Herber Rückschlag für SVE Comet gegen Hattstedt beim 6-Punkte-Spiel

von Ismail Yesilyurt

Zwei Torschützen gegeneinander – links Alban Jashari (SVE Comet Kiel), rechts Nour Jaber (TSV Hattstedt). © 2026 Ismail Yesilyurt


Die Hoffnungen auf den Klassenerhalt schwinden beim SVE Comet Kiel zusehends. In einem intensiv, hektisch und temporeich geführten Aufsteiger-Duell gegen den direkten Konkurrenten TSV Hattstedt gaben die Kieler eine frühe Führung noch aus der Hand und kassierten in der Nachspielzeit den entscheidenden Knockout zum 1:2. Damit rückt der rettende Relegationsplatz in weite Ferne.

Blitzstart durch Alban Jashari schürt Hoffnung

Die Partie begann für die Hausherren wie gemalt. Kaum hatte Schiedsrichter Jannes Flaszynski angepfiffen, zappelte der Ball bereits im Netz der Gäste. Alban Jashari nutzte eine Unachtsamkeit in der Hattstedter Hintermannschaft eiskalt aus und markierte mit seinem 14. Saisontreffer die Führung.

Gästetrainer Sebastian Kiesbye schilderte die Szene nach Abpfiff sichtlich bedient: „Ja, das Spiel begann absolut nicht nach unserer Vorstellung. Wir haben direkt im Anstoß einen Gegenangriff bekommen und dann, als der Ball in unseren Strafraum flog, haben wir den nicht ordentlich klären können. Und der flog dann dem Jashari vor die Füße, der trocken abzog aus zwanzig Metern und dann unten rechts bei uns ein Tor einschlug. So stand es dann nach nach einer Minute schon eins zu null.“

Trotz des frühen Schocks kämpften sich die Nordfriesen auf dem schwierigen Geläuf zurück in die Partie. Sowohl ein Pfostenschuss von Rino Ademi als auch eine vergebene Großchance von Dennis Jeßat ließen die Kieler Führung bis zur Pause jedoch bestehen.

Hattstedter Dauerdruck in der zweiten Hälfte

Nach dem Seitenwechsel änderte sich das Bild auf dem Sportplatz am Radsredder grundlegend. Während Comet Kiel versuchte, aus einer zunächst gut stehenden Defensive Konter zu fahren, erhöhte Hattstedt immer mehr die Schlagzahl. Die Gäste kamen mit „frischem Wind“ aus der Kabine, wie Kiesbye analysierte: „Da haben wir dann ein bisschen umgestellt, haben zwei neue Spieler gebracht, frischen Wind gebracht und das ging auch gut auf. Wir haben das Spiel dann zunehmend an uns gerissen, hatten mehrere Möglichkeiten. Haben uns dann auch durch Dennis Jeßat belohnt zum 1:1-Ausgleich und das Spiel ging größtenteils dann in eine Richtung, und zwar auf das Tor von Comet.“

Tarek Yassine (TSV Hattstedt) im Zweikampf mit Anis Assameur (li., SVE Comet Kiel). © 2026 Ismail Yesilyurt
Tarek Yassine (TSV Hattstedt) im Zweikampf mit Anis Assameur (li., SVE Comet Kiel). © 2026 Ismail Yesilyurt

In der 64. Minute war es schließlich soweit: Dennis Jeßat egalisierte aus halbrechter Position zum verdienten 1:1. Kiel hatte nun zunächst noch das Glück des Tüchtigen, als Tarek Yassine nur die Latte traf und Jonas Heider eine Kopfballchance liegen ließ.

Rote Karte und der späte K.o.

In der Schlussphase überschlugen sich die Ereignisse. In der 83. Minute schwächte sich der SVE Comet selbst, als Arian Jashari nach einer Unsportlichkeit die Rote Karte sah.

„Dann bekam aber Comet noch eine rote Karte aus dem Gewühl heraus. Ich weiß nicht genau. Tätlichkeit, Beleidigung, irgendwie so was wurde da geahndet. Und ja, dann hatten wir noch mal zehn Minuten in Überzahl“, so Kiesbye. Arian Jashari hatte seinem Gegenüber „Halt´s Maul“ an den Kopf geworfen. Schiedsrichter Jannes Flaszynski stand bei einem großen Pulk von Spielern in der Nähe und zückte sofort die Rote Karte.

Schiedsrichter Jannes Flaszynski mit der Roten Karte für Arian Jashari (2. v. l., SVE Comet)
Schiedsrichter Jannes Flaszynski mit der Roten Karte für Arian Jashari (2. v. l., SVE Comet)

Die Überzahl nutzten die Gäste gnadenlos aus. In der dritten Minute der Nachspielzeit war es der eingewechselte Nour Jaber, der sein Premierentor in der Landesliga erzielte und den TSV Hattstedt in Ekstase versetzte.

Düstere Aussichten für den SVE Comet

Für die Kieler ist diese Niederlage ein sportlicher Offenbarungseid. Statt den Rückstand auf den Relegationsplatz von Hattstedt auf zwei Punkte zu verkürzen, klafft nun eine Lücke von acht Zählern bei nur noch sieben ausstehenden Spielen. Der Gang in die Verbandsliga Ost scheint kaum noch abwendbar.

Hattstedt hingegen atmet tief durch. Für Sebastian Kiesbye war der Sieg eine Frage der Einstellung „Ja, wir hatten gesagt in der Halbzeit, dass wir dieses Spiel irgendwie gewinnen müssen. Also dieser Platz hat ja nicht groß Fußball zugelassen, aber man musste einfach mit dem Willen, mit Zweikampfstärke, mit Bissigkeit musste man einfach diese drei Punkte einfahren.“

Während Hattstedt am Montag bereits beim hohen Favoriten Eckernförder SV vielleicht nachlegen kann, muss man sich in Kiel fragen, wie die nötige Moral für das Saisonfinale noch aufgebracht werden kann.

Stimme zum Spiel

Sebastian Kiesbye (Trainer TSV Hattstedt)

TABELLE

Pos Verein Sp. Pkt. Tore
1TSB Flensburg (Ab)236586:17
2Eckernförder SV (Ab)224851:22
3SV Frisia 03 Risum-Lindholm234364:35
4SpVg Eidertal Molfsee (Ab)244276:50
5SSG Rot-Schwarz Kiel224147:42
6TSV Klausdorf233857:46
7TSV Rantrum223772:47
8SC Weiche Flensburg 08 II233555:44
9SV Dörpum232855:51
10TSV Kronshagen242527:33
11TSV Kropp (Auf)232334:54
12TSV Friedrichsberg-Busdorf222240:61
13TSV Hattstedt232238:60
14TuS Jevenstedt221827:55
15SVE Comet Kiel (Auf)231432:78
16Heider SV II (Auf)24937:103

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