Maxim Jurk im Spiel des Landesliga-Teams bei der SpVg Eidertal Molfsee. © 2025 Ismail Yesilyurt
Der personelle Umbruch beim Fußball-Regionalligisten SC Weiche Flensburg 08 nimmt weiter Formen an. Wie der Verein offiziell bekannt gab, werden mit Erjanik Ghubasaryan und Maxim Jurk zwei weitere Akteure die Fördestädter zum Saisonende verlassen. Es sind die Abgänge Nummer sieben und acht im Kader der Flensburger. Während der Abschied von Eigengewächs Maxim Jurk bereits seit längerer Zeit feststand, kam die Entwicklung bei Ghubasaryan überraschend: Der 25-jährige Deutsch-Armenier bat die Vereinsführung erst vor Kurzem um eine vorzeitige Auflösung seines Arbeitspapieres.
Erjanik Ghubasaryan sucht den sportlichen und privaten Neustart
Erjanik Ghubasaryan war erst vor einem Jahr vom Hamburger Oberliga-Topclub TuS Dassendorf nach Flensburg gewechselt. In der gerade abgelaufenen Spielzeit bestritt der defensiv flexibel einsetzbare Akteur 19 Pflichtspiele für Weiche, davon 18 in der Regionalliga Nord. Nach einem anfänglich schwierigen Start biss sich der armenische Nationalspieler durch und erkämpfte sich zwischenzeitlich einen Stammplatz im defensiven Mittelfeld sowie in der Innenverteidigung, wo er vor allem mit viel Ruhe am Ball und Übersicht agierte.
Immer wieder wurde der gebürtige Hamburger jedoch von Verletzungen ausgebremst – zuletzt zwang ihn ein schwerer Kopftreffer beim Auswärtsspiel in Meppen (1:2) zu einer mehrwöchigen Zwangspause. Ghubasaryan, der auch abseits des Rasens als ruhiger und besonnener Charakter gilt, verlässt den Verein nun auf eigenen Wunsch:
„Nach reiflicher Überlegung habe ich mich dazu entschieden, meinen Vertrag vorzeitig aufzulösen und mich sportlich neu zu orientieren. Die Zeit in Flensburg war für mich aufgrund verschiedener Umstände nicht optimal, weshalb ich jetzt einen Neustart für sinnvoll halte. Zudem möchte ich mir ein zweites Standbein in der Nähe meiner Familie aufbauen. Ich bin der Mannschaft, dem Trainerteam und den Fans dankbar für die gemeinsame Zeit. Für die Zukunft wünsche ich dem Verein alles Gute.“
Sport-Geschäftsführer Dominique Natusch bedauert den Verlust, zeigt sich aber gesprächsbereit:
„‚Erjo‘ war bei uns für die kommende Saison fest eingeplant. Wenn ein Spieler mit dem Wunsch nach Vertragsauflösung auf uns zukommt, müssen wir uns damit auseinandersetzen. Wir haben in diesem Fall der Bitte entsprochen, weil es nichts bringt, ihn gegen seinen Willen halten zu wollen. Wir haben ‚Erjo‘ als einen absolut mannschaftsdienlichen Spieler kennengelernt. Er ist ein Super-Typ. Da kann sich sein nächster Verein auf einen guten Fußballer und tollen Menschen freuen.“
Flensburger Jung Maxim Jurk hofft auf schmerzfreie Zukunft
Etwas anders gelagert ist der Fall bei Maxim Jurk. Der 22-jährige Mittelfeldspieler ist ein echtes Produkt der eigenen Jugend und durchlief seit seinem Wechsel vom TSV Nord Harrislee im Sommer 2017 sämtliche Nachwuchsmannschaften des SC Weiche. Nach einem Jahr in der damaligen Oberliga-U23 unterschrieb er 2024 seinen ersten Vertrag für das Regionalliga-Team. Die vergangenen 22 Monate entwickelten sich für den eleganten und laufstarken Techniker jedoch zu einer sportlichen Leidenszeit.
Aufgrund anhaltender Verletzungssorgen kam Jurk in der Regionalliga in dieser Saison lediglich zu einem Kurzeinsatz beim 3:1-Sieg gegen den FC St. Pauli II. Nach fünf Einsätzen in der Landesliga im Herbst 2025 streikte der Körper erneut. Im Frühjahr unterzog sich der Mittelfeldakteur schließlich einer Operation, um nach der anstehenden Reha endlich schmerzfrei auflaufen zu können.
Trotz der verletzungsbedingten Rückschläge blickt der „Flensburger Jung“ optimistisch auf seine neue Herausforderung bei einem ambitionierten Club:
„Ich freue mich sehr auf die kommende Saison bei einem ambitionierten Verein. Bei meinem neuen Verein möchte ich meinen Teil dazu beitragen, dass wir erfolgreich Fußball spielen. Besonders freue ich mich darauf, nach den letzten verletzungsgeprägten Jahren wieder voll angreifen zu können, viele Spiele zu machen und einfach wieder Spaß am Fußball zu haben. Ich bin Weiche sehr dankbar für die gemeinsame Zeit und die Unterstützung in den vergangenen Jahren. Auch wenn es für mich sportlich nicht immer einfach war, habe ich viel mitgenommen, und ich werde dem Verein immer verbunden bleiben.“
Für Dominique Natusch ist der Abschied des Eigengewächses mit der Hoffnung verknüpft, den Mittelfeldspieler in Zukunft wiederzusehen:
„Es ist besonders schade, weil Maxim Jurk ein Spieler aus dem eigenen Nachwuchs ist. Er hatte extrem viel Pech mit Verletzungen und muss nun erst einmal in den Genuss kommen, über längere Zeit kontinuierlich ohne Verletzungen spielen zu können. Das wünschen wir ihm. Wir gehen davon aus, dass Maxim auf unserem Bildschirm bleiben wird. Jedenfalls werden wir die Tür für eine mögliche Rückkehr eines Flensburger Jungs mit Sicherheit nicht krampfhaft zuhalten.“
