Niclas Krause (TSV Kropp) trifft zum Sieg für den TSV Kropp gegen Molfsee. © Ismail Yesilyurt
Die Spielvereinigung Eidertal Molfsee bleibt das Phänomen der Landesliga Schleswig. Auch im 24. Saisonspiel gab es für die Randkieler kein Unentschieden. Bei der 1:2-Niederlage im Nachholspiel gegen den abstiegsbedrohten TSV Kropp hielt die rekordverdächtige Serie aus 14 Siegen und nun zehn Niederlagen – doch die Punkte blieben beim kampfstarken Gastgeber.
Ein Profi-Debüt und die „Feuerwehr“-Taktik
Eidertals Trainer Nedim Hasanbegovic war vor der Partie zum Puzzeln gezwungen. Aufgrund zahlreicher Ausfälle standen gleich sechs Akteure vor ihrem Startelf-Debüt. Für besonderes Aufsehen sorgte eine Personalie: Tim „Sido“ Siedschlag, langjähriger Profi von Holstein Kiel und eigentlich in der Verbandsliga-Reserve aktiv, feierte seine Premiere im Liga-Team.
Trotz der Umstellungen begannen die Gäste furios. Hasanbegovic zeigte sich mit dem Auftakt zufrieden: „Die Jungs haben gut losgelegt, sind von Anfang an da gewesen wie Feuerwehr, voll konzentriert und hatten dann auch tatsächlich zwei Hochkaräter durch Sören (Schnoor, Anm. d. Red.) vorne, der ein echt gutes Spiel gemacht hat.“
Die Belohnung folgte kurz vor dem Pausentee. Nach Vorarbeit von „Jojo“ Schnoor bewies Siedschlag seine Klasse und schob zur 1:0-Führung ein (44.). Doch die Freude währte nur Sekunden. Quasi mit dem Gegenzug glich Daniel Wasielewski für Kropp aus. TSV-Coach Julian Schröder analysierte treffend: „In der ersten Halbzeit sehr kampfbetonte, aber auch ausgeglichene Partie, wo die Gäste durch Tim Siedschlag in Führung gehen. Wo wir in der Zuteilung nicht gut aussahen. Und ja, wir konnten durch Daniel Wasilewski dann noch kurz vor der Halbzeit ausgleichen, also gefühlt mit dem Pausenpfiff.“
Joker stechen: Kropp dreht die Partie
Nach dem Seitenwechsel verlor Molfsee zunehmend den Faden, während Julian Schröder auf Seiten der Kropper ein glückliches Händchen bewies. Ein Doppelwechsel in der 62. Minute brachte die Entscheidung: Bjarne Kuhn und Niclas Krause kamen auf das Feld und stachen sofort. „Durch den Doppelwechsel Bjarne Kuhn und Niklas Krause rein, die gefühlt mit ihren ersten Ballkontakten, also Bjarne Kuhn dann auf Niklas Krause und Niklas Krause macht dann das 2:1, gehen wir in Führung“, freute sich Schröder über den gelungenen Schachzug.
Auf der Gegenseite haderte Hasanbegovic mit dem Bruch im Spiel seiner Mannschaft, der auch durch das verletzungsbedingte Ausscheiden seines prominentesten Neuzugangs begünstigt wurde.

„Sido musste verletzt raus. Da haben wir uns auch vielleicht zu sehr drauf verlassen, den Ball auf Luca Aouci zu spielen. Haben dann aufgehört, dann vielleicht immer wieder zum Nächsten zu spielen. Die Gegner kamen dann zweimal, dreimal im gesamten Spiel gefährlich vors Tor und macht zwei Buden und dann tut das weh am Ende des Tages.“
Unruhige Schlussphase mit zwei Platzverweisen
In der Schlussphase entwickelte sich ein hitziger Schlagabtausch, bei dem der Unparteiische Jonas Petersen alle Hände voll zu tun hatte. Die spielerische Linie wich Nickeligkeiten und verbalen Scharmützeln. Julian Schröder beobachtete eine zunehmende Unruhe: „Dann wurde das Spiel sehr, sehr unruhig, weil der Schiedsrichter auch so ein bisschen ja, den Faden verloren hat, um da auch ein bisschen mehr Ruhe reinzubringen, so war es dann doch noch sehr hektisch.“
Hasanbegovic ergänzte: „Wir haben uns auch leider durch Kleinigkeiten, Nickeligkeiten, kleine Fouls, die Schis haben viel durchgehen lassen auf beiden Seiten und, ja, dadurch wurde es auch noch mal hitzig. Völzi Gelb-Rot, bei denen einer Gelb-Rot, die auch bei beiden auf beiden Seiten hätte nicht sein müssen.“
Am Ende rettete der TSV Kropp bei Eidertaler Chancen den knappen Vorsprung über die Zeit und sammelte drei „sehr, sehr wichtige“ Punkte im Kampf gegen den Abstieg.
Stimmen zum Spiel
TSV Kropp: Rangnick – Krämer (14. Weinert), Decker, Wriedt, Thomsen – Berg, Legrum, Hentsch (62. Krause) – Bütow, Wasielewski (62. Kuhn), Flor (90. Lamp).
Trainer: Julian Schröder.
SpVg Eidertal: Meier – Ramo, Hoeckendorff, Foelster, Braesch – Cetintürk, Siedschlag (52. Aouci) – Podlipnikov (65. Wiegand), Laugwitz (79. Wüllner), Prempeh – Schnoor.
Trainer: Nedim Hasanbegovic.
SR: Jonas Petersen (TSV Ladelund).
Ass.: Fynn Schmidt, Kevin Jacobsen.
Gelb-Rote Karte: Linus Weintert (93.+3, Kropp) – Tobi Foelster (90.+3, Eidertal).
Z.: 62.
Tore: 0:1 Tim Siedschlag (44.), 1:1 Daniel Wasielewski (45.), 2:1 Niclas Krause (62.).
TABELLE
| Pos | Verein | Sp. | Pkt. | Tore |
|---|---|---|---|---|
| 1 | TSB Flensburg (Ab) | 23 | 65 | 86:17 |
| 2 | Eckernförder SV (Ab) | 22 | 48 | 51:22 |
| 3 | SV Frisia 03 Risum-Lindholm | 23 | 43 | 64:35 |
| 4 | SpVg Eidertal Molfsee (Ab) | 24 | 42 | 76:50 |
| 5 | SSG Rot-Schwarz Kiel | 22 | 41 | 47:42 |
| 6 | TSV Klausdorf | 23 | 38 | 57:46 |
| 7 | TSV Rantrum | 22 | 37 | 72:47 |
| 8 | SC Weiche Flensburg 08 II | 23 | 35 | 55:44 |
| 9 | SV Dörpum | 23 | 28 | 55:51 |
| 10 | TSV Kronshagen | 24 | 25 | 27:33 |
| 11 | TSV Kropp | 23 | 23 | 34:54 |
| 12 | TSV Friedrichsberg-Busdorf | 22 | 22 | 40:61 |
| 13 | TSV Hattstedt (Auf) | 23 | 22 | 38:60 |
| 14 | TuS Jevenstedt | 22 | 18 | 27:55 |
| 15 | SVE Comet Kiel (Auf) | 23 | 14 | 32:78 |
| 16 | Heider SV II (Auf) | 24 | 9 | 37:103 |
