Laurynas Kulikas (TSV Kronshagen), Neuzugang von Holstein Kiel II, ist in bestechender Form. © 2026 Ismail Yesilyurt
Der TSV Kronshagen hat seine beeindruckende Form in der Landesliga Schleswig eindrucksvoll bestätigt. Gegen den zuletzt formstarken Aufsteiger Husumer SV setzte sich die Mannschaft von Trainer Coskun Yamak mit 7:3 (5:1) durch und verteidigte damit die Tabellenführung.
Vor rund 60 Zuschauern auf dem Kronshagener Kunstrasen zog der TSV im ersten Spielabschnitt den Gästen mit schnellem Kombinationsfußball nahezu den Boden unter den Füßen weg. Die Partie hätte für Husum zwar eine andere Wendung nehmen können, als Leven Jensen nach einem langen Ball frei vor dem Tor auftauchte, das Leder jedoch knapp am Kasten vorbeilegte. Doch danach überrollte der Tabellenführer die Gäste förmlich. Angeführt von einem glänzend aufgelegten Offensivquartett spielte Kronshagen wie aus einem Guss und spielte den gegner schwindelig.
Kulikas eröffnet Kronshagener Torfestival
Husum war mit viel Selbstvertrauent nach Kronshagen gereist. Der Aufsteiger hatte zuletzt gepunktet und unter anderem Meisterschaftsfavorit Inter Türkspor Kiel mit 4:3 bezwungen. Doch der TSV erwischte einen Start nach Maß.
Laurynas Kulikas brachte die Gastgeber nach zwölf Minuten in Führung und legte nur sieben Minuten später nach. Mit seinem zweiten Treffer stellte der Offensivspieler bereits früh auf 2:0. Kronshagen kombinierte sich immer wieder mit wenigen Kontakten durch die Husumer Defensive und fand regelmäßig Räume hinter der letzten Kette.

„Kronshagen war heute wirklich richtig gut aufgelegt“, musste Husums Trainer Michael Schmidt anerkennen. Besonders das Spiel über Kulikas bereitete seiner Mannschaft große Probleme. „Kulikas haben wir gar nicht in den Griff bekommen.“
Die Gäste fanden kaum Mittel gegen die variablen Angriffe der Hausherren. Nach 23 Minuten erhöhte Malte Andres auf 3:0, ehe der Kronshagener erneut zuschlug und in der 34. Minute das 4:0 erzielte.
Husum findet kurzzeitig eine Antwort
Daouda Soumah verkürzte nach einem Fehler im Spielaufbau der Hausherren auf 1:4 (37.), doch die Hoffnung auf eine Aufholjagd währte allerdings nur wenige Minuten. Justus Schröder stellte in der 40. Minute den alten Abstand wieder her. Mit dem 5:1 ging es in die Halbzeitpause.
Trainer Coskun Yamak war mit dem Auftritt seiner Mannschaft hochzufrieden: „Vor allem in der ersten Halbzeit haben wir die Schwachstellen des Gegners gut ausgenutzt.“ Seine Mannschaft habe sogar noch mehr Tore erzielen können, wenn sie ihre Chancen konsequenter verwertet hätte.
„Tiki-Taka fast schon gespielt“
Besonders angetan war Yamak vom Zusammenspiel seiner vier Offensivspieler Laurynas Kulikas, Justus Schröder, Malte Andres und Milo Sankowski.

„Die haben heute vorne, ja, Tiki-Taka fast schon gespielt“, sagte der Kronshagener Coach. Mit ein oder zwei Kontakten sei es immer wieder gelungen, die gegnerische Kette auseinanderzuspielen. „Wir kamen dann auch zu mega vielen Chancen, wo wir dann halt nur sieben genutzt haben.“
Dass diese Spielfreude derzeit besonders ausgeprägt ist, freut den Trainer. „In der letzten Zeit macht das sehr, sehr viel Spaß mit den Jungs“, erklärte Yamak.
Kronshagen lässt nach der Pause etwas nach
Yamak wechselte zur Pause gleich dreimal und gab damit Akteuren von der Bank Spielpraxis. Der Spielfluss litt darunter zunächst etwas. Zumal der Husumer SV seine Taktik angepasst hatte und trotz des klaren Rückstandes die junge Husumer Mannschaft Moral bewies.
Trotzdem dauerte es nicht lange bis zum nächsten Treffer. Kulikas machte in der 55. Minute seinen dritten Treffer des Nachmittags und erhöhte mit seinem 9. Saisongoal auf 6:1. Danach bekam Husum deutlich mehr Zugriff auf das Spiel. Die Gäste nutzten die nachlassende Intensität der Gastgeber und kamen immer wieder vor das Kronshagener Tor.
„Der Fluss war bisschen raus“, räumte Yamak ein. Zwischenzeitlich habe seine Mannschaft 10 bis 15 Minuten „gar keinen Zugriff mehr auf den Gegner“ gehabt.
Soumah sorgt mit Dreierpack für Ergebniskosmetik
In der Schlussphase wurde die Partie schließlich doch noch zu einem Torfestival auf beiden Seiten. In der 71. Minute landete der Ball nach einem Husumer Abwehrversuch zum 7:1 im eigenen Tor. Der Husumer SV gab sich dennoch nicht geschlagen. Soumah verkürzte in der 76. Minute mit Saisontor Nummer 11 auf 2:7 und legte nur drei Minuten später seinen dritten Treffer des Tages zum 3:7 nach.
Schmidt war trotz der klaren Niederlage mit der Reaktion seiner Mannschaft nach der Pause zufrieden. „Wir haben in der zweiten Halbzeit eine Reaktion gezeigt“, betonte der Husumer Trainer. Der aufgrund der zweiten Halbzeit von einem möglichen 5:7 sprach. Nach der katastrophalen ersten Hälfte habe sein junges Team nicht aufgegeben und bis zum Ende konzentriert gespielt. „Dafür sind wir einfach ein junges Team, was immer mal wieder Fehler machen wird. Aber wir werden die richtigen Schlüsse daraus ziehen.“
Schmidt: „Das war das Stärkste, was ich dieses Jahr gesehen habe“
Am Ende musste der Husumer Coach die Qualität des Gegners neidlos anerkennen. „Das war das Stärkste, was ich zumindest dieses Jahr gesehen hab bei unseren Gegnern“, sagte Schmidt über den TSV Kronshagen. Vor allem die Geschwindigkeit und Variabilität im Angriff beeindruckten ihn. Kronshagen habe immer wieder Bälle in die Tiefe gespielt, gleichzeitig aber auch über die Außenbahnen für Gefahr gesorgt.
Trotz der Niederlage blickt Schmidt deshalb optimistisch nach vorne. Besonders im Rückspiel erhofft sich der Trainer bessere Voraussetzungen, wenn der eigene Kunstrasenplatz im kommenden Monat fertiggestellt wird.
Kronshagen bleibt ungeschlagen an der Spitze
Für den TSV Kronshagen war der deutliche Erfolg dagegen ein weiterer Schritt in die richtige Richtung. Coskun Yamak hatte schon vor wenigen Wochen gesagt, dass es mit dem starken Neuzugängen nur eine Zielsetzung gibt: eine bessere Platzierung als der 10. Platz aus der Vorsaison. Ein Understatement aufgrund der aktuellen Lage und Form der Randkieler. Die Mannschaft bleibt an der Tabellenspitze und unterstreicht mit ihrem offensiven Fußball ihre Ambitionen.
Yamak will sich trotz der starken Entwicklung nicht zurücklehnen. „Wir geben unser Bestes, um weiterhin ungeschlagen und an der Tabellenspitze zu bleiben“, kündigte der Trainer mit Blick auf die kommende körperbetonte Aufgabe beim TSV Rantrum an.
Der Aufsteiger aus Husum bekommt es als Nächstes mit Weiche Flensburg II zu tun. Auch ein junges Team, dass spieltechnisch zu den Topvereinen gehört. Dort soll vor allem die Lehre aus dem ersten Durchgang in Kronshagen helfen, die nächste schwierige Aufgabe erfolgreicher zu gestalten.
Stimmen zum Spiel
- TSV Kronshagen: Paul Frech – Julius Siebenhüner, Teyi Lawson-Body (46. Peeke Schmitz), Sebastian Hencke, Malte Kallenbach, Abbas Sharba (46. Lucas Sylla) – Thorge Jess, Justus Schröder (62. Rune Möller), Milo Sankowski (69. Mohamad Abdula) – Laurynas Kulikas, Malte Andres (46. Julius Kolbe)
- Trainer: Coskun Yamak
- Husumer SV: Bennit Rohloff – Flemming Westensee (76. Islam Baouche), Tjerk Hansen, Hawas Hasan (28. Mustaf Emrulahu), Raghib Hasan – Hannes Backsen, Johan Siebels, Nik Böckmann (46. Carl Clausen) – Leven Jensen, Daouda Soumah, Kim-Marvin Martensen (46. Lasse Hintze)
- Trainer: Michael Schmidt
- Schiedsrichter: Jannik-Alexander Schapals (TSV Schönberg)
- Assistenten: Lars Polomski, Thorsten Otto
- Zuschauer: 60
- Tore: 1:0 Laurynas Kulikas (12.), 2:0 Laurynas Kulikas (19.), 3:0 Malte Andres (23.), 4:0 Malte Andres (34.), 4:1 Daouda Soumah (37.), 5:1 Justus Schröder (40.), 6:1 Laurynas Kulikas (55.), 7:1 Carl Clausen (71. Eigentor), 7:2 Daouda Soumah (76.), 7:3 Daouda Soumah (79.)
Tabelle
| Platz | Mannschaft | Sp. | G | U | V | Tore | Diff. | Pkt. |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 1. (1) | TSV Kronshagen | 7 | 6 | 1 | 0 | 23:7 | 16 | 19 |
| 2. (2) | Inter Türkspor Kiel (A) | 7 | 5 | 1 | 1 | 28:6 | 22 | 16 |
| 3. (3) | TSV Klausdorf | 7 | 4 | 3 | 0 | 14:8 | 6 | 15 |
| 4. (↑ 5) | SC Weiche Flensburg 08 II | 7 | 4 | 0 | 3 | 20:15 | 5 | 12 |
| 5. (↑ 7) | SSG Rot-Schwarz Kiel | 7 | 4 | 0 | 3 | 12:10 | 2 | 12 |
| 6. (↓ 4) | TuS Nortorf (N) | 7 | 4 | 0 | 3 | 13:12 | 1 | 12 |
| 7. (↑ 8) | SV Frisia 03 Risum-Lindholm | 7 | 3 | 2 | 2 | 19:17 | 2 | 11 |
| 8. (↓ 6) | Husumer SV (N) | 7 | 2 | 3 | 2 | 16:18 | -2 | 9 |
| 9. (↑ 11) | Heikendorfer SV (N) | 7 | 2 | 2 | 3 | 11:17 | -6 | 8 |
| 10. (10) | TSV Friedrichsberg-Busdorf | 6 | 2 | 1 | 3 | 6:10 | -4 | 7 |
| 11. (↓ 9) | SV Dörpum | 7 | 2 | 1 | 4 | 9:14 | -5 | 7 |
| 12. (12) | SpVg Eidertal Molfsee | 7 | 2 | 0 | 5 | 11:14 | -3 | 6 |
| 13. (13) | TSV Rantrum | 6 | 1 | 2 | 3 | 14:16 | -2 | 5 |
| 14. (14) | TSV Kropp | 6 | 1 | 2 | 3 | 6:15 | -9 | 5 |
| 15. (15) | TSV Heiligenstedten (N) | 7 | 1 | 1 | 5 | 10:25 | -15 | 4 |
| 16. (16) | TSV Hattstedt | 6 | 0 | 3 | 3 | 10:18 | -8 | 3 |
