Das Heider Trainergespann Markus Wichmann (hinten) und Tobias Dau redete Tacheles mit der Mannschaft in den letzten Tagen. © 2025 Ismail Yesilyurt
Der Heider SV empfängt am kommenden Samstag zum 27. Spieltag in der Flens-Oberliga den abgeschlagenen Tabellenletzten SV Preußen 09 Reinfeld. Anstoß im HSV-Stadion an der Meldorfer Straße ist um 14:00 Uhr. Dabei geht es für die Gastgeber wieder einmal um die Wiedergutmachung nach einer schlechten Leistung, die mit dem ernüchternden 1:3 bei Eutin 08 zur bereits neunten Saisonniederlage führte.
Heide mit schlechter Rückrunde
Nach dem respektablen 3. Platz in der Hinrunde sind die Dithmarscher in der Rückrunde nach teils unerklärlich schwachen Leistungen mit nur 10 Punkten aus 11 Spielen regelrecht abgestürzt. Selbst der aktuelle 6. Platz ist noch stark gefährdet, wenn nicht endlich mehr Stabilität und Konstanz einkehren. Zudem erwartet die Mannschaft von Trainer Markus Wichmann ein anspruchsvolles Restprogramm mit dem SV Eichede (H), dem SV Todesfelde (A) und am letzten Spieltag mit Phönix Lübeck II (H). So, wie sich die Dithmarscher zuletzt präsentierten, sind weitere Rückschläge nicht ausgeschlossen.
Schonungslose Analyse
Dass die Anhäufung der vielen Negativerlebnisse nicht ohne Konsequenzen bleiben würde, war zu erwarten. Selbst bei Trainer Markus Wichmann, der sich ansonsten oft schützend vor seine Mannschaft stellte, platzte nach dem Spiel in Eutin die viel zitierte Hutschnur und er fand ungewöhnlich deutliche Worte. In der Woche folgte nun die schonungslose Aufarbeitung zwischen dem Trainerteam und der Mannschaft über die stets wiederkehrenden Fehler.
„Das war keine Runde zum Austauschen. Da haben die Spieler mal den Mund zu halten gehabt, und wir im Trainerteam haben den Takt vorgegeben. Dabei wurden in der Analyse knallhart die Fehler aufgezeigt. Ansonsten machen wir immer eine kleine Feedbackrunde, aber das lief diesmal anders. Da war nur das Trainerteam gefragt“, sagte Wichmann gegenüber Youkick.
Jetzt geht es für die Dithmarscher darum, eine ziemlich verkorkste Saison mit Anstand zu Ende zu bringen und möglichst viele Schlüsse für die kommende Saison daraus zu ziehen. Dabei wird die Personalfrage sicher eine wichtige Rolle spielen. Da stellt sich für Wichmann dann auch die Frage – sollte sein Vertrag verlängert werden? Mit wem kann und will er künftig weiter zusammenarbeiten?

Die sportliche Schieflage ist mit Sicherheit nicht nur auf fehlendes Spielglück, sondern eher auf eine gewisse Selbstüberschätzung von einzelnen Spielern und die Häufung von individuellen Fehlern, die das Team im Kollektiv nicht auffangen konnte, zurückzuführen. Aber es bleibt auch die Frage, wie ein so extremer Leistungsabfall nach der Vizemeisterschaft in der Vorsaison in einer natürlich wesentlich stärkeren Oberliga mit den beiden Regionalliga-Absteigern SV Todesfelde und Holstein Kiel II überhaupt zu erklären ist. Das allein auf den Ausfall von Top-Torjäger Mika Kieselbach zurückzuführen, wäre aber zu kurz gedacht. Natürlich spielte auch das Verletzungspech eine Rolle, trifft auf schwächer besetzte Mannschaften mit einem kleineren Budget aber gleichermaßen zu. Vor allem die Anzahl der vielen Gegentore – die sich inzwischen in einem negativen Torverhältnis widerspiegeln – ist für ein vermeintliches Spitzenteam alarmierend.
Auch deshalb formuliert Coach Wichmann für die verbleibenden Spiele nur bescheidene Ziele: „Wir wollen versuchen, den jetzigen Tabellenstand zu halten. Alles andere wäre nur dummes Geschwafel. Ich will von meinen Jungs sehen, dass sie wieder bereit sind, Spiele unbedingt gewinnen zu wollen. Mehr verlange ich in dieser schwierigen Phase gar nicht.“
Das Spiel in Eutin war ein schwerer Rückschlag
Auch Geschäftsführer Hannes Nissen, der für seine klaren Worte bekannt ist, wurde deutlich: „Das Spiel in Eutin war ein schwerer Rückschlag. Wenn man sich den Trend der letzten Monate ansieht, ist die Tendenz wirklich bedenklich.
Dennoch dürfen wir nicht vergessen, dass wir immer noch eine hohe Qualität im Kader haben. Das Vertrauen in die Spieler ist nach wie vor da.
Reinfeld wird sicherlich noch einmal alles in die Waagschale werfen. Ich hätte mir für Reinfeld eine andere Ausgangslage gewünscht, gerade für meinen guten Bekannten Benjamin Matejka (Sportlicher Leiter in Reinfeld, d. Red.).“
Training auf hohem Niveau
Unter der Woche wurde dann noch einmal „auf hohem Niveau trainiert“, wie Wichmann hervorhob, der noch mindestens zwei Spiele auf Capitano Jonah Gieseler verzichten muss. Ebenfalls ausfallen werden Lennart Busch mit einer Zerrung sowie Vasyl Tanchak. Ein großes Fragezeichen steht hinter dem Einsatz von Azat Selcuk (Fersenprobleme) und Christopher Buchtmann (Zerrung).Formularbeginn
