Connor Prüss (li., SG Oldenburg-Göhl) erzielte den ersten Anschlusstreffer. © 2025 Ismail Yesilyurt
Der Aktienkurs der SG Oldenburg/Göhl ist nach diesem Freitagabend praktisch auf null gesunken. In einer emotional aufgeladenen Partie unterlag die Spielgemeinschaft am 27. Spieltag der Verbandsliga Ost dem TSV Altenholz mit 2:3 (2:3). Mit dieser Niederlage scheint das Schicksal der SG besiegelt: Nach zwei Jahren in der Verbandsliga steht der Gang zurück in die Kreisliga unmittelbar bevor. Sieben Punkte Rückstand bei nur noch vier ausstehenden Spielen aufzuholen, gleicht angesichts der aktuellen Lage keinem Husarenstreich mehr, sondern einem „wundersamen Wunder“.
Dabei war die Hoffnung vor der Rückkehr an die heimische Bahnhofstraße in Göhl groß gewesen. Doch die Ernüchterung folgte prompt und traf die Gastgeber wie ein Schlag in die Magengrube.
Ein Kaltstart und die bittere Drangphase
Die Partie begann für die Hausherren katastrophal. Bereits nach sechs Minuten lag die SG mit 0:2 hinten. Maalik Brackmann (1.) und Jonas Schäfer (6.) bestraften individuelle Unzulänglichkeiten in der Hintermannschaft eiskalt. SG-Co-Trainer Jens Theuerkauf analysierte die Anfangsphase: „Wir liegen sehr schnell mit 0:2 hinten. Das war eigentlich das Problem für das ganze Spiel. Zwei individuelle Fehler, Stellungsfehler – im Prinzip identische Tore über außen, die wir da bekommen.“
Doch die Mannschaft zeigte Moral. Connor Prüß verkürzte in der 17. Minute auf 1:2 und läutete eine Phase ein, in der die Oldenburger den Gegner förmlich einschnürten. Doch mitten in diese Drangphase hinein folgte der nächste Nackenschlag: Jonas Schäfer traf per „Sonntagsschuss in den Winkel“ zum 1:3 (31.). Zwar gelang Tim Röben-Müller noch vor dem Pausenpfiff der erneute Anschluss zum 2:3 (45.+1), doch das Glück sollte an diesem Abend nicht mehr auf die Seite der Gastgeber zurückkehren.
Aluminiumpech und eine „wahnwitzige“ Entscheidung
In der zweiten Halbzeit dominierte die SG Oldenburg/Göhl das Geschehen fast nach Belieben. Altenholz kam kaum noch aus der eigenen Hälfte, doch der Ausgleich wollte nicht fallen. Ein Lattentreffer und ein überragend reagierender TSV-Keeper Schwarz verhinderten das 3:3. „Wir sind die klar überlegene, dominierende Mannschaft und schaffen es nicht, das Tor zu machen“, so Theuerkauf.

In der Nachspielzeit entlud sich der Frust der Gastgeber schließlich an einer Szene, die für heftige Diskussionen sorgte. Nach einer Gelb-Roten Karte wegen Meckerns (90.+4) platzte dem Co-Trainer der Kragen: „Wir kriegen noch so eine wahnwitzige gelb-rote Karte. Ein Spieler kriegt Gelb für ein Foul, was kein Foul ist, fragt nur: „Wofür denn jetzt Gelb?“ und dafür kriegt er wiederum Gelb-Rot. Also sorry, dann können wir aufhören mit Fußballspielen.“
Abschied mit Wehmut
Für Theuerkauf persönlich war die Szene ein Sinnbild für die aktuelle Situation, die ihn in seinem Entschluss bestärkt, sein Amt zum Saisonende niederzulegen. „Wenn wir im Fußball nicht mal mehr Emotionen zeigen dürfen, dann war es das wohl“, erklärte er enttäuscht über die Entwicklung in diese Richtung. Trotz der Niederlage zollte er seinem Team Respekt für den Kampfgeist und gratulierte Altenholz zum fairen Sieg.
Während der TSV Altenholz mit nun 35 Punkten den Klassenerhalt sicher hat, war dies für die SG Oldenburg/Göhl wohl das „letzte Strohhalmspiel“. Die Mannschaft hat gefightet, doch am Ende war das Glück nicht auf der Seite derer, die es im Abstiegskampf so dringend gebraucht hätten.
Stimme zum Spiel
SG Oldenburg/Göhl: Benecke – Sarau, Zedlewski, Konrad Lunau (73. Tim Doormann) – Prüß, Vogt (46. Janner), Röhrle (73. Fuhrmann), Jano – Wölk, Marco Doormann (86. Bräuer) – Röben-Müller.
Trainer: Martin Kofski.
TSV Altenholz: Schwarz – Baesler, Erfmann, Pantel, Dettenkofer – Jappe (73. Bansemer), Lohse, Feißt (73. Biedermann), Farokhi (60. Mathea), Brackmann (60. Kessler) – Schäfer.
Trainer: Nils Lenschau.
SR: Joelina Wendtorff (1. FC Phönix Lübeck).
Ass.: Mohamad Hasan, Finn Rolfes.
Z.: 50.
Gelb-Rot: SG GO (90.+4).
Tore: 0:1 Maalik Brackmann (1.), 0:2 Jonas Schäfer (6.), 1:2 Connor Prüß (17.), 1:3 Jonas Schäfer (31.), 2:3 Tim Röben-Müller (45.+1).
27. Spieltag – Verbandsliga Ost
| Datum | Begegnung | Erg. |
|---|---|---|
| 24.04.26 | Preetzer TSV – Kieler MTV | 1:3 |
| 24.04.26 | SG Oldenburg / SV Göhl II – TSV Altenholz | 2:3 |
| 25.04.26 | Probsteier SG 2012 – MTV Dänischenhagen | 4:1 |
| 25.04.26 | TSV Gremersdorf – TSV Plön | 1:1 |
| 26.04.26 | Heikendorfer SV – SVG Pönitz | -:- |
| 26.04.26 | TSV Flintbek – Suchsdorfer SV | -:- |
| 26.04.26 | Wiker SV – SpVg Eidertal Molfsee II | -:- |
Tabelle Verbandsliga Ost
| Pos | Verein | Sp. | Tore | Pkt. |
|---|---|---|---|---|
| 1 | SVG Pönitz | 24 | 68:44 | 49 |
| 2 | Probsteier SG 2012 | 25 | 77:45 | 46 |
| 3 | Heikendorfer SV | 23 | 47:16 | 44 |
| 4 | Wiker SV Kiel | 23 | 45:35 | 40 |
| 5 | SG Sarau / Bosau | 25 | 47:42 | 39 |
| 6 | Kieler MTV (Auf) | 22 | 46:34 | 36 |
| 7 | SpVg Eidertal Molfsee II (Auf) | 24 | 66:54 | 35 |
| 8 | TSV Altenholz (Ab) | 25 | 61:55 | 35 |
| 9 | TSV Plön | 26 | 52:53 | 33 |
| 10 | Preetzer TSV (Ab) | 23 | 42:40 | 32 |
| 11 | MTV Dänischenhagen | 23 | 37:54 | 30 |
| 12 | TSV Flintbek | 24 | 37:48 | 28 |
| 13 | Suchsdorfer SV | 22 | 35:48 | 28 |
| 14 | SG Oldenburg / SV Göhl II | 24 | 40:70 | 21 |
| 15 | TSV Gremersdorf (Auf) | 25 | 27:89 | 10 |
| 16 | TSV Bordesholm zg. (Ab) | 0 | 0:0 | 0 |
