TSV Klausdorf beißt sich oben fest: 3:2 im Flutlicht-Topspiel gegen den TuS Nortorf

von Ismail Yesilyurt

Nils Adjamgba (TSV Klausdorf) hat hier Mika Jöhnck (TuS Nortorf) „gut im Griff“. © 2026 Ismail Yesilyurt

Der TSV Klausdorf festigt seine Position im Top-Bereich der Landesliga Schleswig. Am späten Freitagabend besiegte die Mannschaft von Cheftrainer Dennis Trociewicz den punktgleichen Konkurrenten TuS Nortorf in einer intensiv geführten und umkämpften Partie mit 3:2 (2:1). Mit diesem wichtigen Dreier beendete der Tabellendritte seine kleine Remis-Serie mit zuletzt drei Punkteteilungen in Folge gegen Mannschaften aus Nordfriesland und springt vorerst auf den zweiten Tabellenplatz. Damit bleiben die Klausdorfer am 7. Spieltag neben Spitzenreiter TSV Kronshagen weiterhin ungeschlagen.

Nortorf startet gut – Klausdorf macht das 1:0

Vor 75 Zuschauern entwickelte sich von Beginn an ein intensives Flutlichtspiel. Die Hausherren agierten taktisch diszipliniert. Die Gäste aus Nortorf, auf Platz vier in der Tabelle positioniert, starteten gut in die Begegnung. Man konnte sehen, dass gutes Potenzial im Nortorfer Team steckt. Doch das Tor erzielen die Gastgeber, die die offensive TuS-Wucht weitgehend aus dem Spiel nehmen konnten.

Es gibt zwei drei Situationen, wo die Gäste nicht energisch genug sind und der Zug zum Tor fehlt. Die gute TSV-Defensive um starken Lukas Göttsch ist stets einen Tick schneller.

In der 15. Minute gelang Stian-Petter Waschko für die Platzherren der erste Treffer der Partie. Auf der linken Seite setzte sich Phil Baumgarn gut durch. Seine Flanke von links rutscht aufsetzend im Box-Zentrum rechts zu Leon Mordhorst durch. Der Abschluss von Mordhorst kann doch abgewehrt werden. Doch der Ball kommt schließlich zu Waschko, der aus dem Torraum zum 1:0 einschießt.

Phil Baumgarn (re., TSV Klausdorf), im Kopfballduell mit Jarmo Schmidt (TuS Nortorf), bereitete das 1-0 vor. © 2026 Ismail Yesilyurt
Phil Baumgarn (re., TSV Klausdorf), im Kopfballduell mit Jarmo Schmidt (TuS Nortorf), bereitete das 1-0 vor. © 2026 Ismail Yesilyurt

„Hatten in unserer besten Phase eigentlich, ja, die Chancen durch Waschko und Mordhaus und Gashi auf 2:0 . Kriegen da dann aus dem Nichts, aus der Ecke den Ausgleich. Hat der Gegentreffer schon Wirkung gezeigt. Bis zur Pause war es dann recht ausgeglichen“, fasste Dennis Trociewicz die erste Hälfte zusammen.

Lasse Böttcher hat das Näschen im Torraum-Tanz

Den Klausdorfer gibt diese Führung mehr Kontrolle über das Spiel. Doch nun schlagen die Gäste zurück. Nach einem Eckball von rechts gibt es im Klausdorfer Torraum ein Hauen und Stechen um den Ball. Goalgetter Lasse Böttcher kann im Tohuwabohu den Ball dann ins Netz zum 1:1 befördern. Nortorfs Trainer Jan-Niklas Bräunling analysierte nach der Partie kritisch:

„Wir wussten, dass wir hier eine sehr, sehr gute Leistung brauchen, weil sie halt extrem erfahren sind, schon lange in der Liga dabei sind. Und dann hat man, glaube ich, auch den Unterschied gesehen, dass sie Geschenke annehmen und die dann halt auch sofort bestrafen. Das wussten wir eigentlich vorher. Umso bitterer ist es dann, dass wir ja Minimum eins, wenn nicht sogar eher das 1:0 ist in meinen Augen auch ein Geschenk. Man muss sagen, das 1:1 ist natürlich auch so ein Pingpong-Tor“, erinnerte sich TuS-Cheftrainer Jan-Niklas Bräunling an das 1:1.

Driton Gashi spekuliert großartig zum ersten Saisontor

Kurz vor der Pause gab es dann ein richtiges Gastgeschenk der Nortorfer. Ein Einwurf von Tristan Hoppe zum eigenen Torwart Chris Kröhnert wird zu perfekten Vorlage vom erfahrenen Klausdorfer Goalgetter Driton Gashi, der dieses Situation antizipiert hatte.

Driton Gashi (TSV Klausdorf) leitet einen Angriff ein. © 2026 Ismail Yesilyurt
Driton Gashi (TSV Klausdorf) leitet einen Angriff ein. © 2026 Ismail Yesilyurt

Das 2:1, zugleich auch erstes Gashi-Tor in dieser Saison, stellt auch den Pausenstand dar.

„Ich glaube, 2:1 ist dann schon, ja, Knackpunkt will ich nicht sagen. Ist noch genügend Zeit, aber das macht dann schon was mit einem und ich glaube, vorher waren wir super in der Partie drin bis zum 2:1 dann“, antwortete Bräunling auf die Frage nach dem 1:2-Rückstand.

Mordhorst mit schönem Treffer

Die an Torchancen arme Partie geht auch nach der Pause weiter. In einer ausgeglichenen Partie auf Augenhöhe sorgen die Freistöße der Klausdorfer für Spannung, da Leon Mordhorst damit schon recht erfolgreich war. Dem sechsten Saisontreffer des jungen Klausdorfers geht dieses Mal jedoch eine gute Einzelaktion von Gashi voraus. Gashi legt vor dem Strafraum quer und Mordhorst zirkelt den Ball rechts oben in den Torwinkel – Supertor.

In der Schlussphase wurde es jedoch noch einmal turbulent. Nach einer umstrittenen roten Karte wegen Handspiels als letzter Mann, obwohl noch flankiert von eigenen Mitspielern, mussten die Gastgeber die Begegnung in Unterzahl bestreiten.

„Ja, dann gab es eine doch recht spezielle rote Karte wegen Handspiel im Mittelfeld, angeblich als letzter Mann. Und durch die Unterzahl sind wir dann bisschen mehr in den tiefen Block reingerutscht. Haben aber weiterhin Nortorf eigentlich ganz gut auf die Außen gekriegt, sodass deren Spiel weiter relativ eindimensional geblieben ist“, wusste Trociewicz, warum die drückenden Gäste erst spät zum Anschlusstreffer kamen.

Kjell Martin wurde auf der linken Seite schön freigespielt und schob am Torwart vorbei in der dritten Minute der Nachspielzeit zum 2:3 ein.

Leon Mordhorst (TSV Klausdorf) flachgelegt gleich von Jarmo Schmidt (TuS Nortorf). © 2026 Ismail Yesilyurt
Leon Mordhorst (TSV Klausdorf) flachgelegt gleich von Jarmo Schmidt (TuS Nortorf). © 2026 Ismail Yesilyurt

Trociewicz atmete nach Abpfiff tief durch: „Als dann natürlich wie immer in der letzten Minute noch in den sieben Minuten Nachspielzeit noch einer durchrutscht zum 3:2, ging natürlich bei uns so ein bisschen die Angst um, weil wir das ja gerade erst vor vierzehn Tagen hatten. Aber das haben wir dann gestern auch in Unterzahl ganz gut wegverteidigt und sind jetzt erst mal zufrieden mit dem Sieg.“

Der TSV Klausdorf ist sehr effektiv im Abschluss. Unterstützt von einer sehr konzentrierten Defensivleistung reicht es zum Sieg aus. Auch verdient, aufgrund der der Nuancen, die für die Gastgeber sprachen.

Stimmen zu Spiel

Jan-Niklas Bräunling (Trainer TuS Nortorf)
Dennis Trociewicz (Trainer TSV Klausdorf)
  • TSV Klausdorf: Johannes Marxen – Nils Adjamgba (89. Linus Knöfel), Lukas Göttsch, Jonathan Beeck, Kevin Link (79. Michael Duncan-Williams) – Tim Hartlep (72. Paul Battermann), Lennart Bossen, Stian-Petter Waschko, Leon Mordhorst (84. Arda Ekti) – Driton Gashi (85. Finn Schwee), Phil Baumgarn
  • Trainer: Dennis Trociewicz
  • TuS Nortorf: Chris Kröhnert – Jarmo Schmidt, Niklas Boysen, Luca Groth, Finn Spalding, Mats Behrens (76. Kjell Martin), Mika Jöhnck, Jannik Klein (59. Oskar Michel), Tristan Hoppe (81. Marvin Kaul) – Alexander Gerst, Lasse Böttcher
  • Trainer: Jan-Niclas Bräunling
  • Schiedsrichter: Philip Zeich (SV Henstedt-Ulzburg)
  • Assistenten: Philipp Eilers, Martin Bläsing
  • Zuschauer: 75
  • Tore: 1:0 Stian-Petter Waschko (15.), 1:1 Lasse Böttcher (33.), 2:1 Driton Gashi (42.), 3:1 Leon Mordhorst (60.), 3:2 Kjell Martin (90. +3)

Tabelle

Landesliga Schleswig
Platz Mannschaft Sp. G U V Tore Diff. Pkt.
1. (1) TSV Kronshagen 7610 23:71619
2. (↑ 3) TSV Klausdorf 7430 14:8615
3. (↓ 2) Inter Türkspor Kiel (A) 6411 25:61913
4. (↑ 5) SC Weiche Flensburg 08 II 7403 20:15512
5. (↑ 7) SSG Rot-Schwarz Kiel 7403 12:10212
6. (↓ 4) TuS Nortorf (N) 7403 13:12112
7. (↑ 8) SV Frisia 03 Risum-Lindholm 7322 19:17211
8. (↓ 6) Husumer SV (N) 7232 16:18-29
9. (↑ 11) Heikendorfer SV (N) 7223 11:17-68
10. (↓ 9) SV Dörpum 6213 9:11-27
11. (↓ 10) TSV Friedrichsberg-Busdorf 6213 6:10-47
12. (12) SpVg Eidertal Molfsee 7205 11:14-36
13. (13) TSV Rantrum 6123 14:16-25
14. (14) TSV Kropp 6123 6:15-95
15. (15) TSV Heiligenstedten (N) 7115 10:25-154
16. (16) TSV Hattstedt 6033 10:18-83

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