Herzlichen Glückwunsch an den Eckernförder SV! Rückkehr ins Oberhaus perfekt

von Ismail Yesilyurt

Acht Jahre lang prägte Maik Haberlag das erfolgreiche Gesicht des Eckernförder SV. Nun ist erst einmal Pause angesagt. © 2026 Ismail Yesilyurt


Der Eckernförder SV ist zurück in der höchsten Spielklasse des nördlichsten Bundeslandes! Nach einem 1:1-Unentschieden im Rückspiel der Aufstiegsrelegation gegen die U23 des VfB Lübeck durfte die Mannschaft von Cheftrainer Maik Haberlag ausgiebig den Wiederaufstieg in die Flens-Oberliga Schleswig-Holstein feiern.

Bereits vor dem Anpfiff vor 267 Zuschauern auf dem Rasenplatz am Bystedtredder stand fest, dass die Lübecker mit einem gewaltigen 0:5-Handicap anreisen mussten. Nachdem der Schleswig-Holsteinische Fußball-Verband (SHFV) den ursprünglichen 3:2-Hinspielsieg des VfB II am grünen Tisch in ein 5:0 für den ESV umgewandelt hatte, herrschte unter der Woche endlich Klarheit. Da die Hansestädter das Urteil offiziell akzeptierten und auf Rechtsmittel verzichteten, war der Aufstieg für die Eckernförder im Grunde nur noch eine Formsache.

Ein hochemotionales Abschiedsgeschenk für Trainer Maik Haberlag

Für den scheidenden Eckernförder Cheftrainer Maik Haberlag hätte das Drehbuch zu seinem Abschied, das vor dem Anpfiff gebührend stattfand, wohl kaum passender geschrieben sein können. Bereits im Vorfeld des Rückspiels machte er deutlich, dass der sportliche Ehrgeiz trotz des Vorteils am grünen Tisch an oberster Stelle steht:

„Trotzdem, das haben wir auch in der Besprechung gesagt, wollen wir es aus rein sportlicher Sicht auch schaffen. Das heißt also, mit zwei Toren Unterschied mindestens gewinnen, weil wir keine Lust haben, irgendwie später mal das erklären zu müssen. Und als Zweites haben wir auch eine Verantwortung gegenüber denen, die ja gehen und denen natürlich einen tollen Abschied dann bereiten wollen. Plus auch die, die bleiben und dann hoffentlich dann auch in der Oberliga spielen, dass das ein gutes Gefühl gibt für die neue Saison.“

„Das, was wir letztes Jahr verkackt haben, haben wir wieder korrigiert“

Der Aufstieg ist nun perfekt, der Betriebsunfall des Vorjahres endgültig repariert. Nach dem entscheidenden Schritt zurück in die Oberliga zeigte sich Cheftrainer Maik Haberlag in bester Laune. Dabei machte er keinen Hehl daraus, dass der komfortable 5:0-Vorteil vom grünen Tisch seine taktische Marschroute für das Rückspiel maßgeblich beeinflusst hatte.

Jannes Mohr und der Eckernförder SV verteidigten ihren Vorsprung wie gewohnt mit viel Leidenschaft. © 2026 Ismail Yesilyurt
Jannes Mohr und der Eckernförder SV verteidigten ihren Vorsprung wie gewohnt mit viel Leidenschaft. © 2026 Ismail Yesilyurt

Klare Defensivvorgabe trotz möglicher Kritik

Der Coach setzte bewusst auf eine kontrollierte Defensive, um den spielstarken Lübeckern den Schwung zu nehmen:

„Am Ende des Tages wussten wir, dass das 5:0 schriftlich bestätigt wurde vom VfB Lübeck. Also wir sind dann auch mit diesem Ergebnis reingegangen, wollten erst mal wieder sicherstehen. Weil ich glaube – das können auch alle kritisieren, wie unsere Spielweise war oder nicht – aber das war meine Vorgabe und ich glaube, das ist auch die einzige Vorgabe, die sinnvoll ist aus meiner Sicht. Also wir haben tief gestanden, weil die schon gut und schnell sind und zocken können.“

Der Plan schien aufzugehen, auch wenn die Eckernförder zunächst eine Riesenchance zur Führung liegenließen. Ole Altendorf tauchte gefährlich vor dem Gehäuse auf, scheiterte jedoch an seinen eigenen anatomischen Gegebenheiten, wie Haberlag mit einem Schmunzeln verriet: „Wir hatten davor eine Großchance mit Ole Altendorf, der mit links ja über den Torwart hätte lupfen können. Ist aber nicht sein starker Fuß. Mit rechts hätte er ihn, glaube ich, schon gemacht, aber mit links war für ihn schwieriger.“

Ärger über den Rückschlag und die Erlösung durch Apitz

Kurz darauf folgte der Dämpfer: Die Gäste gingen nach einer umstrittenen Schiedsrichterentscheidung in Führung. „Ja, und dann haben wir halt tief gestanden, sicher gestanden, haben dann trotzdem leider ein 1:0 bekommen. Finde ich für mich einen sehr kleinlichen Elfmeter.“

Der Treffer von Leon Apitz (vorne, Eckernförder SV) war beruhigend. © 2026 Ismail Yesilyurt
Der Treffer von Leon Apitz (vorne, Eckernförder SV) war beruhigend. © 2026 Ismail Yesilyurt

Die Mannschaft bewies jedoch die Reife eines angehenden Aufsteigers und schlug durch eine Co-Produktion der beiden Offensivkräfte prompt zurück. Ein perfekt vorgetragener Angriff brachte schließlich den viel umjubelten Ausgleich:

„Ja, und dann haben wir aber einmal endlich tief gespielt hinter die Kette und Apitz und Ole Altendorf haben sozusagen sich den Ball erkämpft und Leon Apitz steht dann allein vorm Torwart und schießt ihn dann rein, wo der Torwart noch ein bisschen dran war, aber hat nicht gereicht.“

Abgeklärte zweite Hälfte leitet lange Feiernacht ein

Nach dem Seitenwechsel kontrollierte der ESV das Geschehen zunehmend besser. Der enorme läuferische Aufwand der Lübecker Youngster verpuffte immer mehr an der stabilen Eckernförder Hintermannschaft, während beim Gegner spürbar der Glaube an das Fußballwunder schwand. „Ja und dann kamen wir immer mehr rein. Also sehr laufintensiv, sind ja junge Spieler da bei Lübeck, aber gefühlt in der zweiten Halbzeit war es dann nachher einfach. Die haben das ja gespürt mit dem 5:0. Wir hätten noch, glaube ich, 2:1 oder 3:1 machen können“, bilanzierte Haberlag den zweiten Durchgang.

Am Ende war die vergebene Chancenverwertung in den Schlussminuten jedoch nur noch Makulatur. Für den Trainer zählte nach dem Schlusspfiff ausschließlich das große Ganze und die Erleichterung über die geglückte Wiedergutmachung:

„Ja, aber am Ende des Tages ist es scheißegal. Das, was wir letztes Jahr verkackt haben, haben wir wieder korrigiert. Freut mich für die Jungs. Freut mich für die, die vielleicht auch nicht mehr dabei sind. Ja, und jetzt bleibe ich, glaube ich, noch mal eine halbe Stunde länger als sonst.“

Der ESV feiert, der VfB II hofft auf den SV Todesfelde

Während beim Eckernförder SV mit dem erreichten Remis der sofortige Wiederaufstieg perfekt ist und die Feierlichkeiten die Nacht bestimmen dürften, ist die Tür zur Oberliga für den VfB Lübeck II trotz allem noch nicht endgültig zugeschlagen. Die Mannschaft von Trainer Oliver Stutzky wird am morgigen Sonntag ganz intensiv und gebannt das entscheidende Spiel des SV Todesfelde in der Regionalliga-Aufstiegsrunde verfolgen. Die Rechenart ist einfach: Gelingt dem SVT der Sprung in die Regionalliga Nord, wird ein zusätzlicher Platz im schleswig-holsteinischen Oberhaus frei. In diesem Fall dürften auch die Hansestädter nach nur einem Jahr Abstinenz wieder in der Oberliga an den Start gehen.

Stimme zum Spiel

Maik Haberlag (Trainer Eckernförder SV)

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