Nach dem 1. Saisontor von Tim Hartlep in der 86. zum 4:2 muss für Klausdorf dorch die Sache geritzt sein! © 2025 Ismail Yesilyurt
In einer an Dramatik kaum zu überbietenden Landesliga-Partie haben sich der TSV Klausdorf und der SV Frisia 03 Risum-Lindholm mit einem spektakulären 4:4 (2:2) getrennt. Vor 44 Zuschauern bot das Duell ein echtes Fehlerfestival, zahlreiche Standardsituationen und eine Schlussphase, die an Spannung nicht zu überbieten war. Während sich die Gäste für eine herausragende Moral spät belohnten, herrschte bei den Gastgebern nach verschenkter Führung großer Frust.
Frisia erwischt Traumstart – Klausdorf schlägt per Standard zurück
Die Gäste aus Risum-Lindholm fanden hervorragend in die Begegnung, standen defensiv lange kompakt und setzten offensive Nadelstiche. Nach einem Foul an Renz Rapräeger zirkelte Jawad Shams den fälligen Freistoß in der 6. Minute sehenswert zur 1:0-Führung in den Winkel. Wenig später profitierte Frisia von einem folgenschweren Rückpass: Rapräeger spritzte dazwischen, umkurvte den Torwart und erzwang durch einen unglücklichen Klärungsversuch von Lukas Göttsch das 0:2 (28.).
Mit zunehmender Spieldauer verlor Frisia jedoch etwas die Kontrolle, was die Hausherren eiskalt bestraften. Leon Mordhorst verkürzte per direktem Freistoß auf 1:2 (37.), ehe kurz vor der Pause Phil Baumgarn nach einem Eckball den 2:2-Ausgleich besorgte (43.).
Frisia-Spieler Marvin Bruhn fasste diesen ersten Aspekt nach Abpfiff kritisch zusammen:
„Das war heute ein echtes Fehlerspiel auf beiden Seiten. Dass wir hier drei Gegentore nach Standardsituationen fressen, ist extrem ärgerlich, weil wir es aus dem Spiel heraus eigentlich sehr ordentlich verteidigt haben.“
Klausdorf zieht nach der Pause davon
Der zweite Durchgang begann denkbar ungünstig für die Gäste: Nach einer weiteren Ecke köpfte Hime Hakaj die Hausherren in der 56. Minute mit 3:2 in Führung.

Klausdorf verpasste es in der Folge mehrfach, den Sack zuzumachen. So vergab Driton Gashi in der 67. Minute einen Foulelfmeter (Pfosten), und auch weitere Hochkaräter von Gashi, Schwee und Hartlep blieben ungenutzt.
TSV-Coach Dennis Trociewicz blickte trotz des Chancenwucher positiv auf diese Phase zurück:
„Positiv war natürlich, dass wir nach unserem schwachen Start, wo wir dann auch, ja zu Recht, erst mal hinten lagen mit 0:2, uns ins Spiel zurückgekämpft haben
Kurz vor dem Ende schien die Partie dann aber entschieden: Nach einem zu kurzen Rückpass spritzte Tim Hartlep dazwischen und schob zum vermeintlich vorentscheidenden 4:2 für Klausdorf ein (86.).
Späte Frisia-Sternstunde in der Nachspielzeit
Frisia warf in den Schlussminuten alles nach vorne – mit Erfolg. In der 91. Minute verkürzte der eingewechselte Lennox Sodemekou auf 3:4. Doch damit nicht genug: In der 93. Minute konnte Klausdorf erneut nicht klären, und Yannik Schwerdtfeger hämmerte das Leder trocken zum umjubelten 4:4-Endstand ins lange Eck.
Klausdorfs Trainer Dennis Trociewicz rang nach Abpfiff mit den Worten und fasste den Verlauf zusammen:
„Ja, das 4:4gestern gegen Frisia ist natürlich für uns wie eine Niederlage. Nachdem wir dann kurz vor Ende noch mit 4:2 geführt haben, hat Frisia halt gute Moral gezeigt und sind am Ende noch zwei Dinger durchgerutscht. Darf uns natürlich niemals passieren.“
Trociewicz haderte vor allem mit der Chancenverwertung:
„Haben dann gedacht, wir haben es zugemacht kurz vor Ende und haben dann hinten raus zweimal gepennt und uns ziemlich dusselig angestellt, so dass Frisia brutal effektiv gewesen ist an dem Tag und ja, dann einen Punkt mitgenommen hat.“
Aufseiten der Gäste überwog der Stolz, wie Frisia-Kapitän Marvin Bruhn unterstrich:
„Dass die Mannschaft nach dem 2:4 in der Schlussphase nicht aufsteckt und in der Nachspielzeit noch zwei Dinger macht, ist ein überragender Punkt für die Moral. Einziger Wermutstropfen ist die Verletzung am Sprunggelenk von Torge Sönnichsen, da hoffe ich, dass sich der erste Verdacht nicht bestätigt.“
Stimme zum Spiel
- TSV Klausdorf: Christian Gutsmann – Stian Waschko, Mohammed Mahmud (76. Nils Adjamgba), Lukas Göttsch, Daniel Grossmann – Leon Mordhorst, Linus Knöfel (60. Tim Hartlep), Finn Schwee (72. Hime Hakaj, Driton Gashi (87. Momme Preuß), Phil Baumgarn (66. Michael Duncan-Williams)
- Trainer: Dennis Trociewicz
- SV Frisia 03 Risum-Lindholm: Jan Luca Stauch – Malte Bethke, Eduard Klemmer, Jannik Danielsen – Tobias Pause (67. Yannik Schwerdtfeger), Morten Höfer (76. Lennox Sodemekou), Jesse Traber, Marvin Bruhn, Torge Sönnichsen (40. Justin Paulsen) – Jawad Shams, Renz Rapräeger
- Trainer: Uwe Petersen
- Schiedsrichter: Mirka Derlin (TSV Dahme)
- Assistenten: Jannis Haack, Mara-Sophia Bönig
- Zuschauer: 44
- Bes. Vorkommn.: Driton Gashi (67., Klausdorf) verschießt Elfmeter.
- Tore: 0:1 Jawad Shams (6.), 0:2 Renz Rapräeger (28.), 1:2 Leon Mordhorst (37.), 2:2 Phil Baumgarn (43.), 3:2 Hime Hakaj (56.), 4:2 Tim Hartlep (86.), 4:3 Lennox Sodemekou (90.+1.), 4:4 Yannik Schwerdtfeger (90.+3)
Tabelle Landesliga Schleswig – 5. Spieltag
| Platz | Mannschaft | Sp | G | U | V | Tore | Diff | Pkt |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 1. (↑ 2) | TSV Kronshagen | 5 | 4 | 1 | 0 | 13:3 | 10 | 13 |
| 2. (↑ 3) | TSV Klausdorf | 5 | 3 | 2 | 0 | 10:5 | 5 | 11 |
| 3. (↓ 1) | Inter Türkspor Kiel | 5 | 3 | 1 | 1 | 23:6 | 17 | 10 |
| 4. (4) | SC Weiche Flensburg 08 II | 5 | 3 | 0 | 2 | 16:10 | 6 | 9 |
| 5. (5) | TuS Nortorf | 5 | 3 | 0 | 2 | 8:9 | -1 | 9 |
| 6. (6) | SV Frisia 03 Risum-Lindholm | 5 | 2 | 2 | 1 | 13:13 | 0 | 8 |
| 7. (↑ 8) | SV Dörpum | 5 | 2 | 1 | 2 | 8:8 | 0 | 7 |
| 8. (↑ 10) | Husumer SV | 5 | 1 | 3 | 1 | 10:10 | 0 | 6 |
| 9. (↑ 12) | SSG Rot-Schwarz Kiel | 5 | 2 | 0 | 3 | 5:7 | -2 | 6 |
| 10. (↑ 13) | TSV Friedrichsberg-Busdorf | 4 | 2 | 0 | 2 | 4:6 | -2 | 6 |
| 11. (↓ 7) | TSV Rantrum | 5 | 1 | 2 | 2 | 11:9 | 2 | 5 |
| 12. (↑ 16) | Heikendorfer SV | 5 | 1 | 1 | 3 | 6:14 | -8 | 4 |
| 13. (↓ 9) | TSV Heiligenstedten | 5 | 1 | 1 | 3 | 6:18 | -12 | 4 |
| 14. (↓ 11) | SpVg Eidertal Molfsee | 5 | 1 | 0 | 4 | 4:7 | -3 | 3 |
| 15. (↓ 14) | TSV Kropp | 3 | 1 | 0 | 2 | 3:9 | -6 | 3 |
| 16. (↓ 15) | TSV Hattstedt | 4 | 0 | 2 | 2 | 8:14 | -6 | 2 |
