Das Warten geht weiter: Holstein Kiel bleibt in der 2. Bundesliga sieglos

von Ismail Yesilyurt

Hiroki Sekine (Holstein Kiel), am Ball gegen Adrian Beck (VfL Osnabrück), lenkte eine Hereingabe von links unglücklich ins eigene Tor zu 1:1-Endstand. © 2026 Ismail Yesilyurt

Das Warten auf den ersten Saisonsieg in der 2. Bundesliga geht für Holstein Kiel weiter. Im Heimspiel gegen den VfL Osnabrück reichte es für die „Störche“ am Ende nur zu einem enttäuschenden 1:1 (1:0)-Unentschieden. Während die Kieler nach einer turbulenten Schlussphase den Punkt gegen kompakt agierende Gäste verteidigen mussten, verpassten es die Niedersachsen nach dem Ausgleichstreffer sogar, das Spiel komplett zu drehen.

Umkämpfte erste Hälfte und schmeichelhafte Kieler Pausenführung

Vor heimischer Kulisse im Holstein-Stadion erwischten die Gäste aus Osnabrück den besseren Start und stellten die KSV-Hintermannschaft mit schnellen Vorstößen immer wieder vor Probleme. Insbesondere Robin Meißner tauchte mehrfach gefährlich vor dem Kieler Gehäuse auf, scheiterte jedoch am stark parierenden Schlussmann Timon Weiner. Bereits in der 13. Minute brach Meißner durch, tauchte halbrechts frei vor Weiner auf – der Kieler Torhüter rettete per Fußabwehr. Nur Minuten später wieder der VfL: Meißner schickte Jonathan Gómez links in den Halbraum, der sofort in die Mitte flankte – Weiner war erneut zur Stelle.

Adrian Kapralik (Holstein Kiel) beim Flanken gegen Niklas Wiemann (VfL Osnabrück). © 2026 Ismail Yesilyurt
Adrian Kapralik (Holstein Kiel) beim Flanken gegen Niklas Wiemann (VfL Osnabrück). © 2026 Ismail Yesilyurt

Kiel tat sich im Spiel nach vorn lange schwer und strahlte zunächst nur durch Distanzschüsse oder Standards Gefahr aus, während die Gäste diszipliniert verteidigten. In der 38. Minute kam Adrian Kapralik halbrechts im Sechzehner an den Ball, machte noch ein paar Schritte und kam gegen Wiemann zum Schuss – das Leder prallte von der Unterkante der Latte ins Feld zurück.

Kurz vor dem Pausenpfiff schlugen die Hausherren dann aber eiskalt zu: Guillermo Balzi schickte Gyan de Regt steil in den Strafraum, wo er von Osnabrücks Keeper Krumrey von den Beinen geholt wurde. Den fälligen Foulelfmeter verwandelte Phil Harres in der Nachspielzeit der ersten Halbzeit (45.+2) sicher und flach ins rechte Eck zur schmeichelhaften 1:0-Führung für Kiel.

Osnabrück schlägt zurück und drängt auf den Sieg

Nach dem Seitenwechsel kontrollierten die Kieler das Geschehen zunächst weitgehend und verpassten es bei einigen Offensivaktionen, den Vorsprung auszubauen. Osnabrück steckte jedoch nicht auf und wurde nach etwa einer Stunde spürbar druckvoller mit seinem technisch sauberen, schnellen Spiel in die Offensive.

Guillermo Balzi (Holstein Kiel) versucht gegen Osnabrück offenive Akzente zu setzen. © 2026 Ismail Yesilyurt
Guillermo Balzi (Holstein Kiel) versucht gegen Osnabrück offenive Akzente zu setzen. © 2026 Ismail Yesilyurt

In der 72. Minute belohnten sich die Gäste für ihre Drangphase: Nach einer mustergültigen Seitenverlagerung schickte Meißner Jonathan Gómez auf den linken Flügel, dessen flache Hereingabe unglücklich von KSV-Verteidiger Hiroki Sekine ins eigene Tor zum 1:1-Ausgleich abgefälscht wurde.

Nur wenige Minuten später schwächten sich die Hausherren selbst, als Innenverteidiger David Zec nach einem taktischen Trikotzupfer an der Mittellinie gegen Meißner die Gelb-Rote Karte sah (75.). Eine sehr harte Entscheidung des Referee, aber auch „dumme“ Aktion von Zec. In Überzahl drängte Osnabrück auf den Siegtreffer und vergab durch einen Kopfball von Daniel-Kofi Kyereh aus kurzer Distanz in der 81. Minute eine absolute Großchance. Meißner flankte mit Übersicht an den zweiten Pfosten zu Konrad Faber, der direkt ins Zentrum auf Kyereh spielte – aus drei Metern nickte der Joker den Ball links vorbei.

Schlussphase: Kiel verteidigt glücklich den Punkt

In der Schlussphase in Unterzahl wurde es schwer für Kiel, doch die Störche verteidigten den Vorsprung engagiert. Trainer Tim Walter brachte in der 68. Minute Steven Skrzybski für Gyan de Regt – Saisondebüt für den Routinier.

Gyan Gavin de Regt (Holstein Kiel) kam zu seinem ersten Startelf-Einsatz. © 2026 Ismail Yesilyurt
Gyan Gavin de Regt (Holstein Kiel) kam zu seinem ersten Startelf-Einsatz. © 2026 Ismail Yesilyurt

In der 85. Minute war Luca Raimund dran, der aus aussichtsreicher Position nur einen schwachen Abschluss zustande brachte. Im Gegenzug wurde Skrzybski beim Schussversuch geblockt. In der 90. +2 Minute tauchte Konrad Faber rechts im Sechzehner auf, legte den Ball quer, fand aber keinen Abnehmer.

Am Ende blieb es beim leistungsgerechten Remis, das für Kiel angesichts der ersten Halbzeit und der Schlussphase allerdings glücklich ausfiel. Als Schiedsrichter Tom Bauer nach 90+3 Minuten abpfiff, war die Enttäuschung bei Kiel dennoch groß. Auch wenn die Störche mit de Punktgewinn vom letzten auf den 15. Platz flogen.

  • Holstein Kiel Timon Weiner – Hiroki Sekine (88. Ikem Ugoh), Noah Madsen, David Zec, Leon Parduzi – Jonas Meffert – Adrián Kaprálik, Guillermo Balzi (88. Giorgi Kwilitaia), Kasper Davidsen, Gyan de Regt (68. Steven Skrzybski) – Phil Harres.
  • Trainer: Tim Walter
  • VfL Osnabrück: Jonas Krumrey – Robin Fabinski, Jannik Müller, Niklas Wiemann – Patrick Kammerbauer (73. Konrad Faber), Fridolin Wagner (62. Daniel-Kofi Kyereh), Bjarke Jacobsen, Jonathan Gómez (86. Joel Abu Hanna) – Adrian Beck, Bernd Riesselmann (72. Luca Raimund) – Robin Meißner (86. Leon Opitz)
  • Trainer: Timo Schultz
  • Schiedsrichter: Tom Bauer (VfL Neuhofen)
  • Zuschauer: 11.700
  • Gelb-Rote Karte für David Zec (Holstein Kiel) wegen wiederholten Foulspiels (75.)
  • Tore:1:0 Phil Harres (45.+2, Foulelfmeter), 1:1 Hiroki Sekine (72., Eigentor)
Tabelle 2. Bundesliga
Platz Mannschaft Sp. G U V Tore Diff. Pkt.
1. Hertha BSC 6600 17:71018
2. 1. FC Nürnberg 6510 16:61016
3. 1. FC Heidenheim 1846 5401 12:10212
4. VfL Wolfsburg 6321 15:8711
5. 1. FC Kaiserslautern 6321 6:4211
6. 1. FC Magdeburg 6312 11:9210
7. FC Energie Cottbus 5212 13:1217
8. VfL Bochum 1848 5221 4:407
9. VfL Osnabrück 6213 9:12-37
10. FC St. Pauli 5131 7:706
11. SpVgg Greuther Fürth 6132 9:11-26
12. Karlsruher SC 6123 6:12-65
13. Eintracht Braunschweig 6114 12:13-14
14. DSC Arminia Bielefeld 5113 8:10-24
15. Holstein Kiel 6042 7:10-34
16. Hannover 96 5113 5:8-34
17. SG Dynamo Dresden 6114 8:14-64
18. SV Darmstadt 98 6114 5:13-84

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