Glas halb voll oder halb leer – Dennis Trociewiczs Gedanken nach dem 7:2 gegen Heikendorf

von Ismail Yesilyurt

Dennis Trociewicz (Trainer TSV Klausdorf). © 2026 Ismail Yesilyurt


Der TSV Klausdorf hat im Achtelfinale des Kieler Kreispokals seine Offensivqualitäten unter Beweis gestellt und sich im Landesligaduell gegen den Aufsteiger Heikendorfer SV klar mit 7:2 durchgesetzt. Doch trotz des Schützenfestes und des verdienten Einzugs in die nächste Runde – wo im Viertelfinale ein weiteres Kieler Ostufer-Derby beim SVE Comet Kiel wartet – überwogen bei Klausdorfs Trainer Dennis Trociewicz nach Abpfiff andere Gedanken als der verdiente Erfolg. Der Übungsleiter, der inzwischen in seine elfte Saison bei den Klausdorfern geht, nutzte sein Statement vor allem für deutliche Worte zur Vorbereitungsphase, wie zwischen den Zeilen zu lesen bzw. zu hören war.

Glanzstart und zwischenzeitlicher Wackler

Sportlich lief zunächst alles nach Plan für die Gastgeber. Nach einer Abtastphase brachte Paul Battermann den TSV in der 23. Minute in Führung und legte kurz vor der Pause das 2:0 nach (36.). Kurz darauf erhöhte Driton Gashi per Strafstoß noch vor dem Seitenwechsel auf 3:0 (42.), ehe Finn Schwee nach Wiederbeginn gar auf 4:0 stellte (51.).

Doch die Gäste unter Trainer Mark Hungerecker gaben sich nicht geschlagen. Nach einigen Wechseln kamen die Gäste durch Timo Martens (62.) und Yannick Meenken (79.) plötzlich gefährlich auf 4:2 heran. „Wir sind nach dem 4:0 noch mal richtig in Schwulitäten gekommen“, räumte Trociewicz, der sich für seine Wortwahl entschuldigte, ein. Dank frischer Kräfte von der Bank und taktischer Umstellungen fingen sich die Gastgeber jedoch schnell wieder und schraubten das Ergebnis in der Schlussphase durch Michael Duncan-Williams (81.), Phil Baumgarn (83.) und Oskar Wilke (86.) standesgemäß auf 7:2 in die Höhe.

Trainer Trociewicz kritisiert Vorbereitung scharf

Trotz des deutlichen Erfolgs fand Dennis Trociewicz nach der Partie drastische Worte für die vergangenen Wochen und sprach vielen Trainern aus der Seele: „Für uns war das heute extrem schwer in der Vorbereitung auf das Spiel, weil wir sehr, sehr viele Themen offen hatten aufgrund einer sehr unzufriedenstellenden Vorbereitung.“

Mit Blick auf den anstehenden Saisonstart zeigte sich der Coach spürbar alarmiert: „Das, was unsere Spieler alle bisher abgezogen haben, in der Vorbereitung eher der bodenlosen Frechheit gleicht und ich daraus null Komma null Abschlüsse für den Saisonstart in einer Woche ableiten kann.“ Daher wisse derzeit wohl keine Mannschaft im Vorfeld des Pflichtspielauftakts so genau, wo sie eigentlich stehe. Zumindest war das Glas nach dem Achtelfinale halb voll, sodass Trociewiczs etwas optimistisch nach vorne blicken kann.

Stimmen zum Spiel

Dennis Trociewicz (Trainer TSV Klausdorf)
  • TSV Klausdorf: Joe Gabriel – Kevin Link (75. Daniel Grossmann), Jonathan Beeck, Mohammed Mahmud, Lennart Bossen – Hime Hakaj (66. Michael Duncan-Williams), Linus Knöfel (66. Oskar Wilke), Phil Baumgarn – Finn Schwee, Driton Gashi (83. Nico Kunz), Paul Battermann (60. Tim Hartlep)
  • Trainer: Dennis Trociewicz
  • Heikendorfer SV: Maximilian Müller – Tim Mordhorst (63. Oliver Schmeling), Tim Martens, Ronny Palm, Jack Palm, Ayberk Kaya (80. Mike-Leon Obels), Florian Sossou, Yannick Meenken (80. Junus Telli), Kalvi Rumohr (63. Fabian Hoppe), Jon Köpke
  • Trainer: Mark Hungerecker
  • Schiedsrichter: Tobias Illner (Suchsdorfer SV)
  • Assistenten: Stefanie Zimmermann, Moritz Stöcken
  • Tore: 1:0 Paul Battermann (23.), 2:0 Paul Battermann (36.), 3:0 Driton Gashi (42. Strafstoß), 4:0 Finn Schwee (51.), 4:1 Timo Martens (62.), 4:2 Yannick Meenken (79.), 5:2 Michael Duncan-Williams (81.), 6:2 Phil Baumgarn (83.), 7:2 Oskar Wilke (86.)

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