Grün-Weiße Jubelstürme: VfB dreht das historische 150. Lübecker Stadtderby gegen Phönix

von Ismail Yesilyurt

Yusuf Wardak (mitte, VfB Lübeck) leitete mit seinem 2:1 endgültig den Umschwung ein. © 11ven Pixel


Die Hansestadt Lübeck leuchtet grün-weiß: Im geschichtsträchtigen 150. Stadtduell behielt der VfB Lübeck die Oberhand und setzte sich vor einer beeindruckenden Kulisse von 5.214 Zuschauern an der Lohmühle mit 3:1 (1:1) gegen den 1. FC Phönix Lübeck durch. Nach einem frühen Rückstand bewies die Mannschaft von Guerino Capretti Moral, drehte die Partie im zweiten Durchgang und sicherte sich nicht nur drei Punkte, sondern auch die prestigeträchtige interne Vorherrschaft in der Stadt. In der Tabelle ist der VfB noch einen Punkt hinter Phönix, kann aber in einem Nachholspiel den Rückstand wettmachen.

Kalte Dusche und der psychologisch wichtige Ausgleich

Das Derby begann mit einem Paukenschlag für die Gäste. Phönix Lübeck erwies sich in der Anfangsphase als das wachere Team und ging in der 19. Minute verdient in Führung. Julian Markvoort verwertete eine Hereingabe aus kurzer Distanz zum 0:1. Der VfB brauchte eine Weile, um die Intensität des Gegners anzunehmen und sich vom Rückstand zu erholen.

„Wir sind gut ins Spiel gekommen, hatten dann aber eine Phase, in der uns die intensiven Zweikämpfe ein bisschen aus dem Rhythmus gebracht haben“, analysierte VfB-Cheftrainer Guerino Capretti die erste Halbzeit. Doch die Grün-Weißen steigerten den Aufwand minütlich. Als fast schon alle mit der Gästeführung zur Pause rechneten, schlug Dardan Karimani in der Nachspielzeit zu: Nach Vorarbeit von Kapitän Marvin Thiel traf er zum psychologisch enorm wichtigen 1:1-Ausgleich (45.+1).

Lohmühle bebt: Standards und Strafstöße entscheiden das Duell

Nach dem Seitenwechsel präsentierte sich der VfB Lübeck wie verwandelt. Die Verunsicherung der Anfangsphase war verflogen, stattdessen dominierten Leidenschaft und Zweikampfstärke das grün-weiße Spiel. In der 56. Minute belohnten sich die Hausherren für ihren Druck: Nach einer Ecke von Ali Abu Alfa stieg Yusuf Wardak am höchsten und wuchtete das Leder per Kopf zum 2:1 in die Maschen.

Die Stimmung im Stadion erreichte ihren Siedepunkt, und der VfB blieb am Drücker. In der 75. Minute sorgte Mikail Polat für die Vorentscheidung, als er einen fälligen Handelfmeter souverän zum 3:1 verwandelte. Zwar bäumte sich Phönix noch einmal auf – Philippe Markvoort traf in der 82. Minute die Latte –, doch am verdienten Sieg der Hausherren rüttelte nichts mehr.

Capretti: „Die Mannschaft hat ihr Herz auf dem Platz gelassen“

Nach dem Schlusspfiff war die Erleichterung an der Lohmühle greifbar. Guerino Capretti zeigte sich sichtlich stolz auf die historische Leistung seines Teams: „Das 150. Stadtderby – ich habe den Jungs vorher gesagt: Wir dürfen Teil dieser Geschichte werden. Dass wir das Spiel drehen können, davon waren wir in der Kabine überzeugt.“

Besonders hob der Trainer die Einstellung seiner Spieler hervor, die sich gegen die drohende Niederlage stemmten. „Ich finde nicht, dass der Schiedsrichter heute die Hauptrolle gespielt hat – ich finde, wir haben sie gespielt. Die Mannschaft hat ihr Herz auf dem Platz gelassen und sich diesen Sieg verdient“, so Capretti. Den emotionalen Erfolg ordnete er als Geschenk an das Umfeld ein: „Diesen Sieg widmen wir unseren Fans.“

Während der VfB Lübeck nun mit Rückenwind in die nächsten Aufgaben geht, bleibt für den 1. FC Phönix die Erkenntnis, dass eine starke Anfangsphase im Hexenkessel Lohmühle allein nicht ausreicht.

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