Elf von Peter Speth holt verdient einen Punkt beim Spitzenreiter VfR Neumünster

von Helwig Pfalzgraf

Mika Hirsch (re., Szene aus dem Hinspiel) hatte das Golden Goal für den VfR Neumünster auf dem Fuß. Links Justin Baasch (TSV Kronshagen), im Hintergrund Lasse Baesler. Quelle: Ismail Yesilyurt


VfR Neumünster – TSV Kronshagen 0:0

Wenn der Tabellenerste der Landesliga Mitte auf den Vorletzten trifft, ist die Favoritenrolle normalerweise völlig klar. Doch heute war die Sachlage etwas anders. Oberligaabsteiger TSV Kronshagen war ja bis dato lediglich durch einen sehr ungünstigen Spielplan und viel Spielpech punktlos. Der Tabellenführer VfR Neumünster musste heute dagegen mit weiteren Ausfällen zurecht kommen. So erwarteten viele Beobachter heute von vornherein ein enges Match.

Und so war es dann auch. Der TSV Kronshagen war sichtlich darum bemüht, dem VfR nicht wie vor drei Wochen ins offene Messer zu laufen. Zwar hatte der Gastgeber durchgängig etwas mehr vom Spiel, doch fehlte in den Aktionen nach vorne die nötige Durchschlagskraft. Das lag einerseits an der konzentrierten Abwehrarbeit des TSV, anderseits fehlten Erdogan Cumur und Issam Khemiri (Mittelfußbruch letzte Woche in Tungendorf) und auch Arian Jashari (er spielte heute anstelle des verletzten Henrik Wehde Linksverteidiger) dem VfR im Offensivspiel deutlich. So ergab sich ein kampfbetontes, taktisch geprägtes Match, bei dem die starken Abwehrreihen um die fehlerfreien und sicheren Torleute dominierten. Ein Kopfball von Thore Möller nach einer Ecke von Ihab Hathat war die einzige größere Tormöglichkeit der ersten Hälfte.

Zur Pause stellte der VfR etwas um. Für den sonstigen Mittelfeldabräumer Marcel Stölting, der heute der Personalnot geschuldet als Zehner bzw. zweite Spitze beginnen musste, kam Sabri Nasri. Der ging auf den Flügel, dafür rückte Hathat auf ins Zentrum hinter der Spitze.

Damit war der VfR zunächst auch etwas torgefährlicher. Hathats Flachschuss, allerdings nach vorherigem nicht geahndeten Handspiel, strich knapp vorbei (51.). Tarik Alioua hatte dann einen richtigen Riesen auf dem Fuß, hob die Kugel allerdings frei vor Wiedenroth etwas zu hektisch übers Gehäuse (61.).

Auf der anderen Seite musste auch die VfR-Defensive immer wieder auf der Hut sein, den der TSV agierte keineswegs harmlos und war latent gefährlich. Immer wieder waren nach langen TSVK- Bällen die “zweiten Bälle” in der Mitte der VfR-Hälfte heiß umkämpft.

Aus einem dieser Zweikämpfe resultierte ein Freistoß für den TSVK, aus dem die größte Chance der Gäste entsprang. Der Ball flipperte durch den VfR-Strafraum und der eingewechselte Justin Braasch kam am 5-Meter-Eck frei zum Schuss. Doch Kjell Berger, Sekundenbruchteile früher noch in der anderen Torecke, wehrte mit einer Glanzparade zur Ecke ab.

Danach dominierten erst Mal wieder die Abwehrreihen. Jedes Team hätte aber noch den Lucky Punch landen können: Neumünsters Mika Hirsch kam freigespielt von Youssef Bouzoumita von halbrechts frei zum Abschluss (81.), Torge Wiedenroth klärte per Fußabwehr. Und auf der Gegenseite war es Lasse Baessler, erst in der 92. Minute eingewechselt, der ebenfalls frei durch von halbrechts knapp am langen Pfosten vorbei zielte.

Fazit: Ein gerechtes Unentschieden in einer Partie auf Augenhöhe. Der TSV Kronshagen wird nicht mehr lange auf einem Abstiegsplatz stehen. Der VfR Neumünster muss offensiv kreativer und durchschlagskräftiger werden, wenn man Meister werden will.

VfR: Berger – Kahlcke, Latifi, Yamak, Arian Jashari – Gülbay, Thore Möller (68. Schomaker) – Hathat (72. Bouzoumita), Stölting (46. Nasri), Hirsch – Alioua (68. Vukelic). Trainer: Abdulselam Yilmaz.

TSV Kronshagen: Wiedenroth – Wirth, Alberts, Kiewald, Kallenbach (67. Jess) – Rune Möller, Huchzermeier, Rixen, Bertermann (46. Baasch) – Wagner (52. Krege), Mousa (92. Baesler). Trainer: Peter Speth.

Schiedsrichter: Claudius Böhnke (SV Eichede). Assistenten: Christopher Kirchhoff, Florentin Henning Gartz.

Zuschauer: 270.

Tore: Fehlanzeige.

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