Cheftrainer Willi Weiße (Holstein Kiel II) im Auftaktspiel der Oberliga bei Kilia Kiel. © 2025 Ismail Yesilyurt
Die U23 von Holstein Kiel steht im Umbruch: Zur neuen Saison 2026/27 wird es einen neuen Cheftrainer geben. Heute gaben Verein und Trainer offiziell bekannt, dass sich ihre Wege einvernehmlich zum Saisonende trennen werden. Weiße wird seinen auslaufenden Vertrag nicht verlängern und Holstein Kiel II nach zwei Jahren als Cheftrainer verlassen
„Wir waren stets von Willis Qualitäten als Trainer überzeugt und sind ihm daher auch sehr dankbar dafür, dass er im vergangenen Sommer an Bord geblieben ist, um gemeinsam mit seinem Trainerteam einen neuen Anlauf in der Oberliga Schleswig-Holstein zu nehmen und unsere junge Mannschaft weiterhin auf ihrem Weg zu begleiten. Unter seiner Führung konnten sich unsere Nachwuchsspieler kontinuierlich weiterentwickeln, sodass es auch sein Verdienst ist, dass beispielsweise ein Eigengewächs wie Ikem Ugoh derartige Fortschritte gemacht hat, dass er im Dezember vergangenen Jahres einen Profivertrag unterschrieben hat“, sagte Dominic Peitz auf der Webseite von Holstein Kiel.
Entscheidung nach vertrauensvollen Gesprächen
„Im Zuge seines im Sommer auslaufenden Vertrages standen wir zuletzt regelmäßig mit Willi in einem sehr vertrauensvollen und konstruktiven Austausch, an dessen Ende wir gemeinsam zu der Entscheidung gelangt sind, die Zusammenarbeit nicht über den Sommer hinaus fortzusetzen. Die Gespräche waren von großer Offenheit und enormer gegenseitiger Wertschätzung geprägt, sodass beide Seiten positiv gestimmt der restlichen Rückrunde entgegenblicken. Für die Zeit danach wünsche ich Willi sportlich wie privat nur das Beste sowie viel Erfolg auf seinem weiteren Weg“, ergänzte Holsteins NLZ-Direktor.

Sommer 2024: Weiße übernimmt bei den Jungstörchen
Im Sommer 2024 trat Willi Weiße sein Amt als Cheftrainer der zweiten Mannschaft von Holstein Kiel an. Der damals 36-jährige UEFA-Pro-Lizenz-Trainer kam ins Nord-NLZ, nachdem er zuvor im Nachwuchsbereich des 1. FC Union Berlin und der SG Dynamo Dresden gearbeitet hatte.
Die Saison 2024/25 war für Holstein Kiel II ein Wechselbad der Gefühle. Unter Weiße begann die Spielzeit mit einigen Höhen – etwa deutlichen Siegen gegen Konkurrenten – doch die Mannschaft konnte am Ende den Abstieg aus der Regionalliga Nord nicht verhindern und landete in der Fünftklassigkeit. Im Mai 2025 verlängerte Holstein Kiel den Vertrag mit Weiße, um gemeinsam den Neuanfang in der Oberliga anzugehen – ein Zeichen von Vertrauen und Wertschätzung für seine Arbeit im NLZ.
Saison 2025/26: Stabilität in der Oberliga
In der Saison 2025/26 konsolidierte Weiße die U23 in der Oberliga Schleswig-Holstein. Mitte Saison standen die Jungstörche in der Spitzengruppe der Liga, eine Leistung, die zeigt, dass sich seine Handschrift in taktischer Stabilität und Spielerentwicklung auszahlt. Verein und Trainer betonten in Interviews wiederholt, dass die Ausbildung junger Talente wie Ikem Ugoh oder Louis Köster ein wichtiges Ziel sei.

Willi Weiße hat in zwei Jahren bei Holstein Kiel II eine schwierige Mission begleitet: den Abstieg aus der Regionalliga zu verkraften, die Mannschaft neu aufzubauen und in der Oberliga konkurrenzfähig zu machen. Die U23 belegt aktuell den zweiten Tabellenplatz, hat aber sieben Punkte Rückstand auf die Spitze.
Weiße blickt dankbar zurück und nach vorn
„Zunächst möchte ich mich bei den Verantwortlichen für das entgegengebrachte Vertrauen in den vergangenen Monaten bedanken. Die Zeit in Kiel war für mich sehr intensiv und lehrreich, geprägt von sportlichen Highlights, aber auch von Rückschlägen. Mir war es stets ein persönliches Anliegen, gemeinsam mit den Spielern intensiv an ihrer Entwicklung zu arbeiten und sowohl jeden Einzelnen als auch die Mannschaft insgesamt voranzubringen. Das ist uns in den vergangenen Monaten gelungen. Gleichzeitig hat sich bei mir zuletzt der Wunsch verfestigt, zur kommenden Spielzeit eine neue Herausforderung zu suchen. Umso dankbarer bin ich den Verantwortlichen für den offenen und konstruktiven Austausch. Es war mir wichtig, frühzeitig das Gespräch zu suchen, um für alle Seiten Klarheit zu schaffen. Nun gilt mein voller Fokus den verbleibenden Spielen, in denen wir als Mannschaft alles geben werden, um die Saison bestmöglich abzuschließen“, richtet Weiße seinen Blick weiterhin auf den sofortigen Wiederaufstieg in die Regionalliga.
