Geschäftsführer und Sportdirektor Frank Salomon wird die schwierige Lage beim Oberliga-Team mit dem richtigen Kurs sicherlich umschiffen. © Olaf Wegerich
Nach einer kurzen Phase der Ungewissheit gibt es beim 1. FC Phönix Lübeck ein klares Signal für den Fortbestand der U23. Nachdem der Verbleib in der Oberliga Schleswig-Holstein für die Mannschaft von der Travemünder Allee aufgrund massiver personeller Engpässe zwischenzeitlich auf der Kippe stand – Youkick berichtete am Donnerstag über den Ernstfall – , unternimmt der Verein nun alles Mögliche, um auch in der kommenden Spielzeit mit seiner zweiten Mannschaft in der höchsten Landesklasse vertreten zu sein.
Personelle Schieflage nach Trainerwechsel
Der Grund für das drohende Aus war eine Verkettung unglücklicher Umstände. Geschäftsführer und Sportdirektor Frank Salomon erläutert die schwierige Gemengelage in der heutigen Pressemeldung: „Die Entscheidung, dass Kevin Wölk Cheftrainer unserer Regionalliga-Mannschaft wird, hat sich erst nach der Meldung der U23 für die neue Spielzeit herauskristallisiert.“ Wölk, der die Kaderplanung für die U23 federführend vorangetrieben hatte, konnte nach seiner Beförderung als Regionalliga-Coach die notwendige Aufmerksamkeit nicht mehr vollumfänglich gewährleisten.
Die Folge waren zahlreiche Wechselwünsche von Akteuren beim letztjährigen Aufsteiger, die bereits ihre Zusage gegeben oder Verträge unterzeichnet hatten. „Damit war ein Kader, der den Ansprüchen der Oberliga gerecht wird, für uns kaum realisierbar“, so Salomon weiter. „Eine Mannschaft nur um des Meldens willen ins Rennen zu schicken, wäre nicht fair – weder gegenüber den verbleibenden Spielern noch gegenüber der gesamten Liga.“
Spieler als Retter: Gemeinsamer Kraftakt beschlossen
Die Wende kam aus der Mannschaft selbst. Ein Kern von Spielern, darunter u. a. Silas Meyer, Marvin Freund, Perry Dodoo und Leon Dippert, die unbedingt für die „Adlerträger“ in der Oberliga antreten wollten, suchte das Gespräch mit der sportlichen Führung. Nach einem Treffen am vergangenen Freitag steht fest: Verein und Mannschaft wollen gemeinsam alles daran setzen, ein konkurrenzfähiges Team auf die Beine zu stellen.
„Dass sich eine Gruppe von Spielern bei uns gemeldet und klargemacht hat, dass sie für Phönix kicken wollen, hat uns beeindruckt“, sagt Frank Salomon. Er betont jedoch, dass der Verbleib in der Oberliga kein Selbstläufer sei: „Mit einer zweiten Mannschaft in Schleswig-Holsteins höchster Spielklasse teilnehmen zu können, ist ein großes Privileg – und eine Verantwortung. Die organisatorischen und finanziellen Herausforderungen sind groß.“
Dippert: „Wir haben Bock, auf hohem Niveau zu kicken“
Auch aus dem Spielerkreis kommt die nötige Unterstützung für diesen Kraftakt. Stürmer Leon Dippert, einer der treibenden Kräfte hinter der Initiative zum Erhalt des Teams, zeigt sich hochmotiviert: „Wir haben hier schon ein paar gute, motivierte Jungs zusammen, die einfach Bock haben, gemeinsam auf hohem Niveau zu kicken. Wir wissen, dass der Verein dafür einiges stemmen muss, aber genau deshalb werden wir unseren Teil dazu beitragen, damit wir das zusammen schaffen.“
Der Super-GAU um die zweite Mannschaft des 1. FC Phönix Lübeck strebt einem erfreulichen Ende entgegen. Nach dem initialen Bericht von Youkick am Donnerstag, das heftige Spekulationen über einen drohenden Rückzug aus der Oberliga Schleswig-Holstein ausgelöst hatte, hat sich der Verein nun klar positioniert: Die „Jungadler“ werden aller Voraussicht nach antreten und am 1. August gegen den TSV Nordmark Satrup im Heimspiel die Saison 2026/27 eröffnen.
Wettlauf gegen die Zeit: Kader und Stab im Fokus
Für den Verein beginnt damit eine noch intensivere Phase der Organisation. Der derzeitige Mini-Kader von lediglich zehn Akteuren muss in den kommenden Tagen zügig und qualitativ aufgestockt werden, um in der höchsten Landesklasse sportlich bestehen zu können. Neben der Kaderplanung stehen die Besetzung des Trainerstabs sowie die Feinjustierung der organisatorischen Strukturen ganz oben auf der Agenda.
Dass der 16. Startplatz in der Oberliga erhalten bleibt, ist ein Gewinn für die Liga. Hätte sich Phönix II zurückgezogen, wäre die Spielklasse mit nur 15 Teams in die Saison gestartet – ein Szenario, das durch den jetzigen Kurswechsel der Vereinsführung um Geschäftsführer Frank Salomon abgewendet wurde.
Respekt für Spieler und Verantwortliche
Der Verbleib der Mannschaft ist ein Erfolg derer, die sich in der Stunde der Krise zum Verein bekannten. Die verbliebenen Spieler des zweiten Teams haben sich mit ihrem unbedingten Willen, trotz der prekären Situation für Phönix aufzulaufen, den Respekt der gesamten Fußballregion im hohen Norden verdient.
Auch der Vereinsführung ist ein Lob auszusprechen: Durch den Kurswechsel und das Entgegenkommen gegenüber dem Wunsch der Mannschaft nach Fortführung des Spielbetriebs zeigt sich die Ambition, den Unterbau trotz der kurzfristigen Turbulenzen zu stärken. Eine wertvolle Stütze könnte dabei die Durchlässigkeit zur Regionalliga-Mannschaft sein, aus deren großem Kader der Oberliga-Vertretung in den kommenden Wochen punktuell Unterstützung zuteilwerden dürfte.
Die Zeichen senden positive Signale. Mit der gebündelten Kraft aus dem verbliebenen Kern, notwendigen Neuverpflichtungen und der Unterstützung durch den Verein scheint der Grundstein für einen geordneten Saisonstart gelegt. Lübeck darf sich somit darauf freuen, in der Spielzeit 2026/27 mit drei Mannschaften in der Oberliga vertreten zu sein.
