Holstein Kiel verspielt 2:0-Führung am Darmstädter Böllenfalltor

von Ismail Yesilyurt

Holstein-Coach Tim Walter schmerzte der Anschlusstreffer beim 2:2 deutlich. © 2026 Ismail Yesilyurt


Holstein Kiel hat einen perfekten Start in die Zweitligasaison 2026/27 verpasst. Am Ende Holstein Kiel hat einen perfekten Start in die Zweitligasaison verpasst. Vor 17.095 Zuschauern im Merck-Stadion am Böllenfalltor mussten sich die „Störche“ nach einer komfortablen und souveränen 2:0-Halbzeitführung am Ende mit einem 2:2-Unentschieden gegen den SV Darmstadt 98 begnügen.

Kieler Blitzstart und verdiente Pausenführung

Die Partie begann intensiv. Die Gastgeber aus Darmstadt versuchten sofort, die Initiative zu ergreifen, doch die Kieler Defensive stand stabil und lauerte auf Umschaltmomente. Das zahlte sich früh aus: Nach einer starken Balleroberung bediente Phil Harres den Neuzugang Guillermo Balzi, der noch einen Haken schlug und das Leder in der 8. Minute zur frühen 1:0-Führung in die Maschen setzte.

Darmstadt suchte in der Folge den Ausgleich, ließ im letzten Drittel jedoch die nötige Präzision vermissen (ein Treffer der Lilien zählte wegen Abseits nicht). Kurz vor dem Pausenpfiff schlugen die Störche eiskalt zu: Nach einer mustergültigen Seitenverlagerung von Adrián Kaprálik köpfte Phil Harres unhaltbar zum 2:0 ein (42.).

Adrian Kapralik (Holstein Kiel) vergab die Möglichkeit auf das 1-0- © 2026 Ismail Yesilyurt
Adrian Kapralik (Holstein Kiel) bereiete das 2:0 vor. © 2026 Ismail Yesilyurt

Darmstadt kommt zurück – Kohfeldt lobt den Glauben seines Teams

Nach dem Seitenwechsel hatte die Mannschaft von KSV-Coach Tim Walter 75 Minuten lang die Ruhe, das 2:0 sicher zu schaukeln. Doch ein heftiger Windstoß sorgte für den Umschwung. In der 76. Spielminute war es der eingewechselte Lee Ho-jae, der den Anschlusstreffer für die Hausherren erzielte.

Darmstadts Trainer Florian Kohfeldt zeigte sich nach Abpfiff in der Pressekonferenz von der Moral seiner neuformierten Mannschaft begeistert: „Aber meine Mannschaft war heute über neunzig Minuten voller Glaube daran, dass wir dieses Ergebnis holen, weil wir haben das auch vorher gesagt: Wir sind weit davon entfernt, dass wir sagen können, wir sind fertig mit irgendeiner Entwicklung. Wir haben gerade erst angefangen.“

Die KSV geriet in den Schlussminuten massiv unter Druck. In der 86. Minute schlug Darmstadt dann endgültig zu: Innenverteidiger Aleksandar Vukotić profitierte von einer Unordnung im Kieler Strafraum und markierte den 2:2-Ausgleichstreffer, der gleichzeitig den Endstand bedeutete.

Walter kritisiert Entstehung des Gegentors

In der Spielanalyse äußerte sich Walter kritisch über den Knackpunkt in der Schlussphase und machte keinen Hehl aus seiner Entschlossenheit bei individuellen Fehlern: „Wenn jemand Fehler macht, dann muss er dafür einstehen und das war in dem Moment ein Fehler, weil wir einfach den Ball haben und wir müssen, das Einzige, was wir machen müssen, ist den Ball behalten. Das Spiel war rum, Darmstadt war tot und wir müssen einfach nur wieder zurückspielen, zum Torwart spielen, den Ball behalten.“ Trotz des verspielten Sieges betonte Walter jedoch, dass das Auftreten seiner neu formierten Mannschaft über weite Strecken viel Mut für die kommenden Aufgaben in der 2. Bundesliga gebe.

  • Darmstadt 98: Schuhen – Lannert (85. El-Kadiri), Pfeiffer, Vukotic, Kleinhansl (85. Petretta) – Klefisch, Akiyama, Weißhaupt (60. Verkooijen), Duijvestijn, Furukawa (68. Merx) – Lakenmacher (60. Ho-Jae Lee)
  • Trainer: Florian Kohfeldt
  • Holstein Kiel: Weiner – Sekine, Nekic, Zec, Parduzi (84. Ivezic) – Meffert, Balzi, Bernhardsson (77. Alidou), Davidsen (90.+2 Ugoh), Kapralik (77. Therkelsen) – Harres
  • Trainer: Tim Walter
  • Schiedsrichter: Felix Bickel (Wolfsburg)
  • Assistenten: Sascha Thielert, Christoph Kluge
  • Zuschauer: 17.095
  • Tore: 0:1 Balzi (8.), 0:2 Harres (42.), 1:2 Ho Jae Lee (76.), 2:2 Vukotic (86.)

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