Aufstieg perfekt: Steven Bolln erlöst Heiligenstedten

von Olaf Wegerich

Der TSV Heiligenstedten feiert den Landesliga-Aufstieg. © 2026 Jorik Lucht


Der TSV Heiligenstedten hat den Aufstieg in die Landesliga geschafft. Beim TSB Flensburg II reichte der Mannschaft von Trainer Stefan Pohlmann ein 2:2 (0:0)-Unentschieden, um den Aufstieg aus eigener Kraft zu schaffen. Damit ist nur zwei Jahre nach dem Abstieg aus der Landesliga der Wiederaufstieg in die zweithöchste Spielklasse des Landes gelungen. Dabei war der letzte Spieltag der Aufstiegsrelegation nichts für schwache Nerven, denn die beiden zeitgleich angesetzten Spiele in Flensburg und Heikendorf boten Dramatik pur.

In einem über die gesamten neunzig Minuten eher durchschnittlichen Spiel konnten die Gastgeber in der ersten Hälfte deutliche Feldvorteile für sich verbuchen, die wenigen sich bietenden Chancen gegen einen bis dahin sehr defensiv ausgerichteten Gast aus Heiligenstedten aber nicht nutzen.

So blieb es bis zur Pause in einem sehr fairen, aber an Höhepunkten armen Spiel, das von Oberligaschiedsrichter Tim Jeschkeit vom Gettorfer SC souverän geleitet wurde, beim torlosen Remis.

„Die Jungs waren blass vor dem Spiel und hatten Respekt vor dem, was da kommt. TSB hat komplett die Kontrolle des Spiels übernommen. Wir kamen leidlich in dem ein oder anderen Konter gefährlich nach vorne“, war dann auch die Bilanz von Gästetrainer Stefan Pohlmann nach den ersten 45 Minuten eher ernüchternd.

Doch damit nicht genug: Unmittelbar nach dem Seitenwechsel schockte der TSB die Steinburger durch einen Doppelschlag von Kristian Ivlev (49.) und Luk Albertsen (52.) binnen drei Minuten.

„Wahrscheinlich wären viele Mannschaften eingeknickt“, stellte Gästecoach Pohlmann fest, doch seine Jungs zeigten endlich die gewünschte Reaktion auf dem Platz und präsentierten sich auf einmal hellwach.

Endlich waren die Räume, die der TSB bis dahin so konsequent zugestellt hatte, vorhanden, und im Anschluss an einen Eckball gelang den Gästen durch Fynn Krüger (55.) tatsächlich der Treffer zum 1:2, als sich der TSB-Torhüter Padebusch und Innenverteidiger Setzepfandt nicht einig waren.

Fynn Krüger erzielte den Anschlusstreffer für Heiligenstedten. © 2026 Olaf Wegerich
Fynn Krüger erzielte den Anschlusstreffer für Heiligenstedten. © 2026 Olaf Wegerich

Nun zeigten die Steinburger ihr Potenzial und glänzten durch Selbstvertrauen und Entschlossenheit. Marlon Bolten hatte zunächst noch Pech mit einem Pfostentreffer, doch die Gäste blieben am Drücker und drängten mit Macht auf den Ausgleich.

Der gelang zwanzig Minuten vor Spielende Steven Bolln. „Das sind Geschichten, die nur der Fußball schreibt. Steven hat sich am Dienstag gegen den Türkischen SV Lübeck das Handgelenk gebrochen. Und bis gestern Mittag stand nicht fest, ob er spielen kann. Mit Manschette und Willen war er der Matchwinner“, lobte Pohlmann seinen Mentalitätsspieler.

Steven Bolln erzielte den 2-2 Ausgleichstreffer. © 2026 Olöaf Wegerich
Steven Bolln erzielte den 2-2 Ausgleichstreffer. © 2026 Olaf Wegerich

Auch Torhüter Nils Witten, der sich am Dienstag im Spiel gegen die Lübecker eine Zerrung zugezogen hatte, biss die Zähne zusammen und hielt über die volle Distanz durch. Dabei konnte er keinen wirklichen Abschlag spielen! Leider war Nachwuchs-Keeper Bennit Zöllmer an einer Erkältung erkrankt und musste passen.

So blieb es nach neunzig Minuten beim gerechten 2:2-Remis, das den Gästen aus Steinburg zum Aufstieg reichte. „Ich glaube, dass einige heute Morgen spontan einen Flug nach Malle gebucht haben. Wir haben aber die Abschlussfahrt aufgrund der Relegation gestrichen …. Und wollen jedes Spiel in der kommenden Saison als Aufstiegs-Party feiern“, sagte Aufstiegstrainer Stefan Pohlmann.

Stimmen zum Spiel

Trainer Stefan Pohlmann (TSV Heiligenstedten): Die Jungs haben einige Rückschläge hinnehmen müssen. Sind immer wieder aufgestanden! Heute ein Beispiel dafür. Hut ab vor der Moral und dem ständigen Glauben an den Erfolg!

Danke an den TSB, die uns mit offenem Visier vor große Herausforderungen stellten. Bei dem Spiel konnte man sehen, warum zu Hause nur gegen Husum verloren wurde.

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