Die Frauen von Fortuna Bösdorf meisterten eine schwierige Saison mit einem tollen 6. Platz in der Landesliga Holstein. © 2026 Fortuna Bösdorf
Hinter den Fußballfrauen des SV Fortuna Bösdorf liegt eine emotionale und kräftezehrende Spielzeit in der Landesliga, die am Ende jedoch ein echtes Happy End bereithielt. Nachdem die Mannschaft im Jahr 2025 noch völlig verlustpunktfrei den sofortigen Wiederaufstieg ins schleswig-holsteinische Unterhaus gefeiert hatte, war allen Beteiligten von vornherein klar, dass das Abenteuer Klassenerhalt ein hartes Stück Arbeit werden würde.
Die Vorzeichen standen von Beginn an unter keinem guten Stern. Bereits kurz vor dem Saisonstart gerieten die Bösdorferinnen in personelle Nöte, da drei fest eingeplante Akteurinnen, die ihre Zusage für die Spielserie bereits gegeben hatten, einen Rückzieher machten. Zudem bedeutete die Landesliga für einige Spielerinnen im Kader das absolute Neuland und eine enorme sportliche Herausforderung. Die Quittung folgte in der Hinrunde: Fast schon erwartungsgemäß überwinterte die Fortuna mit mageren neun Zählern auf einem Abstiegsplatz, wobei in vielen engen Partien auch das nötige Spielglück fehlte.
Schwung aus der Halle und eine furiose Rückrunde
Den Wendepunkt der Saison läutete schließlich die Hallenrunde des KFV Holstein ein. Mit starken Podiumsplätzen – darunter ein dritter Platz beim Kreishallen-Masters sowie der Vize-Titel bei den Futsal-Kreishallenmeisterschaften – holte sich das Team das dringend benötigte Selbstvertrauen zurück. Nach einer anschließenden, sehr ordentlichen Wintervorbereitung präsentierten sich die Bösdorferinnen wie ausgewechselt.
In den verbleibenden zwölf Partien nach der Winterpause sammelte die Fortuna stolze 17 Punkte. Besonders in der entscheidenden Saisonphase drehte das Team auf und musste in den letzten sieben Begegnungen lediglich eine einzige Niederlage einstecken. Als Trumpfkarte erwies sich dabei die wiedergewonnene Heimstärke im Bösdorfer Stadion, wo nach der Winterpause nur ein einziges Spiel verloren ging. Auch die Belastungssteuerung in den drei kräftezehrenden „Englischen Wochen“ passte perfekt: Das Trainerteam verzichtete zumeist auf die regulären Trainingsabende und legte den vollen Fokus auf die Regeneration und die anstehenden Matchtage – eine Maßnahme, die sich mit einer Siegesserie bezahlt machte.
Überraschungscoup in der oberen Tabellenhälfte
Am Ende sprangen für die Fortuna ein Torverhältnis von 35:58 Treffern und 26 Punkte heraus. In der Endabrechnung bedeutete dies den überraschend starken 6. Tabellenplatz – ein Resultat in der oberen Tabellenhälfte, mit dem nach der verkorksten Vorrunde wohl selbst die kühnsten Optimisten nicht mehr gerechnet hätten.
Die Statistik der Saison unterstreicht die bemerkenswerte Moral und Konstanz des Aufsteigers: Zwar gelang es den Bösdorferinnen gegen keinen Kontrahenten, beide Saisonspiele zu gewinnen, im Gegenzug ging man aber auch gegen keinen Gegner zweimal als Verlierer vom Platz – selbst nicht gegen die absoluten Top-Teams der Liga. Bemerkenswert: Sobald die Fortuna in Führung ging, gaben die Frauen das Spiel kein einziges Mal mehr aus der Hand und verloren nach eigener Führung keine einzige Partie.
Ein Sonderlob gebührt dem personell ohnehin kleinen Kader, der immer wieder durch reaktivierte „Background-Player“ aufgefüllt werden musste. Die Mannschaft bewies ein enormes kollektives Stehvermögen, steckte auch vereinzelte herbe Klatschen klaglos weg und setzte am darauffolgenden Wochenende stets zu einem neuen Lauf an.
Würdiger Saisonabschluss trotz Final-Schmerz
Einziger sportlicher Wermutstropfen kurz vor dem endgültigen Saisonschluss war das Finale im Kreispokal. Dort mussten sich die Bösdorferinnen der Spielgemeinschaft SG Kalübbe/Bos/Sar/Der geschlagen geben und verpassten die Krönung im Pokalwettbewerb. Der guten Stimmung beim traditionellen Saisonabschlussgrillen der gesamten Bösdorfer Fußballsparte tat dies jedoch absolut keinen Abbruch.
Im feierlichen Rahmen des Abends wurden zudem die obligatorischen vereinsinternen Auszeichnungen an die prägenden Gesichter der Aufstiegssaison verliehen:
- Lina Kabus sicherte sich in ihrer allerersten Landesligasaison direkt die Torjägerkanone des Vereins.
- Torhüterin Katharina Munkelt, die sich im Saisonverlauf zu einem immer wichtigeren und bärenstarken Rückhalt zwischen den Pfosten entwickelte, verdiente sich souverän den Titel als „Trainings- und Einsatzkönigin“.
- Zur „Spielerin des Jahres“ wurde Mittelfeldakteurin Judith Huber gekürt. Sie erhielt die meisten Stimmen aus der Mannschaft und war zudem die einzige Akteurin im gesamten Kader, die in absolut jedem einzelnen Pflichtspiel dieser Saison auf dem Platz stand.

