Kilia wahrt Favoritenrolle: Hohenwestedt trotz viel Leidenschaft auf Abstiegsplatz

von Ismail Yesilyurt

Joshua Nwokoma hat gerade den Weg zum Sieg für (Kilia Kiel) geebnet. © 2026 Ismail Yesilyurt


Der MTSV Hohenwestedt durfte beim Heim-Primus der Oberliga Schleswig-Holstein, Kilia Kiel, rund 25 Minuten lang auf einen wertvollen Bonuspunkt im Abstiegskampf hoffen. Doch letztlich setzte sich die Qualität des Tabellenvierten durch. Mit einem 3:1-Heimsieg untermauerte Kilia seinen Status als zweitbeste Rückrundenmannschaft der Liga, während Hohenwestedt nach dem 28. Spieltag auf einen regulären Abstiegsplatz zurückfiel.

Zähes Ringen und eine Führung aus dem Nichts

Die Gäste aus Mittelholstein begannen defensiv diszipliniert und hielten die spielstarken Kieler durch hohe Intensität und viel Laufarbeit weitgehend vom eigenen Tor fern. Kilia tat sich im Spielaufbau schwer, schlug dann jedoch in der 29. Minute fast aus dem Nichts zu: Lucas Groß traf nach starkem Zuspiel von Tom Warncke per Schuss von der Strafraumgrenze zur 1:0-Führung.

„So einfach! So einfach!“, hatte Kilias Cheftrainer Nicola Soranno viel Freude an diesem Treffer nach den komplizierten Angriffsbemühungen in den Minuten zuvor.

Philip Spohn (Kilia Kiel) verfolgt Jannes Dolling (MTSV Hohenwestedt). © 2026 Ismail Yesilyurt
Philip Spohn (Kilia Kiel) verfolgt Jannes Dolling (MTSV Hohenwestedt). © 2026 Ismail Yesilyurt

In der Folge erhöhten die Gastgeber den Druck und kamen durch Groß und Schwabe zu weiteren Möglichkeiten, die jedoch ungenutzt blieben oder vom aufmerksamen MTSV-Keeper Calvin Schultz pariert wurden. Nicola Soranno bemängelte später die fehlende Konsequenz:

„Ich glaube einfach, dass wir heute den Gegner viel zu lange am Leben haben lassen, weil wir die Dinger nicht gemacht haben“.

Überraschender Ausgleich und artistische Antwort

Kurz nach dem Seitenwechsel schlug der Außenseiter eiskalt zurück. Nach einer flachen Hereingabe von Tjark Sievers, der ein Zuspiel von Thies Kochanski auf die rechte Seite erhalten hatte, vollendete Fabian Engbrecht in Mittelstürmerposition in der 51. Minute zum überraschenden 1:1-Ausgleich. Das Spiel entwickelte sich nun zu einem Spiel mit Hochkarätern. Wobei die dominierende Heimelf das Gros besaß. Serhat Yazgan und Felix Niebergall müssen für Kiel das 2:1 machen, auf der Gegenseite traf Kilian Pingel aus spitzem Winkel nur das Außennetz.

„Ich finde, wir haben heute in der ersten Halbzeit wenig Klarheit gehabt im Spielaufbau. Zu viele Fehler gemacht. In der zweiten Halbzeit zu viele schlechte Entscheidungen getroffen im letzten Drittel, weil der Niebergall muss ein Tor machen, der Yazgan muss ein Tor machen, Joshi muss noch ein Tor machen“, zählte Soranno die Hochkaräter auf.

Mister zuverlässig Tom Warncke (Kilia Kiel), der wieder ein gutes Spiel zeigte, gegen Louis Klatt (re., MTSV Hohenwestedt). © 2026 Ismail Yesilyurt

In der 77. Minute sorgte schließlich Joshua Nwokoma für das Highlight des Tages: Einen Chipball von Drilon Trepca aus dem Strafraum verwandelte der 21-Jährige artistisch per Scherenschlag aus sieben Metern zum 2:1. Hohenwestedt zuckte danach noch einmal in der Offensive durch Engbrecht. In der Defensive verhinderte insbesondere Macius Dahm mit großartigem Einsatz das 1:3 durch Nwokoma, der schon Keeper Schultz umkurvt hatte. MTSV-Trainer Arend Müller lobte seinen Schützling:

„Marci hat ein gutes Spiel gemacht, keine Frage, genauso wie auch Calvin (Anm. d. Red.: Schultz)“.

Entscheidung in der Nachspielzeit

Nach dem 1:2 mussten die Gäste ihre Defensive lockern, was Kilia Räume für ihr schnelles Offensivspiel eröffnete. Nachdem Schwabe und Nwokoma zunächst noch scheiterten, sorgte Tino Klein in der vierten Minute der Nachspielzeit für den 3:1-Endstand.

Trotz der Niederlage blickt Arend Müller kämpferisch auf die verbleibenden Aufgaben:

„Ja, also wir haben gesagt, die letzten Spiele sind alles Endspiele. Keine Frage, man möchte in jedem Spiel, ist auch völlig egal, gegen wen man spielt, möchte man Punkte mitnehmen. Und jetzt müssen wir natürlich gegen PSV zu Hause ordentlich punkten – mit einem Sieg am liebsten. Und dann fahren wir nach Eutin und dann ist es ein schönes Endspiel für ganz Schleswig-Holstein.“

Stimmen zum Spiel

Arend Müller (Trainer MTSV Hohenwestedt)
Nicola Soranno (Trainer Kilia Kiel)

28. Spieltag – Oberliga SH

Datum Begegnung Erg.
01.05.26 TuS Rotenhof – Oldenburger SV 3:1
03.05.26 Heider SV – SV Eichede 0:2
03.05.26 VfR Neumünster – Holstein Kiel U23 II 0:6
03.05.26 PSV Union Neumünster – Kaltenkirchener TS 3:2
03.05.26 SV Preußen Reinfeld – SV Todesfelde 0:4
03.05.26 TSV Nordmark Satrup – Inter Türkspor Kiel 2:1
03.05.26 FC Kilia Kiel – MTSV Hohenwestedt 3:1
03.05.26 Eutin 08 – 1. FC Phönix Lübeck II 3:2

Tabelle Oberliga Schleswig-Holstein

Pos Verein Sp. Tore Pkt.
1 SV Todesfelde (Ab) 28 75:24 71
2 Holstein Kiel U23 II (Ab) 28 74:25 59
3 SV Eichede 27 57:25 57
4 FC Kilia Kiel 28 78:35 55
5 VfR Neumünster 27 58:51 48
6 1. FC Phönix Lübeck II (Auf) 28 63:56 44
7 Heider SV 28 55:56 44
8 Polizei SV Union Neumünster 28 60:58 38
9 TSV Nordmark Satrup 28 42:44 37
10 Kaltenkirchener TS (Auf) 28 41:52 33
11 TuS Rotenhof 28 48:66 31
12 Oldenburger SV 28 57:75 29
13 Eutin 08 28 30:61 24
14 MTSV Hohenwestedt 28 40:62 23
15 Inter Türkspor Kiel (Auf) 28 29:73 20
16 SV Preußen Reinfeld 28 33:77 15

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