Beschwerde: Hohenwestedt siegt nach Urteil gegen Phönix II – Abstiegsfinale in Eutin

von Ismail Yesilyurt

Der Abstiegskampf in der Flens-Oberliga hat ein neues Kapitel am grünen Tisch geschrieben. Wie der Ausschuss für Satzung und Recht des Schleswig-Holsteinischen Fußball-Verbandes (SHFV) am 13. Mai 2026 entschied, wird die ursprünglich verlorene Partie des MTSV Hohenwestedt gegen die Reserve des 1. FC Phönix Lübeck nachträglich als Sieg gewertet. Statt der bitteren 1:2-Niederlage vom 29. April fließen nun drei Punkte und ein Torverhältnis von 5:0 auf das Konto der Hohenwestedter. Am 30. und letzten Spieltag wartet somit ein Finale um den Klassenerhalt.

Der Streitpunkt: Vladyslav Kraiev

Der MTSV Hohenwestedt hatte gegen die ursprüngliche Wertung Beschwerde eingelegt, da der Gegner einen nicht spielberechtigten Akteur eingesetzt haben soll. Im Fokus stand dabei der Ukrainer Vladyslav Kraiev, der eigentlich zum Regionalliga-Aufgebot der Lübecker gehört. Kraiev agierte im Spiel gegen den MTSV als Dreh- und Angelpunkt im offensiven Mittelfeld.

Besonders pikant: Kraiev hatte nur vier Tage vor dem Oberliga-Einsatz noch in der Startelf der ersten Mannschaft in der Regionalliga gegen den SSV Jeddeloh gestanden. Der MTSV-Coach Arend Müller hatte zwar im Vorfeld vor der individuellen Stärke der „Adler“ gewarnt, die durch Profi-Leihgaben jederzeit Qualität nachlegen könnten, doch der Einsatz Kraievs erwies sich nun als handfester Regelverstoß.

Paragraphen-Dschungel und Aufstiegsrecht

Die rechtliche Entscheidung drehte sich maßgeblich um die Frage, ob Phönix Lübeck II als „aufstiegsberechtigte Mannschaft“ gilt. Während Phönix auf eine Schutzfrist von zwei Tagen gemäß der DFB-Spielordnung pochte, stellte der Ausschuss klar:

„Bereits zu Beginn der Spielzeit 2025/26 war klar, dass der 1. FC Phönix Lübeck II in keiner denkbaren Konstellation eine sportliche Aufstiegsmöglichkeit in die Regionalliga hatte.“

Da die erste Mannschaft bereits in der Regionalliga spielt und die Zweitvertretung somit nicht aufsteigen darf, greift hier die strengere Regelung des § 55 der SHFV-Spielordnung. Diese besagt, dass bei einem spielfreien Wochenende oder einem Spielausfall der höheren Mannschaft kein eingesetzter Spieler des letzten Profi-Spiels in der unteren Mannschaft mitwirken darf. Da die Partie am Wochenspieltag stattfand, war Kraievs Einsatz in der Regionalliga am vorangegangenen Wochenende ausschlaggebend – und führte nun zum Punktverlust.

Unanfechtbares Urteil im Abstiegskampf

Für Hohenwestedt ist dieses Urteil ein lebenswichtiger „Strohhalm“ im Kampf um den Klassenerhalt. Trainer Arend Müller hatte zuletzt gefordert, in den verbleibenden Partien „richtig Gras zu fressen“, um die nötigen Punkte selbst einzufahren. Durch die Entscheidung am grünen Tisch verbessert sich die Ausgangslage vor dem Saisonfinale gegen Eutin 08 erheblich. Gemäß den Statuten ist dieser Beschluss unanfechtbar.

Damit kommt es zum Showdown am kommenden Samstag ab 14 Uhr zwischen Eutin 08 und dem MTSV Hohenwestedt um den letzten freien Platz in der Oberliga: Preußen Reinfeld und Inter Türkspor Kiel sind bereits abgestiegen. Der MTSV Hohenwestedt steht nach den drei Punkten am grünen Tisch mit 26 Zählern immer noch unter dem Strich, aber ein Sieg gegen die Eutiner, die 27 Punkte auf dem Konto haben, kann die Tränen vom letzten Wochenende wegwischen.

Tabelle Oberliga Schleswig-Holstein

Pos Verein Sp. Tore Pkt.
1 SV Todesfelde (Ab) 29 77:24 74
2 Holstein Kiel U23 II (Ab) 29 80:25 62
3 SV Eichede 29 59:27 59
4 FC Kilia Kiel (Ab) 29 85:36 58
5 VfR Neumünster 29 60:53 50
6 Heider SV 29 55:58 44
7 1. FC Phönix Lübeck II (Auf) 29 65:59 42
8 Polizei SV Union Neumünster 29 63:59 41
9 TSV Nordmark Satrup 29 42:50 37
10 TuS Rotenhof 29 50:67 34
11 Kaltenkirchener TS (Auf) 29 42:54 33
12 Oldenburger SV 29 58:81 29
13 Eutin 08 29 32:62 27
14 MTSV Hohenwestedt 29 45:65 26
15 Inter Türkspor Kiel (Auf) 29 30:75 20
16 SV Preußen Reinfeld 29 37:81 16

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