Heikendorfer SV wahrt Aufstiegschance: Souveräner 3:0-Erfolg gegen TSB Flensburg II

von Ismail Yesilyurt

Lukas Deutschbein (Heikendorfer SV) sorgte mit seinem 1:0 für einen guten Flow des HSV. © 2024 Ismail Yesilyurt


Der Heikendorfer SV bleibt im Rennen um den Aufstieg in die Landesliga! Nach der bitteren 2:3-Auftaktniederlage in Heiligenstedten hat die Mannschaft von Trainer Mark Hungerecker die passende Reaktion gezeigt und einen verdienten Dreier eingefahren. Auf neutralem Platz in Eckernförde bezwang der Tabellenzweite der Verbandsliga Ost die Zweitvertretung des TSB Flensburg souverän mit 3:0.

Durch diesen Erfolg wahren die Heikendorfer alle Chancen auf die beiden ersten Plätze der Aufstiegsrunde, die den direkten Sprung in die zweithöchste Landesklasse dienen. Für den TSB Flensburg II ist der Traum von der Landesliga hingegen vorzeitig geplatzt. Die Flensburger verabschieden sich noch vor dem abschließenden dritten Spieltag aus dem Aufstiegsrennen, da Platz eins und zwei rechnerisch nicht mehr möglich sind. Selbst der dritte Rang, der beim Regionalliga-Aufstieg des SV Todesfelde noch ein Hintertürchen öffnet, ist aufgrund der schlechten Torbilanz von 1:6 Treffern in weite Ferne gerückt. TSB-Coach Hoymar Sörensen hakte das Thema nach der zweiten Pleite realistisch ab: „Wir gehen davon aus, dass wir, auch wenn wir ’ne theoretische Chance haben, die tatsächlich nur theoretisch ist und dann, dass das eigentlich gelaufen ist.“

Blitzstart entscheidet die Partie bereits im ersten Durchgang

Vor 180 Zuschauern in Eckernförde fackelten die Heikendorfer nicht lange und sorgten bereits in der ersten halben Stunde für klare Verhältnisse. Nach der ärgerlichen Pleite in Heiligenstedten, die laut Trainer Mark Hungerecker „kurz mal ein bisschen wehgetan“ hatte, war vor der Partie „natürlich ein bisschen Druck auf dem Kessel“. Beide Teams wussten um die Brisanz, da der Verlierer kaum noch Chancen auf den Aufstieg gehabt hätte. Doch die Heikendorfer Jungs zeigten sich von der ersten Minute an extrem präsent und zweikampfstark. Auf der Gegenseite räumte Sörensen fair ein: „Heikendorf war insbesondere in der ersten Halbzeit besser als wir. Von daher, ist der Sieg in Ordnung.“

Bereits in der 10. Spielminute brach der Bann durch einen bitteren Abwehrpatzer der Flensburger. Innenverteidiger Fabian Groht spielte einen unglücklichen Pass in die Mitte, den Heikendorfs Nummer 19, Timo Martens, gedankenschnell abfing. Er bediente die Nummer 24, Lukas Deutschbein, welcher das Leder mit einem satten Flachschuss aus 18 Metern im Gehäuse unterbrachte – TSB-Keeper Lukas Padebusch war absolut chancenlos.

Nur wenig später legte der HSV nach – und bewies dabei immense Standardstärke. In der 19. Minute erhöhte Tim Mordhorst nach einer Ecke, die Flensburg nicht richtig klären konnte, auf 2:0. In der 27. Minute verwertete Timo Martens einen Freistoß aus dem Halbfeld zum 3:0-Halbzeitstand. Dem Treffer war ein Abstimmungsfehler zwischen Luke Albertsen und Torwart Padebusch vorausgegangen, wodurch der Ball unglücklich abgefälscht wurde und aus kurzer Distanz nur noch über die Linie gedrückt werden musste.

Für den TSB Flensburg II war dieser schnelle Drei-Tore-Rückstand der absolute „Killer“. Nachdem die Flensburger schon im Spiel gegen den Türkischen SV einen Doppelschlag hinnehmen mussten, schienen sie diesen erneuten Rückschlag vor der Pause nicht mehr ganz zu verkraften.

Flensburger Steigerung nach dem Seitenwechsel

Nach dem Seitenwechsel schaltete Heikendorf einen Gang zurück. „Wir haben es schon ein bisschen verwaltet“, gab Hungerecker nach Abpfiff offen zu. „Als Trainer wünscht man sich immer ein bisschen was anderes, dass man noch ein bisschen präsenter im Ballbesitz ist, aber alles gut. Ist ein Aufstiegsspiel, dann geht es erst mal darum, das Ding zu verteidigen.“

Aus Sicht von TSB-Trainer Sörensen verkaufte sich sein Team im zweiten Durchgang spürbar teurer: „Wir haben’s zweite Halbzeit deutlich besser gemacht, haben Zweikämpfe angenommen, haben, ich sag mal, auf Augenhöhe gespielt und ja, und ich glaube, wir hätten auch einen Anschlusstreffer verdient gehabt, auch wenn wir keine hochkarätigen Chancen hatten, aber, wie gesagt, der, die Niederlage ist ’n Tick zu hoch ausgefallen.“ Hungerecker hingegen verbuchte die Defensivleistung als vollen Erfolg und betonte, dass er sich an keine einzige große Flensburger Chance über die 90 Minuten erinnern könne.

Stattdessen hätte der HSV das Ergebnis durch einen Pfostenschuss von „Aybo“ sowie eine hochkarätige Eins-gegen-Eins-Situation von Timo Martens sogar noch weiter in die Höhe schrauben können. Trotz des verpassten vierten oder fünften Tores stand am Ende ein völlig ungefährdeter und laut Hungerecker „hochverdienter“ Erfolg zu Buche.

Blick nach vorn: Lerneffekt aus der Personalnot

Dass der TSB Flensburg II in dieser Aufstiegsrunde an seine Grenzen stieß, hatte auch personelle Gründe. Sowohl am Sonntag beim Türkischen SV in Lübeck beim 1:3 als auch gegen Heikendorf musste das Trainerteam aus akuter Personalnot mit fünf A-Jugendspielern agieren. „Die haben es super gemacht“, lobte Sörensen den Nachwuchs trotz der Niederlagen. Für die Zukunft der jungen Mannschaft sieht er in den harten Partien eine wichtige Schule: „Wir haben aus diesem Spiel und auch aus dem Spiel Sonntag sehr viel gelernt und ich bin mir ziemlich sicher, dass wir nächste Saison gestärkt aus der Verbandsliga hervorgehen und dann hoffentlich eine sehr gute Rolle spielen.“ Zuvor wollen sich die Flensburger am Sonnabend gegen Heiligenstedten noch „vernünftig aus der Aufstiegsrunde verabschieden“.

Showdown im heimischen Sportpark: Ein Endspiel um den Aufstieg

Nach den bisherigen Ergebnissen der Aufstiegsrunde spitzt sich die Lage in der Tabelle dramatisch zu. Der Türkische SV Lübeck führt das Klassement dank des besseren Torverhältnisses punktgleich mit dem TSV Heiligenstedten (beide 4 Zähler) an. Der Heikendorfer SV lauert mit drei Punkten und der besten Tordifferenz (+2) direkt dahinter auf Rang drei.

Damit kommt es für den Ostvertreter am kommenden Samstag im heimischen Sportpark zu einem echten Endspiel gegen den Spitzenreiter Türkischer SV Lübeck aus der Südstaffel. Die Ausgangslage für die Hungerecker-Elf ist vielversprechend: Mit einem Heimsieg würde der HSV nach drei Jahren Abstinenz die lang ersehnte Rückkehr in die Landesliga perfekt machen. Je nach Parallelspiel zwischen Flensburg und Heiligenstedten könnte den Heikendorfern im besten Fall sogar schon ein Unentschieden reichen, um einen der ersten beiden Plätze zu sichern.

Stimmen zum Spiel

Mark Hungerecker (Trainer Heikendorfer SV)
Hoymar Sörensen (Trainer TSB Flensburg II)
Aufstiegsrunde zur Landesliga

Spiele

  • TSV Heiligenstedten – Heikendorfer SV 3:2
  • Türkischer SV Lübeck – TSB Flensburg II 3:1
  • TSV Heiligenstedten – Türkischer SV 1:1
  • Heikendorfer SV – TSB Flensburg II 3:0
  • Heikendorfer SV – Türkischer SV 06.06.26 – 16 Uhr
  • TSB Flensburg II – TSV Heiligenstedten 06.06.26 – 16 Uhr

Tabelle

Platz Verein Punkte Tore
1. Türkischer SV HL 4 4:2
2. TSV Heiligenstedten 4 4:3
3. Heikendorfer SV 3 5:3
4. TSB Flensburg II 0 1:6

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