Eidertals Coach Timo Bruns weiß: ohne Fleiß kein Preis

von Ismail Yesilyurt

Kapitän Louis Schütt hat mit Ball am Fuß alles im Blick. © Ismail Yesilyurt


Was haben Sebastian Clausen, Tobias Dittmann, Tjark Gutzeit, Nedim Hasanbegovic, Livius Höckendorf, Ali Kalma, Björn Kastner, Finn Langkowski, Lukas Michaelis, Hüsnü Özdemir, Robin Schubert, Louis Schütt und Ken-Marvin Smit gemeinsam? Genau, sie spielen oder spielten (Michaelis zog es studiumbedingt nach Köln) vor der Winterpause für die SpVg Eidertal Molfsee in der Landesliga Mitte. Es gibt aber noch eine weitere Gemeinsamkeit dieser 13 Spieler. Erraten? Nein! Alle Akteure waren mindestens in der Oberliga auf der Jagd nach dem Ball. Und auch eine Spielklasse höher haben einige Aktive in ihrer sportlichen Vita stehen. Zusammengerechnet sind das 1271 Oberligapartien und 205 Regionalligamatches. Hasanbegovic kann sogar 31 Spiele für Rot-Weiß Oberhausen und Borussia Dortmund II in der 3. Liga vorweisen.

Nedim Hasanbegovic konnte bisher nur in vier Spielen Einfluss ausüben.

Wie kann dann bei diesem Potenzial bei 13 Begegnungen in der Landesliga nur ein Durchschnitt von einem Punkt für die Mannschaft von Timo Bruns auf der Habenseite stehen? „Das ist weit hinter den Erwartungen und erschreckend. Fast alle haben unter Wert gespielt“, analysierte der 40 Jahre junge Coach der Eidertaler bei seinem Rückblick. Mohammed Mahmud gehörte zu den Ausnahmen. „Mo ist mit seinen 19 Jahren schon ein Führungsspieler. Er ist einer, der in die Hände klatscht und los geht es sagt“, lobt Bruns. Mahmud wird ja, wie bereits von Youkick berichtet, zur neuen Saison zum Ligaprimus Kilia Kiel wechseln.

Der zweite Punkt ist die eklatante Schwäche bei Ausnutzung der Torchancen. „In Osterrönfeld war das besonders bitter“, blickte der Eidertaler Trainer ungern an das 1:2 zurück, „da führst du 1:0, bist klar überlegen, hast zwei Lattentreffer und einen vergebenen Elfmeter und kassierst zuvor zwei individuelle Fehler.“ Diese Begegnung am 11. Spieltag war symptomatisch für den gesamten Saisonverlauf. Dass trotz des hohen Aufwandes, keine zwei Siege hintereinander zustande kamen, bezeichnet der Molfseer Übungsleiter als einen weiteren Knackpunkt für den bis dato enttäuschenden neunten Tabellenplatz.

Eidertals Fabian Schwaßmann kann sich hier gegen Adrian Volquardsen (Tungendorf) durchsetzen.
Eidertals Fabian Schwaßmann kann sich hier gegen Adrian Volquardsen (Tungendorf) durchsetzen.

Wie eine rote Linie zog sich zudem das große Verletzungspech bis zum letzten Spieltag gegen Gettorf (1:4-Endstand) durch. So kam u. a. Nedim Hasanbegovic bisher nur zu vier Einsätzen, Tjark Gutzeit zu fünf und Ali Kalma auf sechs Spiele. Im Schnitt fehlte fast eine komplette Elf bestehend aus etlichen Leistungsträgern. „Das war die einzige Konstante bei uns. In keinem Spiel die gleiche Elf, das spricht Bände“, musste Bruns oft improvisieren. Gegen den SV Tungendorf gelang das beim 4:0-Heimerfolg in beeindruckender Weise. „So stelle ich mir das vor. Das hatte Hand und Fuß“, freute sich Timo Bruns auch über das klare 3:0 gegen den hocheingeschätzten SVE Comet.

Bemerkenswert ist auch die Tatsache, dass die Sportvereinigung bisher auswärts alle fünf Spiele verloren hat. „Bisher haben wir die Formel dafür nicht gefunden“, kann Bruns den Misserfolg auf fremden Plätzen auch nicht erklären. Was dem Trainer missfiel, war die schlechte Trainingsmoral. „Du musst vernünftig trainieren“, schimpfte der Molfseer Teamchef, „Knapp 50 Prozent Beteiligung bei zwei Trainingseinheiten in der Woche, das wird nichts. Du kannst dich nicht einspielen.“ Neben den vielen Ausfällen beeinflusste auch die freudige Nachricht, dass Marco Quoos (Zwillinge), Marvin Blümke, Lars Viertel, Finn Langkowski, Ali Kalma und Leif Celik Nachwuchs bekamen, die Quote. „Vielleicht ist das die Quittung“, weiß Bruns, dass ohne Fleiß (Training) kein Preis zu gewinnen ist.

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