Höhenflug des Kieler MTV unterbrochen – 1:2 beim Wiker SV

von Ismail Yesilyurt

Janne Rudolph (Kieler MTV), bester KMTV-Schütze mit 10 Toren, hatte kein Glück vor dem Wiker Gehäuse. © 2026 Ismail Yesilyurt


Nicht mit dem vierten Sieg in Folge in der Tasche kann der Kieler MTV nach dem Stadtderby die kurze Heimreise antreten. Beim Tabellenfünften Wiker SV unterlag die Auswahl von Paul Musiol mit 1:2, nachdem schon nach etwas mehr als einer Viertelstunde alle Treffer der Begegnung gefallen waren.

Mit einem Sieg hätte das Team von Paul Musiol bis auf Tuchfühlung zum Relegationsplatz der Landesliga rücken können. Stattdessen setzt sich eine historische Durststrecke fort – seit fast 15 Jahren wartet der KMTV nun schon auf den ersten Pflichtspielsieg gegen die Wiker.

Für den Aufsteiger geht es jedoch primär um die Versetzung in die nächste Verbandsliga-Saison. Oder nicht? Mit guten Noten hat der KMTV aber bald ein gutes Zeugnis vor den Augen.

Drei Tore in zehn Minuten: Die turbulente Anfangsphase

Das Spiel begann ohne langes Abtasten. Bereits in der 8. Minute brachte Nico Otto den Wiker SV mit 1:0 in Führung. Der KMTV zeigte sich jedoch unbeeindruckt und antwortete prompt. Über die rechte Außenbahn kombinierten sich die Gäste herrlich durch, ehe Bennett Schmidt im Zentrum mit der Hacke für Abdoulaye Dampha auflegte. Dieser blieb aus elf Metern cool und schob flach unten links zum 1:1-Ausgleich ein (15.).

Torhüter Bjarne Klenz (Kieler MTV). © 2026 Ismail Yesilyurt
Torhüter Bjarne Klenz (Kieler MTV). © 2026 Ismail Yesilyurt

Doch die Freude der Gäste währte nur kurz. Nur drei Minuten später segelte eine Wiker Ecke in den Fünfmeterraum. Im allgemeinen „Tohuwabohu“, wie es KMTV-Coach Musiol nannte, kam Torhüter Bjarne Klenz zwar mit der Faust an den Ball, konnte den Einschlag zum 1:2 durch Matthis Bremer jedoch nicht mehr verhindern (18.).

KMTV-Dominanz und ein verweigerter Elfmeter-Pfiff

Nach dem Seitenwechsel änderte sich das Bild grundlegend. Der Tabellensiebte übernahm das Kommando und drängte die Wiker tief in die eigene Hälfte. „In der zweiten Halbzeit hatten wir das Spiel im Griff, den Gegner im Griff“, bilanzierte Paul Musiol. „Wir haben viel Druck auf des Gegners Tor ausgeübt.“ Dass der Ausgleich nicht fiel, lag vor allem an Wiks Schlussmann Anderer, der mit drei Glanzparaden – unter anderem gegen einen wuchtigen Kopfball – den Sieg festhielt.

Justus Bayer (Kieler MTV) zog es in der Schlussphase aus der Abwehr in den Angriff. © 2026 Ismail Yesilyurt
Justus Bayer (Kieler MTV) zog es in der Schlussphase aus der Abwehr in den Angriff. © 2026 Ismail Yesilyurt

In der Nachspielzeit wurde es dann noch einmal hochdramatisch. Robert Homp nahm eine Flanke mit der Brust herunter und wurde von hinten zu Fall gebracht. Der fällige Elfmeterpfiff blieb jedoch aus. Musiol zog dabei einen Vergleich zum Profifußball: „Meiner Meinung nach ein klarer Elfmeter. Robert Homp wird im Moment der Verwertung von hinten so umgestupst, dass er komplett umfällt. Das war eine Situation wie bei Olise im Spiel gegen Real Madrid – für mich ganz klar ein Foul.“

Musiols Fazit: „Ein Unentschieden wäre verdient gewesen“

Trotz der Niederlage und des ausbleibenden Pfiffes kurz vor Schluss zeigte sich der KMTV-Trainer versöhnlich mit der Leistung seiner Mannschaft. Zwar reiste man mit null Punkten ab, doch die spielerische Überlegenheit im zweiten Durchgang gibt Mut für die kommenden Aufgaben.

„Alles in allem vielleicht ein glücklicher Sieg für den Wiker SV. Es wäre aufgrund der zweiten Halbzeit ein verdientes Unentschieden gewesen“, so Musiol abschließend. „Aber ich bin zufrieden. Die Mannschaftsleistung war vollkommen in Ordnung. So kann es weitergehen.“ In drei Wochen gibt es bereits die Chance zur Revanche, wenn das Rückspiel auf dem heimischen Professor-Peters-Platz ansteht.

ähnliche Artikel

Consent Management Platform von Real Cookie Banner