An die perfekt, druckvoll und mit viel Schnitt getretene Ecke von Marko Grbavac (Friedrichsberg) kommt ika Mohr (SpVg Eidertal Molfsee) nicht ran. © 2026 Ismail Yesilyurt
Ein insgesamt umkämpftes Landesliga-Duell vor 100 Zuschauern endete mit einem knappen, aber verdienten Erfolg für die Gäste. Der TSV Friedrichsberg-Busdorf bezwang die SpVg Eidertal Molfsee mit 2:1 (1:0) und tankt damit im Tabellenkeller enorm wichtiges Selbstbewusstsein. Während die Gäste vor allem durch Disziplin und enorme Laufbereitschaft überzeugten, haderten die Hausherren mit einer schwachen ersten Halbzeit und ungenutzten Torchancen nach der Pause.
Verdiente Führung durch schönes Grbavac-Tor
Die Partie begann ausgehend von Friedrichsberger Seite sehr intensiv. Den ersten echten Wirkungstreffer setzten auch die Gäste aus Friedrichsberg-Busdorf – und das auf sehenswerte und auch kuriose Art und Weise. In der 16. Minute zirkelte Marko Grbavac einen Eckball von rechts direkt auf das Tor, der Ball segelte unterstützt vom Wind ins lange Eck zum 0:1.

Molfsee versuchte zu antworten und hatte durch Joel Prempeh die große Chance zum Ausgleich. Der junge Offensivspieler setzte sich mit seiner Schnelligkeit auf der rechten Seite durch und schloss im Eins-gegen-eins mit Keeper Melvin Bolleininger mit einem Abschluss von der Torraumecke am langen Pfosten vorbei ab.
Eidertal ohne Biss
Dem Team von Heiko Dukats-Jadwizak fehlte es an der Durchschlagskraft, während die Elf von Dennis Usadel, genauso wie der Eidertaler Coach neu auf der Kommandobrücke, den besseren Gesamteindruck in Hälfte eins hinterließ.
Dukats-Jadwizak bemängelte während die Partie das fehlende Nachsetzen und das Besetzen der gefährlichen Zonen, wenn der Angriffsmodus ausgewählt wurde. So ging es mit der knappen Gästeführung in die Kabinen, weil die Hausherren laut ihrem Trainer im ersten Durchgang schlichtweg die nötige Präsenz vermissen ließen:
„Erste Halbzeit fand ich uns auch ein wenig, wie soll ich das sagen, lethargisch und nicht so im Modus, dass wir wirklich wollten. Da waren unsere Gegner uns echt voraus. Das haben wir in der Halbzeit besprochen und sind auch in der zweiten Halbzeit dann mit einer ganz, mit einem ganz anderen Willen und mit ganz einer ganz anderen Einstellung auf den Platz gekommen.“ “

Molfsees Anschluss kommt zu spät
Nach dem Seitenwechsel zeigte Molfsee ein anderes Gesicht, war aktiver und suchte den Ausgleich. Den hatte der zur Pause eingewechselte Lipfert auf dem Fuß, bei der Gäste-Schlussmann Melvin Bolleininger stark parierte. Doch mitten in diese Drangphase hinein schlugen die Gäste eiskalt zu. In der 64. Minute fasste sich Daniel Schubert ein Herz und hämmerte das Leder aus rund 20 Metern als wuchtigen Aufsetzer zum 0:2 in die Maschen.
TSV-Coach Dennis Usadel atmete auf: „Das war superwichtig. Das hatten wir in den letzten Wochen zuvor immer mal wieder liegen gelassen nach dem 1:0 und so haben wir jetzt nach dem 1:0 das 2:0 draufgelegt, was auch wichtig war fürs Spiel.“
Der Schleswiger Übungsleiter musste nach der verletzungsbedingten Auswechslung einer seiner Köpfe mit Tjark von Lanken etwas umstellen. Marko Grbavac, der ein sehr starkes Spiel machte und mit einer der Besten auf dem Platz war, übernahm die Innenverteidigerposition. Auf die Sechs rückte Luca Clausen.
Hektische Schlussphase mit zu wenig Nachspielzeit
In der Schlussphase wurde es auf dem Platz zunehmend hektisch. Beide Teams dezimierten sich nach Platzverweisen in der 80. und 81. Minute selbst. Kurz vor dem Ende wurde es für die Gäste dann noch einmal eng: Nach einem Fehler im Aufbauspiel schoss Molfsee in der 88. Minute durch Ben Lipfert zum 1:2 ein.

Die anschließende Schlussoffensive der Hausherren blieb jedoch unbelohnt. Molfsees Coach haderte vor allem mit der angesichts von Verletzungsunterbrechungen (alleine eine dauerte fünf Minuten) und Platzverweisen knapp bemessenen Nachspielzeit von nur vier Minuten:
„Das war schon ein bisschen grenzwertig für mich. Nicht, nicht spielentscheidend. Man weiß es nicht, ob es spielentscheidend ist, weil wir einfach am Drücker waren auch in der zweiten Halbzeit, weil wir einfach dann die Leidenschaft gezeigt haben, die nötig ist, um auch in der Landesliga zu bestehen.“
Am Ende zählte Dennis Usadel die Gründe für den hart erkämpften Dreier auf:
„Ich glaube, heute war so ein bisschen ausschlaggebend, dass meine Jungs wirklich eine hohe Laufbereitschaft an den Tag gelegt haben und unbedingt das Ding ziehen wollten heute und auf jeden Fall eine kompakte und geschlossene, kämpferische Mannschaftsleistung. Und ja, da freuen wir uns riesig drüber.“
Stimmen zum Spiel
- SpVgg Eidertal Molfsee: Fynn Mika Mohr – Jascha Puhlmann, Carlo Heun, Tom Braesch, Johannes Valentin Kristen (46. Luca René Schemborski) – Alexander Root (46. Hennes Karl Graefe) – Joel Prempeh, Enis Jashari, Nikita Podlipnikov (75. Russell Eyram Khadi), Makar Mynzu (46. Ben Moritz Lipfert) – Kristof Koop
- Trainer: Heiko Dukats-Jadwizak
- TSV Friedrichsberg-Busdorf: Melvin Bolleininger – Sazan Serbest, Tjark von Lanken (21. Ali Alhindawi), Jonas Goos, Erik Wegner – Marko Grbavac – Max Albrecht, Luca Clausen (60. Julian Lechtenfeld), Juri Alexa, Janne Sievers (64. Zakaria El-Omrani) – Daniel Schubert
- Trainer: Dennis Usadel
- Schiedsrichter: Niklas Leiding (SV Sehestedt)
- Assistenten: Yoshua Wiegand, Jannik-Noah Ringshandel
- Zuschauer: 100
- Gelb-Rote Karte: Enis Jashari (81., SpVg) – Ali Alhindawi (82., TSV)
- Tore: 0:1 Marko Grbavac (16.), 0:2 Daniel-Alexander Schubert (64.), 1:2 Ben Moritz Lipfert (88.)
Tabelle Landesliga Schleswig – 5. Spieltag (22.08.26)
| Platz | Mannschaft | Sp | G | U | V | Tore | Diff | Pkt |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 1. (↑ 2) | TSV Kronshagen | 5 | 4 | 1 | 0 | 13:3 | 10 | 13 |
| 2. (↑ 3) | TSV Klausdorf | 5 | 3 | 2 | 0 | 10:5 | 5 | 11 |
| 3. (↓ 1) | Inter Türkspor Kiel | 5 | 3 | 1 | 1 | 23:6 | 17 | 10 |
| 4. (4) | SC Weiche Flensburg 08 II | 5 | 3 | 0 | 2 | 16:10 | 6 | 9 |
| 5. (5) | TuS Nortorf | 4 | 3 | 0 | 1 | 8:8 | 0 | 9 |
| 6. (6) | SV Frisia 03 Risum-Lindholm | 5 | 2 | 2 | 1 | 13:13 | 0 | 8 |
| 7. (↑ 10) | Husumer SV | 5 | 1 | 3 | 1 | 10:10 | 0 | 6 |
| 8. (↑ 12) | SSG Rot-Schwarz Kiel | 5 | 2 | 0 | 3 | 5:7 | -2 | 6 |
| 9. (↑ 13) | TSV Friedrichsberg-Busdorf | 4 | 2 | 0 | 2 | 4:6 | -2 | 6 |
| 10. (↓ 7) | TSV Rantrum | 5 | 1 | 2 | 2 | 11:9 | 2 | 5 |
| 11. (↓ 8) | SV Dörpum | 4 | 1 | 1 | 2 | 7:8 | -1 | 4 |
| 12. (↑ 16) | Heikendorfer SV | 5 | 1 | 1 | 3 | 6:14 | -8 | 4 |
| 13. (↓ 9) | TSV Heiligenstedten | 5 | 1 | 1 | 3 | 6:18 | -12 | 4 |
| 14. (↓ 11) | SpVg Eidertal Molfsee | 5 | 1 | 0 | 4 | 4:7 | -3 | 3 |
| 15. (↓ 14) | TSV Kropp | 3 | 1 | 0 | 2 | 3:9 | -6 | 3 |
| 16. (↓ 15) | TSV Hattstedt | 4 | 0 | 2 | 2 | 8:14 | -6 | 2 |
