Der VfR Neumünster in Jubellaune nach dem 3:1 gegen Oldenburg und den Sprung in die Top 5. © 2026 Olaf Wegerich
In der schönen stimmungsvollen altehrwürdigen Grümmi-Arena an der Geerdtstraße empfing Rasensport Neumünster die Gäste aus Wagrien. Die Saison geht auf die Zielgerade. Der OSV von Trainer Florian Stahl scheint noch den einen oder anderen Punkt zu brauchen, um auch im nächsten Jahr mit Sicherheit der Oberliga anzugehören. Dagegen hat der VfR sein Saisonziel „sorgenfreie Spielzeit“ längst erreicht. Die Punktzahl war nach 23 Spielen bereits deutlich höher als in den Vorjahren am Saisonende. Für die Cornelius-Elf war deshalb heute wieder der am Mittwoch (2:2 im Derby gegen den PSV) verpasste Sprung in die „Top-Five“ möglich. Mit dem heutigen 3:1-Erfolg gelang das auch.
VfR ohne Vier
Wie schon am Mittwoch musste Trainer Danny Cornelius gleich auf vier zentrale Mittelfeldspieler verzichten. Neben dem langzeitverletzten Sven Freitag fallen nun auch Visar Mehmeti (Innenband) und Radovan Karaman (Knorpelschaden) für den Rest der Saison aus. Und auch Routinier Kevin Schulz musste mit Knieproblemen wieder passen. Danny Cornelius beorderte darob heute Kapitän Kenny Korup ins Mittelfeld, für ihn musste der zuletzt dreimal in der Startelf stehende Jonas Schomaker den Platz räumen. Tom Schilling rückte für ihn als IV neben Christoph Kahlcke in die Startelf. Schomaker kam dann später als Einwechselspieler zu seinem 50. Punktspieleinsatz für Rasensport.

Oldenburg ohne Mielke, aber mit Freddy Kaps
Beim OSV fehlte Leistungsträger Rico Mielke. Daniel Junge kam angeschlagen erst nach der Pause, dagegen war Holstein Kiels U19-Trainer Freddy Kaps wieder dabei. Durch die Spielverlegung um zwei Stunden nach hinten, die der OSV angefragt hatte und dem der VfR nach eigener Aussage gerne zustimmte, war die Mitwirkung möglich.
Rasensports Blitzstart…
Nach einem langen Einwurf Schillings bekam der OSV den Ball nicht geklärt, Ilir Serifi staubte zum 1:0 ab. Doch das brachte keineswegs Souveränität in die Reihen der Gastgeber. „Und so steht der ganze Plan schon wieder über den Kopf, den wir uns vorgenommen hatten. Danach haben wir uns aber sichtlich stabilisiert, auch wenn Neumünster mehr Ballbesitz hatte. Wir mussten im Zentrum bisschen was umstellen, sodass wir ein bisschen mehr Zugriff bekommen“, erklärte Oldenburgs Cheftrainer Florian Stahl die Phase nach dem ersten Rückstand.
…beeindruckt die Stahl-Elf nicht
Die in den Zweikämpfen fairen, aber stahlharten Oldenburger übernahmen die Initiative. Lange Bälle auf Zielspieler Finn Severin erwiesen sich als probates Stilmittel. Zunächst vergab Sebastian Witt nach Kaps-Vorarbeit aus kurzer Distanz (14.). Doch nach einem Foulspiel an der Seitenauslinie kam der Freistoß knallhart, und Kaps köpfte mit all seiner Klasse ein (18.). Alles wieder offen. Nach 28 Minuten hatte Marcel Freund eine weitere gute Möglichkeit, schoss aber drüber. Bis dahin hatte OSV-Trainer Stahl recht, der dem VfR vor dem Spiel bescheinigt hatte, „kein Feuerwerk abzubrennen“.

Kein Feuerwerk, aber zweimal Tiki-Taka und der VfR führt 3:1
Nach der Freund-Großchance beruhigte der VfR erstmal das Spiel. Geduldig wurde hintenrum auf Sicherheit gespielt, um dann zweimal eiskalt zuzuschlagen, nachdem man sich den Gegner regelrecht zurechtgelegt hatte. „Zwei für uns eigentlich untypische Tore aus langem eigenen Ballbesitz heraus“, so Trainer Danny Cornelius im Nachgang beim Fan-Talk.
Zweimal wurden hintenrum mehrfach die Seiten verlagert, um dann One-Touch-Fußball vom Feinsten zu zelebrieren. Den durch die Verlagerungen gewonnenen Raum nutzte Kahlcke zu Steilpässen jeweils auf Serifi, der zunächst beim 2:1 einen schnellen Doppelpass mit Berk Akcicek spielte und dann frei vor Cordes zum 2:1 (32.) einschob. Beim 3:1 (45.) setzte Serifi, wieder steil von Kahlcke bedient, Alija in Szene, der noch einen Haken schlug und ins kurze Eck traf. Bereits vorher (37.) war nach einem missglückten Rückpass auf Cordes Alija schon an diesem vorbei, entschloss sich aber statt aus spitzem Winkel zu schießen zum Abspiel, das jedoch verteidigt wurde.
OSV in der Halbzeit mit Offensiv-Doppelwechsel
Zur zweiten Hälfte bringt Stahl dann mit Junge und Jan-Erik Kränzke zwei Stürmer. Sofort ist der Druck auf das VfR-Tor wieder da. Nach 47 Minuten klärt Kahlcke in höchster Not vor Junge, touchiert dabei noch die eigene Latte. Außerdem gingen beim Zweikampf mit Junge die Schuhe kaputt. Die nächsten drei Minuten spielt Rasensport deshalb zu zehnt. Aber auch in der Folgezeit ist Christopher Newe im VfR-Tor schwer beschäftigt. Der OSV geht volles Risiko.
Eigentlich wie gemalt für den so gerne konternden VfR, aber im schnellen Umschaltspiel nach vorne kann man sich gegen die robuste und kompromisslose OSV-Defensive auch im drei gegen drei oder zwei gegen zwei heute kaum mal durchsetzen. Und das in der letzten Viertelstunde vor der Halbzeit praktizierte Ballhalten gelingt durch das jetzt hohe Anlaufen der Oldenburger kaum noch.
Zweimal Pfosten
Trotzdem hat der VfR noch eine Riesenmöglichkeit. Nach einem Aufbaufehler des OSV schießt Serifi von der Mittellinie sofort, Cordes steht weit vor dem Tor. Der Ball klatscht an den Pfosten (63.). Im Gegenzug trifft Heinrich Lunau von halblinks nur den Außenpfosten.

„Es dann auch ein verdienter Sieg für Neumünster“, fasste später Stahl das Spiel zusammen, „aber wir haben im Moment einfach richtig Scheiße an den Schuhen, egal wer es dann auch ist. Wir haben so viele Großchancen und machen dann einfach die Tore nicht und so kannst du am Ende auch keine Spiele gewinnen – muss man ganz ehrlich sein. Am Ende geht es darum, Tore zu verteidigen und Tore zu machen und das haben wir beides heute nicht gut gemacht in den Aktionen.“
Die Beine werden schwer
Rafael Krause kommt nach einem Konter dann für den VfR (69.) noch einmal zum Abschluss, der Ball streicht am langen Pfosten vorbei. Doch die größte Chance der zweiten Hälfte lässt der OSVer Silas Bünning aus, als er aus abseitsverdächtiger Position ganz frei vor Newe an diesem scheitert. Beim VfR schleichen sich jetzt vermehrt ungewohnte technische Fehler ein.
Nach dem Derby am Mittwoch wurden dann doch die Beine sichtlich schwerer. Doch Nick Neca, Kenny Korup und Jan Lippegaus, die alle in den drei umkämpfenden Partien der letzten Woche jeweils über 90 Minuten durchfighteten, hielten durch und brachten mit den frisch eingewechselten Kräften die von Cornelius angestrebte „Null“ für die zweiten 45 + 4 Minuten nach Hause.
„Wir haben jetzt noch fünf Spiele: Wir haben noch ein kleines Polster angearbeitet von vier Punkten, aber so langsam sollten wir aufwachen und auch mal Zählbares wieder einfahren, ansonsten wird die Luft nämlich da unten immer dünner“, sagte Florian Stahl zum Tabellenbild der Oberliga.
Fazit
Der OSV wird mit dieser geballten physischen Power die noch nötigen Punkte holen. Der VfR dürfte froh sein, dass die nächste Woche keine „englische“ ist.
Stimme zum Spiel
VfR Neumünster: Newe – Neca, Kahlcke, Schilling (73. Kramer), Lippegaus – Serifi (90. Arshakyan), Korup, Akcicek (73. Schomaker), Krause (86. Marquardt) – Alija (79.Carvalho), Adesanya.
Trainer: Danny Cornelius.
Oldenburger SV: Cordes – Müller, Marvin Freund (77. Salke), Robin Bünning, Neumann (46. Kränzke) – Witt (46. Junge), Heinrich Lunau, Silas Bünning – Marcel Freund, Kaps – Severin.
Trainer: Florian Stahl.
Schiedsrichter: Hauke Moje (Osterrönfelder TSV).
Assistenten: John Wilhoeft, Stefan Bremer.
Zuschauer: 203.
Tore: 1:0 (3.) Serifi, 1:1 (18.) Kaps, 2:1 (32.) Serifi, 3:1 (45.) Alija.
26. Spieltag – Oberliga SH
| Datum | Begegnung | Erg. |
|---|---|---|
| 17.04.26 | FC Kilia Kiel – 1. FC Phönix Lübeck II | 6:1 |
| 17.04.26 | Eutin 08 – Heider SV | 3:1 |
| 18.04.26 | MTSV Hohenwestedt – TSV Nordmark Satrup | 1:1 |
| 18.04.26 | TuS Rotenhof – Kaltenkirchener TS | 1:0 |
| 18.04.26 | PSV Union Neumünster – SV Todesfelde | 0:3 |
| 18.04.26 | SV Preußen Reinfeld – SV Eichede | 1:3 |
| 19.04.26 | Inter Türkspor Kiel – Holstein Kiel U23 II | 0:3 |
| 19.04.26 | VfR Neumünster – Oldenburger SV 1865 | 3:1 |
| Pos | Verein | Sp. | Tore | Pkt. |
|---|---|---|---|---|
| 1 | SV Todesfelde (Ab) | 26 | 70:24 | 65 |
| 2 | Holstein Kiel U23 II (Ab) | 26 | 67:24 | 55 |
| 3 | SV Eichede | 24 | 54:24 | 52 |
| 4 | FC Kilia Kiel | 26 | 75:34 | 49 |
| 5 | VfR Neumünster | 24 | 53:43 | 42 |
| 6 | Heider SV | 26 | 52:53 | 41 |
| 7 | 1. FC Phönix Lübeck II (Auf) | 24 | 52:46 | 37 |
| 8 | Polizei SV Union Neumünster | 25 | 53:48 | 35 |
| 9 | Kaltenkirchener Turnerschaft (Auf) | 25 | 39:48 | 32 |
| 10 | TSV Nordmark Satrup | 24 | 32:34 | 31 |
| 11 | Oldenburger SV | 25 | 48:66 | 25 |
| 12 | TuS Rotenhof | 25 | 41:64 | 24 |
| 13 | MTSV Hohenwestedt | 25 | 37:57 | 22 |
| 14 | Eutin 08 | 24 | 26:52 | 21 |
| 15 | Inter Türkspor Kiel (Auf) | 26 | 27:69 | 20 |
| 16 | SV Preußen Reinfeld | 25 | 29:69 | 12 |
