TSB Flensburg bezwingt VfB Lübeck II mit 2:0 im Aufsteigerduell

von Ismail Yesilyurt

Patrick Thomsen (li., TSB Flensburg) machte den Sieg mit dem 2:0-Endstand klar © 2025 Ismail Yesilyurt

Der TSB Flensburg hat das Aufsteigerduell gegen die U21 des VfB Lübeck mit 2:0 (0:0) gewonnen. Jakob Friedrichs und Patrick Thomsen sorgten in der zweiten Halbzeit für die Treffer. Während der TSB mit nun 14 Punkten aus neun Spielen auf Rang fünf steht, bleibt die Lübecker Zweitvertretung mit sieben Zählern Vorletzter der Oberliga Schleswig-Holstein.

Flensburg trotzt schwierigen Bedingungen

Für den TSB war der Erfolg unter besonderen Umständen ein wichtiger Schritt nach vorn. Neben der Gelbsperre von Jon Jessen musste Trainer Tore Wächter kurzfristig auf drei erkrankte Spieler verzichten. Deshalb rückten Akteure aus der zweiten Mannschaft nach, zudem nahm der Coach mehrere taktische Anpassungen vor.

„Das war heute ein Sieg des Willens, aber sicherlich kein unverdienter“, sagte Wächter nach der Partie. Seine Mannschaft sei angesichts der personellen Probleme „noch mal enger zusammengerutscht“ und habe die schwierige Situation geschlossen angenommen. Auch das Wetter stellte beide Teams vor zusätzliche Herausforderungen.

Taktisch reagierte Wächter mit einer Viererkette und einem vorgezogenen Innenverteidiger. „Wir mussten heute im Spiel einige Veränderungen vornehmen“, erklärte der TSB-Trainer. Die Anpassungen hätten sich letztlich ausgezahlt: „Die Sachen, die wir gebraucht haben aufgrund der Personallage, waren am Ende erfolgreich.“

Elf von Tore Wächter mit klarem Chancenplus

Die Flensburger erwischten den besseren Start und erspielten sich trotz des hohen Pressings der Gäste mehrere Möglichkeiten. Gleich mehrfach verhinderte das Aluminium eine frühe Führung. Insgesamt traf der TSB nach Angaben seines Trainers drei- oder viermal den Pfosten, zudem landeten mehrere Abschlüsse am Außennetz.

Auch der VfB Lübeck II blieb gefährlich. Vor allem nach Ballverlusten und eigenen Standardsituationen der Gastgeber schalteten die Lübecker schnell um. Orgen Marashi prüfte TSB-Torhüter Ole Rathmann mit einem Distanzschuss, Sergio Filimonenko hatte per Kopf nach einer Ecke ebenfalls eine gute Möglichkeit.

„Lübeck hatte in der ersten Halbzeit ihre Chancen bei Umschaltmomenten“, analysierte Wächter. Die Gäste hätten die daraus entstehenden Freistöße jedoch nicht in Zählbares umwandeln können. So ging es trotz zahlreicher Gelegenheiten torlos in die Pause.

Jakob Friedrichs bricht den Bann

Nach dem Seitenwechsel blieb das Bild zunächst unverändert: Der TSB suchte konsequent den Weg nach vorn, während Lübeck weiterhin mit hohem Pressing auf Umschaltsituationen lauerte. In der 65. Minute belohnten sich die Flensburger schließlich für ihren Aufwand.

Jakob Friedrichs brachte den Gastgeber mit seinem dritten Saisontor mit 1:0 in Führung. Der VfB bemühte sich um eine schnelle Antwort, doch die beste Ausgleichschance nach dem Seitenwechsel vergab der eingewechselte Jordan Marquardt, dessen Abschluss am Tor vorbeiging.

Die Flensburger hätten die Partie laut Wächter bereits früher entscheiden können. „Wir haben auch wirklich wieder einen Haufen Chancen, weitere Tore zu schießen“, sagte der Trainer. Die Gäste kamen dagegen vor allem über Standardsituationen rund um den Strafraum zu Möglichkeiten.

Thomsen macht den Deckel drauf

Die Entscheidung fiel kurz vor dem Ende. Nach einer Ecke stieg Patrick Thomsen am höchsten und köpfte in der 89. Minute zum 2:0 ein. Für den Innenverteidiger war es das erste Saisontor.

Der TSB Flensburg kam in der zweiten Halbzeit kaum aus dem Jubeln heraus. © 2026 Jacqueline Röder
Der TSB Flensburg kam mit einer sehr guten Teamleistung zum Erfolg. In der Mitte der immer noch verletzte Torjäger Benett Kwame, der mit 7 Toren in der Oberliga ganz oben ist. © 2026 Jacqueline Röder

Damit brachte der TSB den Sieg endgültig über die Zeit. Wächter zeigte sich anschließend zufrieden mit der Defensivleistung und dem Einsatz seiner Mannschaft: „Die Mannschaften und die Jungs haben es wirklich sehr geschlossen getragen.“ Der Erfolg hält Flensburg im oberen Tabellendrittel und bestätigt den starken Saisonstart des Aufsteigers.

Oliver Stutzky: „Absolut verdiente Niederlage“

VfB-Trainer Oliver Stutzky fand nach der Partie deutliche Worte zum Auftritt seiner Mannschaft. „Wir waren immer zu weit weg, mit und ohne den Ball immer einen Schritt zu spät, haben kaum Duelle geführt und waren nicht in den Zweikämpfen“, kritisierte er. Auch offensiv habe seine Mannschaft zu ungenau agiert und häufig die falsche Entscheidung getroffen.

Stutzky bezeichnete die Niederlage als „absolut verdient“. Dem Gegner habe man zu viele und teilweise klare Torchancen zugelassen, während die Lübecker selbst nur wenige Möglichkeiten herausspielten. Besonders enttäuschend sei gewesen, dass die eigene Mannschaft deutlich hinter den Leistungen der vergangenen Wochen zurückblieb. Der VfB hatte ja bekannterweise als Schlusslicht dem Tabellenführer VfR Neumünster mit eine 4:1 eine ordentliche Backpfeife verpasst.

„Da waren wir viel besser, zielstrebiger und haben mehr gearbeitet“, sagte der VfB-Coach. Gleichwohl ordnete er den Rückschlag als Teil der Entwicklung einer jungen Mannschaft ein: „Das gehört zu einer jungen Mannschaft auch mal dazu.“

Am kommenden Samstag, 26. September, hat die U21 des VfB Lübeck beim TuS Rotenhof die Gelegenheit zur Wiedergutmachung. Der TSB Flensburg empfängt einen Tag später den TSV Nordmark Satrup.

Stimme zum Spiel

Tore Wächter (Trainer TSB Flensburg)
  • TSB Flensburg: Ole Rathmann – Alton Zymeraj, Leon Knittel, Patrick Thomsen, Tom Schäpler – Elias Kurzbach (83. Lars Wolff), Maxim Jurk (71. Jonatan Miranda), Noel Kurzbach, Cosmo Nitsch – Cedric Neumann (61. Kean Wojnarowski), Jakob Friedrichs (90. Jasper Carstens)
  • Trainer: Tore Wächter
  • VfB Lübeck II: Louis Siefert – Torben Sachau, Kevin Majewski, Samuel Schwoon, Bosse Heinemeyer (66. Timm Steiner) – Bernard Angong, Jaromir Grimm, Serhii Filimonenko, Jonas Dühnfort (46. Jordan Marquardt) – Paul Boateng (59. Lennox Beck), Orgen Marashi
  • Trainer: Oliver Stutzky
  • Schiedsrichter: Malte Gerhardt (Kieler MTV)
  • Assistenten: Tobias Illner, Johannes Karl Kowalewski
  • Zuschauer: 25
  • Tore: 1:0 Jakob Friedrichs (65.), 2:0 Patrick Thomsen (89.)
Oberliga Schleswig-Holstein
Platz Mannschaft Sp. G U V Tore Diff. Pkt.
1. (1) Holstein Kiel II 9711 33:122122
2. (2) VfR Neumünster 9621 24:111320
3. (3) FC Kilia Kiel 9522 20:14617
4. (4) SC Rapid Lübeck (N) 9513 21:17416
5. (5) TSB Flensburg (N) 9423 23:15814
6. (↑ 7) Heider SV 9423 18:22-414
7. (↑ 9) TuS Rotenhof 9342 18:18013
8. (↓ 6) 1.FC Phönix Lübeck II 9333 23:23012
9. (↓ 8) Oldenburger SV 9324 21:23-211
10. (10) TSV Nordmark Satrup 9324 13:18-511
11. (11) PSV Neumünster 9243 16:20-410
12. (12) Kaltenkirchener TS 9225 14:25-118
13. (↑ 14) SV Eichede 9144 10:12-27
14. (↑ 15) MTSV Hohenwestedt 8143 16:19-37
15. (↓ 13) VfB Lübeck II (N) 9216 12:24-127
16. (16) Eckernförder SV (N) 8206 14:23-96

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