Für Tim Walter und Holstein Kiel wird es langsam ungemütlich in der 2. Bundesliga. © 2026 Volker Schlichting
Der 1. FC Heidenheim hat Holstein Kiel am fünften Spieltag der 2. Bundesliga mit 1:0 (0:0) bezwungen und damit den dritten Sieg in Serie gefeiert. Für die Kieler setzte sich dagegen der schwierige Saisonstart fort: Die Störche warten weiterhin auf den ersten Dreier und sind nach fünf Spieltagen das einzige sieglose Team der Liga.
Dabei sah es lange Zeit nicht danach aus, als würde die Partie zugunsten der Gastgeber kippen. Holstein begann engagiert und hatte zunächst sogar mehr Ballbesitz. Heidenheim setzte dagegen auf eine kompakte Defensive und wollte nach Ballgewinnen schnell umschalten.
Die erste gute Gelegenheit gehörte den Kielern. Ikem Ugoh setzte sich auf der linken Seite gegen mehrere Gegenspieler durch, scheiterte aus spitzem Winkel jedoch an Heidenheims Schlussmann. Insgesamt entwickelte sich zunächst eine Partie mit viel Bewegung, aber wenigen Strafraumszenen. Nach einer halben Stunde verzeichnete Holstein rund 66 Prozent Ballbesitz, ohne daraus allerdings ausreichend klare Chancen zu kreieren.
Heidenheim wird vor der Pause gefährlicher
Mit zunehmender Spieldauer wagten sich die Gastgeber etwas weiter aus ihrer defensiven Grundordnung. So musste Torwart Weiner eingreifen und parierte einen Abschluss von Michael Heule aus spitzem Winkel. Holstein blieb seinerseits bemüht, fand gegen die gut organisierte Heidenheimer Defensive aber nur selten den Weg in den Strafraum.
So ging es torlos in die Kabinen. Holstein hatte mehr vom Ball, Heidenheim stand kompakt und blieb bei schnellen Gegenstößen gefährlich. Für die KSV war es bis dahin vor allem die eigene Defensive, die für Stabilität sorgte.
Therkelsen sieht Gelb-Rot
Nach dem Seitenwechsel reagierte Heidenheims Trainer Frank Schmidt mit einem Doppelwechsel und brachte Mikkel Kaufmann sowie Christian Conteh für die Offensive. Vor allem Conteh sorgte unmittelbar für neuen Schwung.
Bereits in der 48. Minute setzte Conteh sich auf der linken Seite durch und flankte scharf auf Alessandro Vogt, dessen Kopfball aus kurzer Distanz knapp am Tor vorbeiging. Wenig später scheiterte Conteh selbst im Eins-gegen-eins an Weiner.
Dann folgte der entscheidende Moment der Partie: In der 50. Minute sah Jonas Therkelsen die Gelb-Rote Karte. Die Ampelkarte für den Norweger verteilte die Verhältnisse klar zugunsten des Bundesliga-Absteigers.
Heidenheim drückt, Holstein verteidigt mit allen Kräften
Mit einem Mann mehr übernahm Heidenheim zunehmend die Kontrolle. Die Gastgeber erhöhten den Druck und drängten die Kieler tief in die eigene Hälfte. Besonders Conteh entwickelte sich zum Aktivposten.
In der Folge war es Holstein-Keeper Weiner, der seine Mannschaft im Spiel hielt. Erst gegen Marcel Costly und dann Conteh. Auch Mikkel Kaufmann fand in Weiner seinen Meister.
Holstein verteidigte nun mit großer Leidenschaft und warf sich in die Angriffe der Gastgeber. „Das Tor war wie vernagelt“, hörte man aus dem Hoffenheimer Lager.
Föhrenbach bricht den Bann
In der 84. Minute war es schließlich doch soweit. Nach einer Ecke verlängerte Mikkel Kaufmann den Ball per Kopf auf den zweiten Pfosten. Dort stand Jonas Föhrenbach völlig frei und musste den Ball nur noch über die Linie drücken.
Das 1:0 war die logische Folge der Heidenheimer Druckphase, auch wenn Holstein bis dahin mit großem Einsatz dagegengehalten hatte. Doch die KSV bekam in der Nachspielzeit tatsächlich noch die große Chance auf den Ausgleich.
In der 90.+3 Minute kam Phil Harres nach einer Hereingabe von De Regt zum Kopfball. Der Ball strich jedoch knapp am langen Pfosten vorbei. Wenige Sekunden später war die letzte Möglichkeit vergeben, und Heidenheim durfte den dritten Heimsieg in Folge feiern.
Holstein bleibt am Tabellenende
Damit steht Holstein Kiel nach fünf Spieltagen weiterhin ohne Sieg da und übernahm die Rote Laterne von Darmstadt. Auf Holstein Kiel wartet bereits am kommenden Samstag die nächste wichtige Aufgabe. Im Holstein-Stadion gastiert der VfL Osnabrück.
- 1. FC Heidenheim: Dähne – Busch, Mainka, Föhrenbach – Mhamdi (46. Conteh), Schöppner, Niehues (76. Wagner), Heule, Honsak (46. Kaufmann), Costly (81. Hennrich) – Vogt (81. Siersleben).
- Trainer: Frank Schmidt
- Holstein Kiel: Weiner – Sekine, Nekic, Zec, Parduzi (76. Tolkin) – Kapralik (76. de Regt), Balzi (57. Madsen), Meffert, Ugoh (83. Wiese), Therkelsen – Harres
- Trainer: Tim Walter
- Schiedsrichter: Justin Hasman (Wiebelskirchen)
- Assistenten: Asmir Osmanagic, Oliver Lossius
- Zuschauer: 13.900
- Gelb-Rote Karte: Therkelsen (50., Holstein)
- Tor: 1:0 Föhrenbach (84.)
Tabelle
| Platz | Mannschaft | Sp. | G | U | V | Tore | Diff. | Pkt. |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 1. (↑ 2) | Hertha BSC | 5 | 5 | 0 | 0 | 15:6 | 9 | 15 |
| 2. (↓ 1) | 1. FC Nürnberg | 5 | 4 | 1 | 0 | 15:6 | 9 | 13 |
| 3. (↑ 5) | 1. FC Heidenheim 1846 | 5 | 4 | 0 | 1 | 12:10 | 2 | 12 |
| 4. (↑ 6) | 1. FC Magdeburg | 5 | 3 | 0 | 2 | 10:8 | 2 | 9 |
| 5. (↓ 3) | VfL Wolfsburg | 5 | 2 | 2 | 1 | 10:7 | 3 | 8 |
| 6. (↓ 4) | 1. FC Kaiserslautern | 5 | 2 | 2 | 1 | 5:4 | 1 | 8 |
| 7. (↑ 10) | FC Energie Cottbus | 5 | 2 | 1 | 2 | 13:12 | 1 | 7 |
| 8. (↑ 14) | VfL Bochum 1848 | 5 | 2 | 1 | 2 | 4:4 | 0 | 7 |
| 9. (↑ 13) | FC St. Pauli | 5 | 1 | 3 | 1 | 7:7 | 0 | 6 |
| 10. (↑ 16) | VfL Osnabrück | 5 | 2 | 0 | 3 | 8:11 | -3 | 6 |
| 11. (↑ 8) | SpVgg Greuther Fürth | 5 | 1 | 2 | 2 | 8:10 | -2 | 5 |
| 12. (↓ 7) | Karlsruher SC | 5 | 1 | 2 | 2 | 6:11 | -5 | 5 |
| 13. (↑ 12) | Eintracht Braunschweig | 5 | 1 | 1 | 3 | 12:12 | 0 | 4 |
| 14. (↓ 8) | DSC Arminia Bielefeld | 5 | 1 | 1 | 3 | 8:10 | -2 | 4 |
| 15. (↓ 11) | Hannover 96 | 5 | 1 | 1 | 3 | 5:8 | -3 | 4 |
| 16. (↑ 18) | SV Darmstadt 98 | 5 | 1 | 1 | 3 | 4:8 | -4 | 4 |
| 17. (17) | SG Dynamo Dresden | 5 | 1 | 1 | 3 | 7:12 | -5 | 4 |
| 18. (↓ 15) | Holstein Kiel | 5 | 0 | 3 | 2 | 6:9 | -3 | 3 |
