Bessere Chancen der Holstein-Frauen von Bernd Begunk ohne Ertrag

von Michael Felke

Alina Steiner (mitte, Holstein) musste bei ihrer guten Kopfballchance verletzt ausgewechselt werden. Links Jasmin Grosnick, rechts Svea Stoldt (Hamburger SV). Quelle: Ismail Yesilyurt


Holstein Women – Hamburger SV 0:2 (0:1)

Mit hängenden Köpfen verließen die Holstein Women den Platz im Stadion Waldwiese. Die Kielerinnen hatten nach aufopferungsvollem Kampf die Partie der Regionalliga Nord gegen den haushohen Titelfavoriten Hamburger SV unglücklich mit 0:2 verloren. Und dennoch: Die 350 Zuschauer kamen voll auf ihre Kosten, sahen verbissene Zweikämpfe, rasante Sprintduelle und packende Torszenen. Die ansprechende Leistung der guten Kielerinnen wurde mit brandendem Szenenapplaus zu Recht honoriert.

„Wir müssen mal sehen, gegen wen wir hier heute gespielt haben. Hamburg plant klar für die Zweite Liga, wurde letztes Jahr souverän Meister in der Regionalliga Nord. Wir haben uns gut verkauft“, meinte KSV-Trainer Bernd Begunk, der jedoch bemängelte, dass entscheidende Fehler gemacht wurden. Wenige nur, aber die brachten die stürmisch beginnenden Gäste die 1:0-Führung. Nachdem sich die starke Torhüterin Emma Nentwich anfangs gleich mehrfach auszeichnete (5., 9., 15., 17.) und Holstein in den Zweikämpfen oft nur zweiter Sieger war, brachte ein 30-Meter-Schuss von Larissa Mühlhaus die Women ins Hintertreffen. Der hohe Ball senkte sich über die nicht unbedingt zu weit vor dem Tor stehende Nentwich hinweg zum 0:1 ins Tor (20.).

„Wir hatten gerade auf die Fernschüsse aufmerksam gemacht. Und dann fällt genau so ein Tor“, kritisierte Begunk. Die Kielerinnen ließen sich durch den Rückstand allerdings nicht beeindrucken, forcierten ihren Einsatz und kamen über den Kampf ins Spiel. Eine gute Gelegenheit bekam die in der ersten Halbzeit enorm starke Tabea Lycke in der 21. Minute. Nach langem Ball war die wieselflinke Lycke schon an Nele Karowski vorbei, hatte freie Bahn zum 25 Meter entfernten Hamburger Tor, wurde aber festgehalten. Statt Rot zückte die schwache Schiedsrichterin Bianca Schultz nur die Gelbe Karte.

Luisa Erbar (re., Holstein) versucht im Zweikampf gegen Victoria Schulz (Hamburger SV) den Ball zu erobern. Quelle: Ismail Yesilyurt
Luisa Erbar (re., Holstein) versucht im Zweikampf gegen Victoria Schulz (Hamburger SV) den Ball zu erobern. Holstein-Kapitänin Sarah Begunk beobachtet die Szene. Quelle: Ismail Yesilyurt

Die im ersten Abschnitt beste Chance zum Ausgleich hatte noch Alina Steiner, die nach feiner Flanke von Alia Redant zum Kopfball kam, aber knapp vorbei zielte (43.). Nach dem Wechsel bekamen die Kielerinnen eine optische Überlegenheit, doch der HSV blieb gefährlich und hätte erhöhen können, als Redant auf der Linie rettete (56.). Gegen Ende der Partie, als Kiel mit drei Spitzen agierte, hatten allein die tapferen Kielerinnen noch Torchancen. Laetitia Mikolassek, die für einige sehenswerte Angriffsaktionen sorgte, verzog aus 20 Meter nur knapp (80.). Die mit Abstand beste Ausgleichschance besaßen zunächst Mikolassek und dann im Nachschuss Sarah Begunk. Beide scheiterten aber aus kurzer Distanz an Hamburgs Schlussfrau Lela Naward (87.).

Als Holstein in der Nachspielzeit alles nach vorne warf, brachte ein Entlastungsangriff des HSV die Entscheidung. Svea Stoldt war durchgebrochen und schob durch die Beine von Nentwich zum 2:0 ein (90.+1). „Auf dem Niveau entscheiden Kleinigkeiten und wenige Fehlpässe. Aber wir hatten die besseren Chancen. Eine unnötige Niederlage“, resümierte KSV-Trainer Bernd Begunk. Für die Holstein Women war gegen den HSV, der sich nicht als übermächtig entpuppte, mehr drin. Die Kielerinnen haben viel gelernt und werden ihre Lehren aus diesem Spiel ziehen.

Holstein Women: Nentwich – Erbar, Carone, Zimmermann, Meyer – Grosnick – Redant (70. Krohn), Steiner (45. Onderka), Begunk, Lycke – Jürgensen (26. Mikolassek).
Trainer: Bernd Begunk.

Hamburger SV: Naward – Karowski, Brüggemann, Dönges, Stöckmann – Günther, Stoldt (90./+2 Krüger), Hirche – Deyß (90. Albrecht), Mühlhaus (22. Koskeridou), Schulz.
Trainer: Lewe Timm.

Schiedsrichter: Bianca Schultz (SV Hochdonn).
Assistenten: Filiz Sassen, Mathes Ledtje.

Zuschauer: 350.

Tore: 0:1 Mühlhaus (20.), 0:2 Stoldt (90.+1).

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