Heikendorf gibt 2:0-Führung aus der Hand: Kropp erkämpft sich noch ein 2:2

von Ismail Yesilyurt

Florian Legrum (TSV Kropp) gelang der wichtige 1:2-Anschlusstreffer. © 2024 Ismail Yesilyurt

Der Heikendorfer SV hat beim TSV Kropp einen möglichen, sehr wichtigen Auswärtssieg aus der Hand gegeben. Der Aufsteiger führte nach einer starken ersten Halbzeit bereits mit 2:0, musste sich am Ende aber mit einem 2:2 (2:0) begnügen. Während die Gastgeber nach dem Seitenwechsel deutlich zulegten und die Partie noch drehten, blieb beim Heikendorfer SV trotz des Punktgewinns ein fader Beigeschmack.

Für Heikendorfs Trainer Mark Hungerecker war das Unentschieden deshalb keineswegs ein Grund zur großen Freude. „Wir nehmen einen Punkt mit aus Kropp, am Ende ein gerechtes Ergebnis“, bilanzierte der Coach, schob aber direkt hinterher: „Trotzdem sind wir, glaube ich, relativ unzufrieden mit der Art und Weise, wie wir heute aufgetreten sind.“

Tim Mordhorst trifft früh zur HSV-Führung

Der Heikendorfer SV erwischte einen Traumstart. Gerade einmal drei Minuten waren gespielt, als Tim Mordhorst die Gäste mit einem abgefälschten Schuss aus rund 20 Metern mit 1:0 in Führung brachte. Der Treffer gab dem Aufsteiger allerdings nicht die gewünschte Sicherheit. Kropp kam anschließend besser in die Partie und erspielte sich erste Möglichkeiten. Unter anderem musste Heikendorf einen Lattentreffer nach einem Freistoß überstehen.

Dennoch blieb der HSV gefährlich und legte nach einer halben Stunde nach. Yannick Meenken wurde im Strafraum zu Fall gebracht, den fälligen Strafstoß verwandelte Jack Palm in der 32. Minute sicher zum 2:0.

Jack Palm (re., Heikendorfer SV) hätte nach seinem Elfmeter zum 3-0 nachlegen können. © 2026 Ismail Yesilyurt
Jack Palm (re., Heikendorfer SV) hätte nach seinem Elfmeter zum 3-0 nachlegen können. © 2026 Ismail Yesilyurt

Anschließend hätte Heikendorf sogar für eine Vorentscheidung sorgen können. Jack Palm vergab eine hundertprozentige Möglichkeit, auch Meenken und Lukas Deutschbein hatten weitere Chancen. „Mit 3:0 wäre dann der Deckel drauf gewesen“, ärgerte sich Hungerecker im Rückblick schon ein bisschen.

Kropp verschläft die erste Halbzeit

Aus Sicht der Gastgeber war der erste Durchgang dagegen enttäuschend. „Wir haben die erste Halbzeit komplett verschlafen“, stellte Kropps Trainer Julian Schröder fest. Seine Mannschaft sei in den Zweikämpfen immer einen Schritt zu spät gewesen.

Das 0:2 zur Pause war für Schröder deshalb die logische Konsequenz. Gleichzeitig wusste der Kropp-Coach, dass seine Mannschaft nach dem Seitenwechsel ein anderes Gesicht zeigen musste: „Wir haben dann ein bisschen umgestellt“, erklärte Schröder. Mit Erick Ewers und den in dieser Saison zum Stürmer umgeschulten Keeper Leve Krackert kamen zwei neue Spieler, die für mehr Körperlichkeit im Angriff sorgen sollten – die Maßnahme zeigte Wirkung.

Florian Legrum bringt Kropp zurück

Kropp übernahm nach dem Seitenwechsel zunehmend die Kontrolle und gewann deutlich mehr Zweikämpfe. Auch beim Ballbesitz lagen die Hausherren nun klar besser. In der 62. Minute wurde die Aufholjagd belohnt. Florian Legrum erzielte den Anschlusstreffer zum 1:2 und brachte damit wieder Spannung in die Partie.

Heikendorf verlor dagegen immer mehr den Zugriff. Trainer Hungerecker sprach nach dem Spiel ungewöhnlich deutlich von einem Leistungsabfall: „Wir haben dann leider in der zweiten Halbzeit das Fußballspielen komplett eingestellt.“ Der Aufsteiger kam offensiv kaum noch zu Möglichkeiten und schaffte es nicht mehr, den Ball über längere Phasen in den eigenen Reihen zu halten.

Mads Tolk rettet Kropp einen Punkt

Kropp erhöhte den Druck und wurde schließlich belohnt. In der 83. Minute schlug Mads Tolk nach einer Ecke zu und erzielte den 2:2-Ausgleich. Damit war die Partie endgültig wieder offen. Die Gastgeber hatten in der Schlussphase sogar noch die Möglichkeit, das Spiel komplett zu drehen. Der entscheidende dritte Treffer fiel jedoch nicht mehr.

„Unterm Strich muss man sagen, dass es ein gerechtes Unentschieden ist“, resümierte Schröder. Nach dem 0:2-Rückstand könne seine Mannschaft mit dem Punkt durchaus leben.

Hungerecker hadert mit verschenkter Führung

Beim Heikendorfer SV überwog dagegen die Enttäuschung über die verpasste Chance. Der Aufsteiger hatte nach 45 Minuten eigentlich alles in der Hand, ließ die Partie aber durch einen schwachen zweiten Durchgang wieder aus der Hand gleiten. Besonders bitter: Das 2:2 fiel nach einer Ecke, die Hungerecker als unnötig bezeichnete. „Hätten auch gut und gerne drei sein können, aber da müssen wir uns selber an die Nase fassen“, sagte der Heikendorfer Trainer.

Trotzdem wollte der 44-Jährige nicht nur das Negative sehen. Der Aufsteiger ist inzwischen seit vier Spielen ungeschlagen. „Wir ziehen das Positive draus. Sind in vier Spielen in Folge ungeschlagen“, betonte Hungerecker. Viel Zeit zum Ärgern bleibt ohnehin nicht. Im nächsten Spiel wartet mit dem TSV Klausdorf ein Derby. Dafür kündigte der Trainer bereits eine Reaktion an: „Nächste Woche gegen Klausdorf im Derby werden wir mit Sicherheit ein anderes Gesicht zeigen.“

Schröder zufrieden mit der Reaktion

Beim TSV Kropp war die Stimmung nach der Aufholjagd entsprechend besser. Nach einer schwachen ersten Halbzeit zeigte die Mannschaft nach der Pause Moral und verdiente sich mit einer deutlichen Leistungssteigerung den Punkt.

„Wir hatten dann mehr von der zweiten Halbzeit, mehr Ballbesitz, mehr bessere Zweikämpfe“, erklärte Schröder. Am Ende hätte Kropp sogar noch den Siegtreffer erzielen können. Für Schröder sei nach dem Spielverlauf das 2:2 „wirklich verdient“.

Stimmen zum Spiel

Mark Hungerecker (Trainer Heikendorfer SV)
Julian Schröder (Trainer TSV Kropp)
  • TSV Kropp: Simon Manthei – Bjarne Kuhn (54. Elias Jundi), Tjorven Lamp, Lars Brand (42. Linus Kunze), Linus-Maxim Weinert – Cedric Flor, Florian Legrum, Kevin Hentzsch, Luca Störmer (46. Leve Krackert) – Daniel Wasielewski (46. Erick Ewers), Mads Tolk (90. +1 Rouj Al Fattah),
  • Trainer: Julian Schröder
  • Heikendorfer SV: Maximilian Müller – Michel Feldkamp (63. Tim Markwardt), Nico Heinrich, Kalvi Rumohr, Linus Mordhorst – Oliver Schmeling (75. Bo Bauer) – Yannick Meenken, Timo Martens, Tim Mordhorst (63. Ronny Palm), Jack Palm (79. Julius von Ketelhodt) – Lukas Deutschbein
  • Trainer: Mark Hungerecker
  • Schiedsrichter: Mirka Derlin (TSV Dahme)
  • Assistenten: Jannis Rolf Haack, Marvin Schreiber
  • Zuschauer: lag nicht vor
  • Tore: 0:1 Tim Mordhorst (3.), 0:2 Jack Palm (32. Strafstoß), 1:2 Florian Legrum (62.), 2:2 Mads Tolk (83.)

Tabelle

Landesliga Schleswig
Platz Mannschaft Sp. G U V Tore Diff. Pkt.
1. (1) TSV Kronshagen 7610 23:71619
2. (2) Inter Türkspor Kiel (A) 7511 28:62216
3. (3) TSV Klausdorf 7430 14:8615
4. (↑ 5) SC Weiche Flensburg 08 II 7403 20:15512
5. (↑ 7) SSG Rot-Schwarz Kiel 7403 12:10212
6. (↓ 4) TuS Nortorf (N) 7403 13:12112
7. (↑ 8) SV Frisia 03 Risum-Lindholm 7322 19:17211
8. (↓ 6) Husumer SV (N) 7232 16:18-29
9. (↑ 11) Heikendorfer SV (N) 7223 11:17-68
10. (10) TSV Friedrichsberg-Busdorf 6213 6:10-47
11. (↓ 9) SV Dörpum 7214 9:14-57
12. (12) SpVg Eidertal Molfsee 7205 11:14-36
13. (13) TSV Rantrum 6123 14:16-25
14. (14) TSV Kropp 6123 6:15-95
15. (15) TSV Heiligenstedten (N) 7115 10:25-154
16. (16) TSV Hattstedt 6033 10:18-83

ähnliche Artikel

Consent Management Platform von Real Cookie Banner