Adrian Kapralik (Holstein Kiel) hatte auch im Heimspiel aus der Vorsaison gegen den 1. FC Nürnberg getroffen. Damals am 14. März gab es ein 2-3. © 2026 Ismail Yesilyurt
Holstein Kiel und der 1. FC Nürnberg haben sich am heutigen Samstagmittag mit 2:2 getrennt. In einem über weite Strecken intensiven und phasenweise wilden Zweitliga-Spiel führte jedes Team einmal. Nürnberg ging zunächst in Front, Kiel drehte die Partie – doch der Club kam zurück und sicherte sich einen Punkt.
Nach dem Ausgleich zum 2:2 hatten die Gäste sogar die besseren Möglichkeiten auf den Sieg. Für einen weiteren Treffer reichte es allerdings nicht mehr.
Elf von Miroslav Klose erwischt den besseren Start
Pünktlich um 13 Uhr pfiff Schiedsrichter Tobias Stieler die Partie im Holstein-Stadion an. Bei regnerischen Bedingungen, mit sintflutartigem Regen in der ersten Viertelstunde, erwischte der 1. FC Nürnberg den deutlich besseren Start.
Bereits nach wenigen Sekunden bot sich den Gästen die erste große Chance. Tim Janisch setzte sich auf der rechten Seite durch und spielte den Ball gefährlich ins Zentrum. Mohamed Ali Zoma kam zum Abschluss, scheiterte jedoch am stark reagierenden Kieler Torhüter. Auch danach blieb Nürnberg zunächst das aktivere Team. Kiel fand nur langsam in die Begegnung und hatte Mühe, das aggressive Spiel des Clubs zu kontrollieren.
Adam Markhiev trifft sehenswert zur Führung
Mit zunehmender Spieldauer kam die KSV besser in die Partie. Kiel übernahm mehr Ballbesitz und verlagerte das Geschehen zunehmend in die Nürnberger Hälfte. Trotzdem waren es die Gäste, die zu dieser Phase überraschend in der 41. Minute zuschlugen. Nach einer gelungenen Kombination vor dem Kieler Strafraum legte Fernandez den Ball für Adam Markhiev zurück. Der Finne hatte etwas Platz und zog aus rund 16 Metern ab. Der Schuss geriet zur perfekten Bogenlampe und schlug unter der Latte ein. Nürnberg führte 1:0.
Phil Harres sorgt für den Ausgleich
Kiel wollte den Rückstand noch vor der Pause korrigieren – und wurde dafür in der Nachspielzeit belohnt. Nach einem Freistoß von Adrian Kapralik fand die Hereingabe Phil Harres im Strafraum. Der Kieler Angreifer setzte sich gegen die Nürnberger Abwehr durch und köpfte den Ball über den Innenpfosten ins Tor.
Kiel dreht die Begegnung
Nach dem Seitenwechsel entwickelte sich ein noch offeneres Spiel. Beide Mannschaften suchten konsequent den Weg nach vorne.
In der 50. Minute nutzte Kiel schließlich eine Unachtsamkeit in der Nürnberger Defensive. Nach einem Zuspiel von Alexander Meffert hatte Adrian Kapralik plötzlich viel Raum vor sich. Die Nürnberger Hintermannschaft bekam keinen Zugriff auf den Kieler. Kapralik nutzte den Platz und schloss mit einem präzisen Linksschuss ins rechte untere Eck ab. Die KSV hatte das Spiel gedreht und führte 2:1.
Piet Scobel schlägt zurück
Nürnberg zeigte sich jedoch keineswegs geschockt. Die Gäste erhöhten wieder den Druck und kamen nur wenige Minuten später zum Ausgleich.
Nach einem langen Ball behauptete sich der Club und brachte die Kugel in Richtung Strafraum. Adam Markhiev verlängerte per Kopf in den Lauf von Scobel. Der Angreifer setzte sich gegen seinen Gegenspieler durch und blieb vor dem Kieler Tor cool. Sein Flachschuss schlug im rechten unteren Eck ein – 2:2, alles wieder offen.
Nürnberg drängt auf den Sieg
Nach dem Ausgleich nahm die Partie noch einmal richtig Fahrt auf. Beide Mannschaften wollten sich mit dem Unentschieden nicht zufriedengeben. Vor allem der Club hatte nun die besseren Möglichkeiten. Nürnberg spielte zielstrebiger nach vorne und kam mehrfach gefährlich in den Kieler Strafraum.
In der 68. Minute hätte sogar die erneute Führung fallen können. Janisch schickte Zoma auf der rechten Seite, der anschließend den Blick für Scobel hatte. Der Nürnberger Angreifer stand zentral relativ frei, traf den Ball beim Abschluss jedoch nicht richtig.
Auch Kiel blieb gefährlich, konnte nach dem 2:2 aber nicht mehr so konsequent für Gefahr sorgen wie zuvor.
Leon Parduzi rettet auf der Linie
Die wohl spektakulärste Szene der Schlussphase ereignete sich in der 83. Minute. Nach einem Nürnberger Eckball kam Piet Scobel zum Kopfball und setzte den Ball genau gegen die Laufrichtung von Kiels Torhüter Weiner. Der Ball schien bereits im Netz zu landen – doch Leon Parduzi warf sich auf der Torlinie dazwischen und verhinderte den möglichen Nürnberger Führungstreffer.
Kein Lucky Punch mehr
In den letzten Minuten wurde die Partie immer hektischer. Beide Trainer brachten noch einmal frische Kräfte, doch der entscheidende Treffer wollte nicht fallen.
Kiel, das auch vierten Spiel ohne Sieg bleibt, aber bei nur einer Niederlage, versuchte es zunehmend mit Flanken und Standards, während Nürnberg weiter auf seine Chancen lauerte. Drei Minuten Nachspielzeit wurden angezeigt – genug Zeit also für einen letzten Lucky Punch. Doch auch diese Minuten überstanden beide Defensivreihen. Nach 90 Minuten plus Nachspielzeit blieb es beim 2:2.
Fazit: Remis geht insgesamt in Ordnung
Das Unentschieden geht insgesamt in Ordnung. Beide Mannschaften hatten ihre starken Phasen, beide führten zwischenzeitlich und beide zeigten, dass sie die drei Punkte unbedingt wollten.
Für die Zuschauer war es am Samstagmittag jedenfalls beste Zweitliga-Unterhaltung: vier Tore, wechselnde Führungen, eine spektakuläre Rettung auf der Linie und Spannung bis in die Nachspielzeit.
- Holstein Kiel: Weiner – Sekine, Nekic, Zec, Tolkin (64. Parduzi), Meffert, Kapralik, Balzi, Davidsen (79. Tasdelen), Therkelsen (63. de Regt) – Harres.
- Trainer: Tim Walter
- 1. FC Nürnberg: Reichert – Janisch (72. Masouras), Kalogeropoulos, F. Otto, Porstner – Markhiev, Fernandez, Becker (63. Lubach) – Justvan (63. Böving), Scobel (63. Haugen), Zoma (85. Ghrieb)
- Trainer: Miroslav Klose
- Schiedsrichter: Tobias Stieler (Sölden/Schwarzwald)
- Assistenten: Lasse Koslowski, Tobias Severins
- Zuschauer: 11.700 (ausverkauft)
- Tore: 0:1 Adam Markhiev (41.), 1:1 Phil Harres (45.+2), 2:1 Adrian Kapralik (50.), 2:2 Piet Scobel (56.)
Tabelle
| Platz | Mannschaft | Sp. | G | U | V | Tore | Diff. | Pkt. |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 1. | 1. FC Nürnberg | 4 | 3 | 1 | 0 | 13:5 | 8 | 10 |
| 2. | Hertha BSC | 3 | 3 | 0 | 0 | 10:4 | 6 | 9 |
| 3. | VfL Wolfsburg | 4 | 2 | 2 | 0 | 10:6 | 4 | 8 |
| 4. | 1. FC Kaiserslautern | 4 | 2 | 2 | 0 | 5:1 | 4 | 8 |
| 5. | 1. FC Heidenheim 1846 | 3 | 2 | 0 | 1 | 10:10 | 0 | 6 |
| 6. | 1. FC Magdeburg | 3 | 2 | 0 | 1 | 6:6 | 0 | 6 |
| 7. | Karlsruher SC | 4 | 1 | 2 | 1 | 6:8 | -2 | 5 |
| 8. | DSC Arminia Bielefeld | 4 | 1 | 1 | 2 | 7:8 | -1 | 4 |
| 8. | SpVgg Greuther Fürth | 3 | 1 | 1 | 1 | 7:8 | -1 | 4 |
| 10. | FC Energie Cottbus | 4 | 1 | 1 | 2 | 10:12 | -2 | 4 |
| 11. | Hannover 96 | 4 | 1 | 1 | 2 | 4:6 | -2 | 4 |
| 12. | Eintracht Braunschweig | 3 | 1 | 0 | 2 | 9:7 | 2 | 3 |
| 13. | FC St. Pauli | 4 | 0 | 3 | 1 | 6:7 | -1 | 3 |
| 14. | VfL Bochum 1848 | 3 | 1 | 0 | 2 | 1:2 | -1 | 3 |
| 15. | Holstein Kiel | 4 | 0 | 3 | 1 | 6:8 | -2 | 3 |
| 16. | VfL Osnabrück | 3 | 1 | 0 | 2 | 4:7 | -3 | 3 |
| 17. | SG Dynamo Dresden | 3 | 1 | 0 | 2 | 4:8 | -4 | 3 |
| 18. | SV Darmstadt 98 | 4 | 0 | 1 | 3 | 2:7 | -5 | 1 |
