heide bleibt trotz der erneuten Niederlage weiterhin auf dem 7. Platz und hat vor der kommenden Auswärtspartie beim SV Todesfelde 26 Punkte Rückstand auf den neuen Meister. Dem SV Eichede könnte mit einem Erfolg am Mittwochabend im Nachholspiel gegen den VfR Neumünster noch der Sprung auf den 2. Platz gelingen.

Jannis Hinz (Heider SV) setzt sich gegen Marko Ljuljic (SV Eichede) durch. © 2026 Volker Schlichting
Jannis Hinz (Heider SV) setzt sich gegen Marko Ljuljic (SV Eichede) durch. © 2026 Volker Schlichting

Heide mit vier Ausfällen

Bei den Dithmarschern fehlten weiterhin Jonah Gieseler – für den die Saison bei nur noch zwei verbleibenden Spielen wahrscheinlich gelaufen ist –, Christopher Buchtmann mit muskulären Problemen und Steffen Neelsen mit einer Knöchelblessur. Kurzfristig musste auch der erkrankte Marvin Wolf passen, der auf der Tribüne Platz nahm.

Nishori trifft nach Ecke von Silas Meyer

In einem an Höhepunkten sehr armen Spiel, das sich meist im Mittelfeld abspielte und nur wenige Torraumszenen zu bieten hatte, gingen die Stormarner nach einem Eckball von Silas Meyer, der zunächst verlängert wurde und von Albin Nishori (25.) aus wenigen Metern über die Linie gedrückt wurde, in Führung.

Heide ohne Offensivpower

Heide zeigte sich zwar bemüht, aber außer einem Distanzschuss von Fabian Arndt (28.), den Christopher Barkmann im Tor der „Bravehearts“ parieren konnte, erzeugten die Gastgeber wenig Torgefahr.

Azat Selcuk (li., Heider SV). © 2026 Volker Schlichting
Azat Selcuk (li., Heider SV). © 2026 Volker Schlichting

Erwähnenswert ist allenfalls noch eine Offensivaktion von Tarek von Böhlen, der zwei Gegenspieler aussteigen lässt, dann nach innen zieht, aber im letzten Moment durch ein Eicheder Abwehrbein noch am Torschuss gehindert wird.

Dem SV Eichede musste man zugutehalten, dass drei Viertel der Stormarner am Freitagabend noch über 120 Minuten im Kreispokalfinale gegen den FC Ahrensburg gefordert waren und ordentlich Körner gelassen hatten – eine Belastung, die die Dithmarscher nicht hatten.

Wollesen scheitert an Thomsen

Kurz nach der Halbzeitpause verhindert Heides Torhüter Christopher Thomsen gegen den Ex-Satruper Jens Wollesen (48.) mit einer starken Parade einen weiteren Gegentreffer, ehe zehn Minuten nach dem Seitenwechsel die Dithmarscher Sturmspitze Hendrik Fleige wegen Kreislaufproblemen ausgewechselt werden muss.

Hendrik Fleige (Heider SV) bedrängt den Doppeltorschützen Albin Nishori (SV Eichede). © 2026 Volker Schlichting.
Hendrik Fleige (Heider SV) bedrängt den Doppeltorschützen Albin Nishori (SV Eichede). © 2026 Volker Schlichting.

Für ihn kommt Mika Kieselbach in seinem erst zweiten Spiel nach mehrmonatiger Verletzungspause. Wenig später muss auch Tarek von Böhlen mit Achillessehnenproblemen ausgewechselt werden.

Eicheder Abwehrbollwerk

Die Gastgeber versuchen zwar immer wieder, sich aus einer guten Defensive heraus Chancen zu erspielen, aber gegen die kompakte Abwehrformation der Stormarner – mit erst 25 Gegentoren die zweitbeste der Oberliga – gibt es bei allem erkennbaren Bemühen einfach kein Durchkommen.

Erneuter Standard bringt die Entscheidung – wieder trifft Nishori

Deutlich effektiver sind dabei die Eicheder, die geduldig die Gastgeber anrennen lassen, um dann nach einem Eckball von Silas Meyer erneut eiskalt zuzuschlagen. Wieder wird der Ball verlängert, und erneut ist Albin Nishori (75.) zur Stelle, um einzuköpfen.

Dabei hatte Heides Co-Trainer Tobias Dau vor dem Spiel noch die Statistik bemüht, denn die Dithmarscher hatten in der Rückrunde bis zu diesem Spiel noch kein Gegentor nach einem Standard kassiert.

In der Schlussphase leistet sich der mit Gelb vorbelastete Jens Wollesen noch ein hartes Foul am eingewechselten Yusef Abdelrahman, das ohne Konsequenzen bleibt.

Eichede siegt dank einer kompakten Abwehr und zweier Standards gegen offensiv harmlose Gastgeber, die ansonsten mit viel Ballbesitz auf Augenhöhe agieren.

Stimmen zum Spiel

Trainer Markus Wichmann (Heider SV):
„Das war ein chancenarmes Spiel auf beiden Seiten. Wir haben zwei Fehler nach Standardsituationen gemacht, bei denen wir am langen Pfosten nicht aufgepasst haben. Das ist uns in dieser Saison noch nicht so häufig passiert – heute ist es schiefgegangen. Bis zum ersten Tor hatten wir das Spiel im Griff, ohne uns allerdings Torchancen herauszuspielen. Das ging in der zweiten Halbzeit so weiter. Bis zum gegnerischen Sechzehner sah das ganz gut aus, dann fehlte uns der vorletzte Pass. Deswegen haben wir auch verdient verloren. Wir haben zu viele Fehler im Spielaufbau gemacht und zu viele zweite Bälle verloren.“

Geschäftsführer Hannes Nissen (Heider SV):
„Eine unglückliche Niederlage. Zwei Kopfbälle nach Ecken entscheiden das Spiel. Wir haben über weite Strecken gut verteidigt und wenig zugelassen. Nach vorne fehlte leider der letzte Punch. Es passt ins Gesamtbild: viele Ausfälle, blöde Gegentore und fragwürdige Schiedsrichterleistungen.“

Paul Kujawski (Trainer SV Eichede)

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