Nico Heinrich (Heikendorfer SV) steht im Raum und Zeit richtig zum 1:1 per Kopfball bei der SG Sarau-Bosau. © 2026 Ismail Yesilyurt
In einem Duell, das an Spannung im zweiten Spielabschnitt kaum zu überbieten war, trennten sich die SG Sarau/Bosau und der Heikendorfer SV mit einem 1:1-Unentschieden. Die Zuschauer in Glasau erlebten eine Begegnung zweier Halbzeiten: Auf eine taktisch geprägte erste Hälfte folgte ein offener Schlagabtausch, der erst in der achten Minute der Nachspielzeit seinen Höhepunkt fand. Für den Heikendorfer SV könnte dieser späte Punktgewinn im Kampf um die vorderen Plätze noch Gold wert sein.
Zwar verpasste die Elf von Mark Hungerecker den Sprung auf den Relegationsplatz zwei, der in der Aufstiegsrunde zur Landesliga der vier Verbandsliga-Vize bis zu drei Aufstiegsplätze anbieten kann, aber nun wird vielleicht das Torverhältnis am Ende der Saison entscheiden.
Betonmischung statt Offensivwirbel: Saraus radikaler Taktikwechsel
Die Gastgeber aus Sarau/Bosau, normalerweise für ihre Offensivfreudigkeit bekannt, überraschten an diesem Tag mit einer komplett neuen Marschroute. Taktisch diszipliniert, mit einer massiven Fünferkette und zwei defensiven Sechsern davor, igelten sie sich in der eigenen Hälfte ein. „Wir haben uns ja leider oben aus den Rängen verabschiedet und wollten heute mal was Neues ausprobieren, was ein großer Teil der Liga immer macht: sich hinten reinmauern, wegverteidigen und mit langen Bällen agieren“, erklärte Tony Böhme, Teil des Trainerduos der SG, den radikalen Plan. Das Ziel war klar definiert: „So, die Null muss stehen heute.“
Frühe Führung und Heikendorfer Ideenlosigkeit
Dieser Plan ging zunächst perfekt auf. Bereits nach zwei Minuten zappelte der Ball im Heikendorfer Netz. Nach einem Ballgewinn im Zentrum schaltete die SG blitzschnell um, und Falk Espen Prieß schloss aus gut 25 Metern direkt ab, da der Heikendorfer Torwart zu weit draußen stand.

Die frühe Führung spielte den Gastgebern in die Karten, die sich fortan aufs Verteidigen konzentrierten. Heikendorf, sichtlich überrascht vom tiefstehenden Gegner, fand kaum spielerische Lösungen. Tony Böhme analysierte:
„Heikendorf fiel, glaube ich, nicht ganz so viel ein. Sie haben auch nicht so damit gerechnet und haben dann viel mit langen Bällen gespielt, die wir eigentlich alle relativ gut wegverteidigen.“
So ging es mit einer nicht unverdienten, wenn auch ballbesitzarmen Führung für die Gastgeber in die Kabinen.
Offener Schlagabtausch und Keeper-Großtaten
In der zweiten Halbzeit entwickelte sich ein offeneres Spiel. Während Heikendorf alles nach vorne warf, um das Bollwerk zu knacken, ergaben sich für Sarau/Bosau hochkarätige Kontermöglichkeiten. „In der zweiten Halbzeit hatten wir wirklich drei bis vier dicke Kontermöglichkeiten, die wir einfach unsauber zu Ende spielen“, ärgerte sich Böhme über die verpasste Vorentscheidung. Auf der anderen Seite verhinderte SG-Keeper Fabian Schacht mit einer glänzenden Parade das 1:1, und kurz darauf traf Heikendorf aus fünf Metern nur den Pfosten des leeren Tores. Es war ein Spiel auf Messers Schneide, in dem beide Teams ihre Chancen ungenutzt ließen.
Ärger über die Nachspielzeit: „Vom Schiedsrichtergespann geschenkt“
Als die reguläre Spielzeit abgelaufen war, deutete alles auf einen knappen Heimsieg der Heimelf hin. Zumal auch die Gäste durch den Platzverweis von Ayberk Kaya in der kompletten Nachspielzeit in Unterzahl spielen mussten. Doch die Overtime wurde zur unendlichen Geschichte und zum Stein des Anstoßes für die Gastgeber. Nach über acht Minuten Nachspielzeit fiel in der allerletzten Aktion des Spiels doch noch der Ausgleich. Ein Kopfballtor von Nico Heinrich bescherte den Gästen den späten Punktgewinn.

Tony Böhme war natürlich nicht amused über die Länge und Handhabung der Nachspielzeit:
„Ich frage den Linienrichter, wie lange noch ist. Er sagt zwanzig Sekunden und lässt dann noch gefühlt zweieinhalb Minuten weiterspielen. Da frage ich mich dann, wie so was funktionieren kann. Dann tut’s mir leid, dann ist es am Ende vom Schiedsrichtergespann geschenkt, weil zwanzig Sekunden sind nicht zweieinhalb Minuten.“
Trotz des Frusts über den späten Ausgleich zeigte sich Böhme mit der kämpferischen Leistung seiner Mannschaft zufrieden und stufte den Punkt als „verdient“ ein. Beide Mannschaften müssen nun mit diesem Unentschieden leben, das für Heikendorf im Aufstiegskampf den Spatz in der Hand und für Sarau/Bosau einen starken Kampf ohne Happy End bedeutete.
Stimmen zum Spiel
SG Sarau/Bosau: Schacht – Kath, Möhr, Müller, Rodriguez, Jansen – Guts, Prahl – Mika Hartmann (83. Clasen), Häsler (73. Ostdautaj) – Prieß (68. Hans Reimers).
Trainer: Tony Böhme/Mark Klukas.
Heikendorfer SV: Müller – Markwardt, Klindt, Heinrich, Sossou (75. Ronny Palm) – Botschatzke (68. Göser) – Kaya, Tim Mordhorst (80. Feldkamp), Martens (86. Obels), Jack Palm – Lühr.
Trainer: Mark Hungerecker.
SR: Moritz Fink (Rendsburger TSV).
Ass.: Sönke Rebehn, Rene Thielker-Meyer.
Z.: 167.
Rote Karte: Ayberk Kaya (90., HSV).
Tore: 1:0 Falk Espen Prieß )2.), 1:1 Nico Heinrich (90.+8).
Tabelle Verbandsliga Ost
| Pos | Verein | Sp. | Tore | Pkt. |
|---|---|---|---|---|
| 1 | SVG Pönitz | 25 | 68:44 | 50 |
| 2 | Probsteier SG 2012 | 25 | 77:45 | 46 |
| 3 | Heikendorfer SV | 25 | 48:17 | 46 |
| 4 | Wiker SV Kiel | 25 | 47:41 | 40 |
| 5 | SG Sarau / Bosau | 26 | 48:43 | 40 |
| 6 | SpVg Eidertal Molfsee II (Auf) | 25 | 69:54 | 38 |
| 7 | TSV Altenholz (Ab) | 26 | 64:57 | 38 |
| 8 | Kieler MTV (Auf) | 23 | 48:37 | 36 |
| 9 | Preetzer TSV (Ab) | 24 | 44:40 | 35 |
| 10 | TSV Plön | 26 | 52:53 | 33 |
| 11 | Suchsdorfer SV | 24 | 41:50 | 34 |
| 12 | MTV Dänischenhagen | 24 | 37:56 | 30 |
| 13 | TSV Flintbek | 25 | 37:51 | 28 |
| 14 | SG Oldenburg / SV Göhl II | 24 | 40:70 | 21 |
| 15 | TSV Gremersdorf (Auf) | 25 | 27:89 | 10 |
| 16 | TSV Bordesholm zg. (Ab) | 0 | 0:0 | 0 |
