Erster Dreier unter Leif Hahn: Heider SV feiert knappen Sieg beim TSB Flensburg

von Olaf Wegerich

Alton Zymeraj (TSB Flensburg) ist vor Hendrik Fleige (Heider SV) am Ball. © 2026 Volker Schlichting.

Riesenerleichterung beim Heider SV: Die Dithmarscher feiern am 6. Spieltag der Flens-Oberliga mit einem knappen 2:1 (1:1)-Erfolg beim starken Aufsteiger TSB Flensburg den ersten Dreier in der Punktspielrunde unter ihrem neuen Trainer Leif Hahn. Für die Gastgeber hingegen war es eine mehr als bittere Niederlage, denn bei seiner Schlussoffensive hatte der TSB ausreichend Chancen, zumindest einen Punkt an der Förde zu behalten. Vor allem ein nicht gegebener Foulelfmeter sorgte für viel Frust beim glücklos anrennenden TSB. Die Dithmarscher können sich nach dem zweiten Saisonsieg aus dem Tabellenkeller verabschieden und springen auf den 11. Platz. Der Aufsteiger bleibt trotz der etwas unglücklichen zweiten Niederlage auf dem 5. Platz und stellt die zweitbeste Abwehr der Liga.

Arndt und Selcuk fallen aus

Der Heider SV musste kurzfristig auf zwei Stammkräfte verzichten: Fabian Arndt hatte eine Magen-Darm-Grippe außer Gefecht gesetzt und Azat Selcuk hatte sich beim Abschlusstraining eine Fußverletzung zugezogen. Dabei handelt es sich zumindest um eine starke Prellung, es könnte aber auch ein Zeh gebrochen sein. Ein kurzer Test am Vormittag in Heide brachte die Erkenntnis, dass ein Einsatz nicht möglich ist.

Harms mit der ersten Chance

Nach dem schwer erkämpften 2:1-Erfolg im Kreispokal beim TSV Friedrichskoog unter der Woche begannen die Dithmarscher im hohen Norden der Republik zunächst sehr schwungvoll. Sie hatten bereits frühzeitig durch einen Flachschuss von Mathis Harms (3.), den TSB-Torhüter Ole Rathmann mit einer starken Parade zur Seite abwehren konnte, eine erste gute Gelegenheit.

Alton Zymeraj (TSB Flensburg) wird von Mathis Harms (Heider SV) unter Druck gesetzt. © 2026 Volker Schlichting
Alton Zymeraj (TSB Flensburg) wird von Mathis Harms (Heider SV) unter Druck gesetzt. © 2026 Volker Schlichting

Rathmann lässt sich nicht überlisten

Die sehr selbstbewusst auftretende Mannschaft von Trainer Leif Hahn blieb auch weiterhin am Drücker, doch Mika Kieselbach (11.) scheiterte mit einem Lupfer am aufmerksamen Rathmann, der sich nicht überlisten ließ. Capitano Jonah Gieseler und Marvin Wolf mit einer Kopfballvorlage hatten Kieselbach zuvor perfekt in Szene gesetzt.

Wolf mit dem Führungstreffer

Aber mit ihrem dritten Torabschluss gelingt den Gästen der sich anbahnende Führungstreffer: Thede Reimers hatte eine perfekte Flanke geschlagen, die Marvin Wolf (16.) zum 1:0 einköpft.

Kwame trifft zum Ausgleich

Doch die Freude bei den Dithmarschern währte nicht lange, denn nach einem individuellen Fehler im Spielaufbau war der wieselflinke Benett Kwame (19.) frei durch, umkurvte gekonnt den Heider Torhüter und erzielte mit der ersten TSB-Chance den bis dahin eher schmeichelhaften 1:1-Ausgleich. „Das war ein Geschenk“, musste auch Heides Coach Leif Hahn einräumen.

Aber in einem wilden und sehr kampfbetonten Spiel zeigten sich die Gäste nach dem Gleichstand kaum geschockt und blieben zumindest bis zur Pause die aktivere Mannschaft.

Mika Kieselbach (Heider SV) im harten Zweikampf mit Patrick Thomsen (TSB Flensburg). © 2026 Volker Schlichting
Mika Kieselbach (Heider SV) im harten Zweikampf mit Patrick Thomsen (TSB Flensburg). © 2026 Volker Schlichting

Lorenz hält Heide im Spiel

Bis zum Seitenwechsel haben beide Seiten noch zwei gute Abschlüsse zu verzeichnen. Dabei kann sich Mika Lorenz im Heider Tor auszeichnen – der diesmal den Vorzug vor Christopher Thomsen erhalten hatte –, als er einen Flachschuss von Benett Kwame (30.) entschärfen und damit seine Farben vor einem Rückstand bewahren konnte.

Kieselbach scheitert an Rathmann

Aber auch Ole Rathmann im Tor des TSB hatte einen Sahnetag erwischt, als er kurz vor der Pause nach einem Chipball von Mathis Harms einen wuchtigen Kopfball von Mika Kieselbach parieren konnte.

Noel Kurzbach (TSB Flensburg) wirft sich in einen Schuss von Jonah Gieseler (Heider SV). © 2026 volker Schlichting
Noel Kurzbach (TSB Flensburg) wirft sich in einen Schuss von Jonah Gieseler (Heider SV). © 2026 volker Schlichting

Foul an Fleige?

Kurz vor Beendigung der ersten 45 Minuten kochten auf Heider Seite nach einem Zweikampf zwischen Jon Jessen und Hendrik Fleige noch einmal die Gemüter hoch. „Kurz vor der Pause muss der TSB in Unterzahl sein. Das Foul von Jessen an Fleige ist für mich zwingend eine Gelb-Rote Karte“, äußerte sich Geschäftsführer Hannes Nissen gegenüber Youkick.

Nach dem Seitenwechsel bot das Spiel zunächst nur noch wenige Höhepunkte. Beide Mannschaften neutralisierten sich dabei mehr oder weniger im Mittelfeld.

Harms trifft zur erneuten Heider Führung

So dauerte es bis zur 71. Minute – nach viel Mittelfeldgeplänkel und einigen rustikalen Zweikämpfen –, ehe ein Treffer von Mathis Harms für Heider Glücksgefühle sorgte. Nach einem langen Ball von Torhüter Mika Lorenz, den Mika Kieselbach per Kopfball geschickt in den Lauf von Mathis Harms verlängerte, umspielt der Heider zunächst Tom Schäpler und tunnelt dann TSB-Torhüter Ole Rathmann mit der Fußspitze zum 2:1-Führungstreffer.

Siegtorschütze Mathis Harms (Heider SV) hier gegen Alton Zymeraj (li) und Neumann (TSB Flensburg).
Siegtorschütze Mathis Harms (Heider SV) hier gegen Alton Zymeraj (li) und Neumann (TSB Flensburg).

Schäpler trifft den Pfosten

TSB-Coach Wächter reagierte sofort und brachte mit Tobias Zuth und dem Ex-Heider Melf Siemund frische Offensivkräfte. In der wilden Schlussphase warfen die Gastgeber noch einmal alles nach vorne und erspielten sich dabei einige gute Chancen.

Zunächst traf Tom Schäpler nach einem Freistoß von Cosmo Nitsch nur den Heider Außenpfosten. Danach kommt der spät eingewechselte Tobias Zuth zu zwei guten Abschlüssen, doch der erste verfehlt das Gäste-Tor nur knapp, und beim zweiten Versuch wird er von der resolut auftretenden Heider Hintermannschaft, aus der Steffen Neelsen als Fels in der Brandung herausragte, entscheidend geblockt. Doch damit nicht genug, denn auch Benett Kwame und Melf Siemund verfehlen zweimal nur äußerst knapp.

TSB fordert Elfer

Richtig sauer war der TSB-Coach, als seiner Mannschaft nach einem Tritt in den Bauch von Benett Kwame (78.) durch Steffen Neelsen im Strafraum ein aus seiner Sicht klarer Elfmeter verweigert wurde. „Das ärgert mich sehr, dass da nicht auf Strafstoß entschieden wurde“, äußerte sich Wächter gegenüber Youkick. Mit Glück und Geschick brachten die Heider den knappen Vorsprung über die Ziellinie.

Fazit: Dank einer stark verbesserten Defensivarbeit durften die Dithmarscher die drei Punkte mit auf die Heimreise nehmen. Neben einer starken Teamleistung lobte der Gästecoach vor allem seine Hintermannschaft: „Die gesamte Kette hat gut gearbeitet.“

Noel Kurzbach (TSB Flensburg) verfolgt Lennart Busch (Heider SV). © 2026 Volker Schlichting
Noel Kurzbach (TSB Flensburg) verfolgt Lennart Busch (Heider SV). © 2026 Volker Schlichting

Stimmen zum Spiel

Trainer Tore Wächter (TSB Flensburg): „Das war ein typisches Remisspiel, das sehr körper- und kampfbetont war. Am Ende ist das Pendel zugunsten von Heide ausgeschlagen. Ein Remis wäre für uns mehr als verdient gewesen. In der zweiten Halbzeit habe ich uns ein Stück weit vorne gesehen. Wir müssen unsere Chancen besser nutzen. In dem Spiel hätte uns ein Stück mehr Mut sehr gutgetan. Heide hat sich nach dem 2:1 bei unserer Schlussoffensive tief reingestellt. Da konnten wir dann besser zocken. Was den Willen und die Bereitschaft betrifft, kann ich meinen Jungs keinen Vorwurf machen. Das war kein Vergleich zum Pokalspiel in Heide. Da sind wir deutlich weiter. Jetzt haben wir die großen Namen weg – ohne dass es den anderen Mannschaften gegenüber respektlos klingen soll. Jetzt gilt es, Punkte einzusammeln.“

Trainer Leif Hahn (Heider SV): „Der 2:1-Auswärtssieg ist aus meiner Sicht aufgrund der Gesamtleistung verdient, wenngleich es ein sehr schwieriges Spiel war. Wir haben insbesondere in der ersten Halbzeit eine gute fußballerische Leistung gezeigt, viele Situationen spielerisch sauber gelöst und zwei große Chancen durch Mika bekommen. In der zweiten Halbzeit wurde das Spiel noch etwas schwieriger, da Flensburg uns hoch gepresst und häufiger mit langen Bällen agiert hat. Aber diese Phase hat die Mannschaft angenommen und als geschlossene Einheit gut verteidigt. Insgesamt war entscheidend, dass die Mannschaft in allen Spielphasen kompakt agiert und als Team zusammengestanden hat.“

Geschäftsführer Hannes Nissen (Heider SV): „Das war heute ein verdienter Auswärtssieg und auch ein Schritt in die richtige Richtung. Wir haben das Spiel in der ersten Halbzeit fußballerisch bestimmt und hätten 2:1, wenn nicht sogar 3:1 führen müssen. In der zweiten Halbzeit wurde es sicherlich wilder, dennoch haben wir aus dem Spiel heraus wenig bis sehr wenig zugelassen. Ich bin sehr zufrieden mit meiner Mannschaft, die Defensivarbeit wird deutlich besser. Gleichzeitig muss ich auch Leif ein Kompliment machen: Er hat nach meinem Ermessen schon einige Stellschrauben in die richtige Richtung gedreht.“

  • TSB Flensburg: Rathmann – Zymeraj, Thomsen, Schäpler, Jessen (46. Elias Kurzbach) – Stuewe, Miranda (83. Siemund), Noel Kurzbach, Neumann (62. Nitsch) – Kwame, Wojnarowski (76. Zuth).
  • Trainer: Tore Wächter.
  • Heider SV: Lorenz – Busch, Lampros, Neelsen, Kroeger (84. von Böhlen) – Reimers – Wolf (66. Boukara), Fleige, Harms (90.+4 Dreyer), Gieseler (74. Abduljabar) – Kieselbach.
  • Trainer: Leif Hahn.
  • Schiedsrichter: Tom Pasewald (TSV Flintbek).
  • Assistenten: Jannik Kindt und Luan Grütter.
  • Zuschauer: 165 auf dem Rasenplatz an der Eckener Straße in Flensburg.
  • Tore: 0:1 Marvin Wolf (16.), 1:1 Benett Kwame (19.), 1:2 Mathis Harms (71.).

Tabelle

Oberliga Schleswig-Holstein
Platz Mannschaft Sp. G U V Tore Diff. Pkt.
1. (1) VfR Neumünster 6510 18:51316
2. (↑ 3) Holstein Kiel II 6411 19:71213
3. (↓ 2) SC Rapid Lübeck (N) 6402 11:10112
4. (↑ 7) FC Kilia Kiel 6321 14:9511
5. (↓ 4) TSB Flensburg (N) 6312 15:7810
6. (↑ 9) Oldenburger SV 6312 16:14210
7. (↓ 5) 1.FC Phönix Lübeck II 6312 15:14110
8. (↓ 6) TSV Nordmark Satrup 6303 11:13-29
9. (↓ 8) PSV Neumünster 6222 11:13-28
10. (10) Kaltenkirchener TS 6213 11:1107
11. (↑ 13) Heider SV 6213 9:18-97
12. (12) MTSV Hohenwestedt 6132 14:16-26
13. (↓ 11) TuS Rotenhof 6132 11:15-46
14. (↑ 15) SV Eichede 6123 7:8-15
15. (↓ 14) Eckernförder SV (N) 6105 9:17-83
16. (16) VfB Lübeck II (N) 6015 6:20-141

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