Kaspar Davidsen (Holstein Kiel) köpft hier zum 2:1-Sieg ein. © 2026 Ismail Yesilyurt
Holstein Kiel hat in der Vorbereitung auf die kommende Zweitliga-Saison, die am 8. August bei Darmstadt 98 startet, den ersten Sieg eingefahren. Nach der 1:3-Niederlage gegen Fredericia gelang den „Störchen“ am Freitagmittag ein verdienter 2:1-Erfolg gegen den dänischen Erstligisten Sønderjyske Fodbold. Bei hohen Temperaturen unter Ausschluss der Öffentlichkeit präsentierte sich das Team von Trainer Tim Walter in einem intensiven Testspiel über weite Strecken spielbestimmend und konnte das Ergebnis nach einem frühen Rückstand zu seinen Gunsten drehen.
Blitzstart der Gäste aus Dänemark
Der Start in die Partie verlief für die Kieler jedoch alles andere als wunschgemäß. Bereits in der 2. Minute nutzte der dänische U19-Nationalspieler Olti Hyseni ein Missverständnis zwischen Kiels Torhüter Lio Rothenhagen und Neuzugang Sebastian Schonlau, eiskalt aus. Mit einem sehenswerten Treffer aus großer Distanz überwand er den zu weit vor seinem Kasten postierten Schlussmann zur frühen Führung für die Gäste aus Hadersleben.

Sønderjyske blieb in der Anfangsphase bissig und durch schnelles Umschaltspiel gefährlich. Mohamed Cherif verpasste in der 11. Minute per Pfostenschuss nur knapp das 2:0. Dann war Holstein mit seiner Chance dran in der 17. Minute: Eine scharfe und flache Hereingabe von Hiroki
Sekini von rechts legte Marcus Müller, der im Zentrum hätte auch schon selbst abschließen können, auf Adrian Kapralik ab. Doch Holsteins Nummer 20 scheitert mit seinem Abschluss vom rechten Torraumeck am hinteren (Netz)Gestänge des Gäste-Gehäuses. Zwei Minuten später blockte Sekine einen Schuss von Cherif aus zehn Metern ab.
Kiel tat sich schwer, fand aber nach rund 25 Minuten besser in die Partie. In der 40. Minute leitete Schlussmann Rothenhagen mit einem weiten Ball in die gegnerische Hälfte einen Hochkaräter für die Heimelf ein. Kapralik nutzte die Unentschlossenheit im Defensivzentrum der Dänen aus, überlief auch noch Schlussmann Bundgaard. Seinen Abschluss vom linken Torraumeck kratzte jedoch Linksverteidiger Ebube Duru von der Torlinie.

In der 42. Minute belohnten sich die Hausherren noch vor dem Seitenwechsel: Nach einer Flanke von rechts köpfte Phil Harres den Ball mustergültig quer durch den Torraum, wo Adrian Kapralik nur noch ins leere Tor einschieben musste.
Verdienter Sieg nach der Pause
Nach dem Seitenwechsel nutzte Trainer Tim Walter das Spiel für zahlreiche Wechsel, was spürbar neuen Schwung in die Offensivbemühungen brachte. Die „Störche“ agierten nun deutlich zielstrebiger und ließen den Gegner phasenweise tief in die eigene Hälfte zurückweichen. Gleich in der 48. Minute setzte Jonas Therkelsen den ersten Akzent, als er aus fast unmöglichen Winkel fast von der Torauslinie sein Glück suchte (48.).

In der 68. Minute fiel schließlich die Entscheidung, als die Begegnung etwas an Fahrt verloren hatte: Nach einer präzisen Flanke stieg der eingewechselte Kasper Davidsen, der zuvor schon am stark reagierenden Keeper Bundgaard gescheitert war, am höchsten und köpfte den Ball gegen die Unterkante und an den Pfosten zur Kieler 2:1-Führung ins Netz. In der Schlussphase rettete Lio Rothenhagen gegen Elias Hjort-Pedersen den Sieg.
Summa summarum ein verdienter Sieg der Kieler, die weitaus mehr Spielanteile hatten und auch das Gros der klareren Torchancen.
Wichtige Erkenntnisse für die Vorbereitung
Für Holstein Kiel war das Duell gegen die lauf- und kampfstarken Dänen ein echter Härtetest. Besonders die taktische Variabilität nach der Pause und die Integration der Neuzugänge dürften Trainer Tim Walter wichtige Erkenntnisse für die anstehende Zweitliga-Saison liefern. Nach dem Trainingslager vom 12. bis 20 Juli im österreichischen Maria Alm dürfte Walter schon den Großteil seiner Startformation für die 2. Bundesliga im Kopf haben.
Holstein Kiel: Rothenhagen – Sekine (85. Medlin), Nekic (46. Roslyng), Schonlau (16. Zec), Tolkin (46. Ugoh) – Meffert (46. Ivezic)– Kapralik (46. Neihoff), Tasdelen (46. Davidsen), Skrzybski (46. Alidou), Müller (46. Therkelsen) – Harres (46. Kvilltaia).
Trainer: Tim Walter.
Sonderjyske Fodbol: Bundgaard – Klysner (12. Waever), Gretarsson (61. k. A.), Soulas, Duru – Vinderslev – Oggesen, Emini, Cherif, Hyseni – Hoppe (70. Hjort-Pedersen)
Weitere Einwechselungen: k. A.
Trainer: Fatah Abdirahman.
Schiedsrichter: Ben Uhrig (Egenbüttel).
Assistenten: Luca Jürgensen, Gerhard Ludolph.
Tore: 0:1 Olti Hyseni (2.), 1:1 Adrian Kapralik (42.), 2:1 Kasper David (68.)
