Nicht zu stoppen auf dem Kunstrasenplatz: Jonas Schäfer (TSV Altenholz), dem drei Tore gelingen. © Ismail Yesilyurt
Es war ein Nachmittag zum Vergessen für den Wiker SV und eine starke Perfomance des TSV Altenholz. Im Kieler Derby am Nord-Ostsee-Kanal feierten die Gastgeber am 24. Spieltag der Verbandsliga Ost einen fulminanten 6:1-Heimsieg. Besonders eine gnadenlose erste Halbzeit sorgte dafür, dass die beiden Tabellennachbarn in der Tabelle die Plätze tauschen.
Wer zu spät zum Anpfiff am Altenholzer Sportzentrum erschien, hatte bereits das erste Highlight auf dem Kunstrasenplatz verpasst. Schon in der 3. Minute eröffnete Fabian Feißt den Torreigen und gab damit die Richtung für eine erste Hälfte vor, die man auf Seiten des TSV wohl als „nahezu perfekt“ beschreiben kann.
Gute Effizienz-Quote: Eine Halbzeit wie im Rausch
Der TSV Altenholz knüpfte nahtlos an die guten Leistungen der Vorwoche gegen den Suchsdorfer SV an. Trainer Nils Lenschau zeigte sich nach Abpfiff sichtlich stolz auf die Umsetzung seiner Vorgaben: „Wir haben uns vorgenommen, diese positive Entwicklung, die wir in den letzten Wochen im Training sehen, auch am Wochenende umzusetzen. Und das ist uns gerade in der ersten Halbzeit mit Bravour gelungen.“
Besonders Jonas Schäfer erwies sich als Albtraum für die Wiker Defensive. Der TSV-Torjäger schraubte mit drei Toren (20., 23., 42.) das Ergebnis in die Höhe. Auch das eigene Konto erfuhr die Einzahlungen 15, 16 und 17. Damit liegt Schäfer weiterhin an zweiter Stelle der Torjägerliste der Verbandsliga Ost. Maalik Brackmann (39.) hatte zwischendurch auf 4:0 erhöht. „Wir waren sofort da und haben vorne gnadenlos die Chancen ausgenutzt“, resümierte Lenschau den 5:0-Pausenstand. Dass die Wiker zur Halbzeit bereits „einen auf den Deckel“ bekommen hatten, war angesichts der Dominanz der Gastgeber fast noch milde ausgedrückt.

Wiker Moral trotz aussichtsloser Lage
Trotz des herben Rückschlags bewies der Wiker SV nach dem Seitenwechsel Charakter. Anstatt sich kampflos ihrem Schicksal zu ergeben, suchten die Gäste unter Trainer Dannie Osterhoff den Weg nach vorne. Lenschau zollte dem Gegner dafür Respekt: „Ich muss der Wik ein großes Kompliment aussprechen, dass sie nicht zurückgesteckt haben. Man hat gesehen, dass sie eine gefestigte Mannschaft sind, die auch so ein 0:5 nicht aus der Bahn werfen kann.“
In der 58. Minute belohnte Nico Otto die Bemühungen der Wiker mit dem Ehrentreffer zum 1:5. Das Spiel entwickelte sich nun zu einem offenen Schlagabtausch, bei dem die Ordnung auf beiden Seiten zeitweise verloren ging. „In der zweiten Halbzeit hätte es durchaus 4:4 ausgehen können“, gab Lenschau zu Protokoll. „Es gab auf beiden Seiten wirklich große Chancen.“ Den Schlusspunkt unter eine unterhaltsame Partie setzte schließlich erneut Fabian Feißt, der in der Nachspielzeit den 6:1-Endstand markierte (90.+2).
Altenholz zieht vorbei – Wik hat Nachholbedarf
Durch den deutlichen Sieg zieht der TSV Altenholz aufgrund des besseren Torverhältnisses am Wiker SV vorbei und klettert auf Rang sieben. Wobei das Tabellenbild noch schief hängt: Die Wiker haben noch drei Nachholspiele in der Hinterhand, um die Hierarchie am Kanal wieder geradezurücken.
Für Nils Lenschau war das Derby eine Bestätigung der aktuellen Form, aber auch ein Fingerzeig für die Zukunft: „Wir nehmen das als Gesamtpaket und sehen, wo wir stehen und was wir können, aber auch, woran wir noch arbeiten müssen.“
TSV Altenholz: Schwarz – Baesler, Eckey, Lohse, Bodendorf – Hansen (61. Matthea) – Brackmann (61. Biedermann), Dettenkofer (78. Rohlfs), Farokhi (69. Kessler), Feißt – Schäfer (86. Bansemer).
Trainer: Nils Lenschau.
Wiker SV: Anderer – Kapess, Otto, Kahnwald, Kaya, Bremer, Großmann (76. Glowatzka), Pankow, Blechenberg, von Roennen, Behrens (36. Ketelsen), Wittern.
Trainer: Dannie Osterhoff.
SR: Jonas Tetzner (TSV Friedrichsberg-B.).
Ass.: Jan Pohlke, Kevin Schröder.
Z.: 100.
Tore: 1:0 Fabian Feißt (3.), 2:0 Jonas Schäfer (20.), 3:0 Jonas Schäfer (23.), 4:0 Maalik Brackmann (39.), 5:0 Jonas Schäfer (42.), 5:1 Nico Otto (58.), 6:1 Fabian Feißt (90.+2).
