Doppelpacker Rezan Acer (Inter Türkspor Kiel) sorgte mit dem Elfmeter zum 1-1 kurz vor der Halbzeit für die Initialzündung in der zweiten Halbzeit. © 2026 Ismail Yesilyurt
Spitzenspiel, Derby, Freitagabend, Flutlicht und eine stattliche Kulisse: Das Duell zwischen dem Dritten TSV Klausdorf und Zweiten Inter Türkspor Kiel bot am 9. Spieltag der Landesliga Schleswig beste Voraussetzungen für einen Fußballabend mit Spannung. 400 Zuschauer bekamen sahen eine kurzweilige und hochwertige Begegnung, in der die Gastgeber im ersten Abschnitt die besseren Argumente hatten. Am Ende setzte sich jedoch Inter Türkspor mit 4:2 (1:1) durch und fügte dem TSV Klausdorf die erste Saisonniederlage zu.
Inter-Trainer Onur Cokgez sah einen verdienten Erfolg seiner Mannschaft: „Im Großen und Ganzen war das auf dem Feld auch ein verdienter Sieg und ein wichtiger Sieg für uns im Derby.“ „Wir wussten halt, dass es immer schwierig ist, in Klausdorf auf dem Platz von denen, da ein gutes Spiel zu machen und dann halt noch mal drei Punkte mitzunehmen.“
Klausdorf belohnt sich für starke Phase mit der Führung
Inter Türkspor übernahm zunächst die Kontrolle und hatte viel Ballbesitz. „Bis zum 0:1 hatten wir das Spiel ganz gut im Griff“, erklärte Inter-Trainer Onur Cokgez. Die ganz großen Chancen für die Gäste blieben auf dem kleinen Kunstrasenplatz allerdings zunächst aus.
Genau darauf hatte Klausdorfs Trainer Dennis Trociewicz seine Mannschaft eingestellt. „Die ersten 20 Minuten hatte Inter viel Ballbesitz. Das war aber auch so geplant“, sagte der TSV-Coach. Seine Mannschaft wollte den Gegner bewusst in bestimmte Räume locken und verteidigte die zahlreichen Flanken und Distanzversuche konsequent.
Nach rund 20 Minuten wurde Klausdorf mutiger und fand immer besser ins Spiel. Leon Mordhorst gab mit einem Schlenzer an die Oberkante des Tores den ersten Warnschuss ab. Kurz darauf belohnte sich der TSV für seine zunehmende Aktivität.

Nach einem sehenswerten Angriff über die rechte Seite hob Driton Gashi den Ball über die Abwehrkette. Tim Hartlep legte per Volley in die Mitte, wo Phil Baumgarn per Kopf zum 1:0 traf. „Danach sind wir deutlich noch mutiger geworden“, berichtete Trociewicz.
Inter schlägt kurz vor der Pause zurück
Klausdorf hatte anschließend sogar die Chance, die Führung auszubauen. Gashi scheiterte mit einem Lupfer, wenig später köpfte Tim Hartlep nach einer Flanke von Baumgarn am zweiten Pfosten freistehend vorbei.
Inter Türkspor wirkte in dieser Phase angeschlagen. „Inter war sichtlich geschockt“, so Trociewicz. Doch ausgerechnet in der Schlussphase der ersten Halbzeit gelang den Kielern der Ausgleich.
Nach einer Flanke von der linken Seite kam es im Klausdorfer Strafraum zu einem unglücklichen Zweikampf. Rezan Acer verwandelte den Elfmeter zum 1:1. Für Klausdorf war es ein bitterer Zeitpunkt. „Dann stand es halt statt 2:0 zur Pause 1:1“, ärgerte sich Trociewicz.
Cokgez sah ebenfalls eine schwierige Phase seiner Mannschaft, hob aber die Reaktion hervor. Kurz vor der Pause habe sein Team noch einmal Druck aufgebaut und schließlich den Ausgleich erzielt.
Serkan Yildirimer bringt Inter nach der Pause in Führung
In der zweiten Halbzeit wollten die Kieler „torgefährlicher sein“ und „mehr Bälle in die Box bringen“ – und setzten das konsequent um. Cokgez: „Wir haben da wirklich Klausdorf, würde ich sagen, so ein bisschen auch überlaufen.“ Bis zum 4:1 habe Inter „übel viel Druck gemacht“ und „super Tore geschossen“. Der Erfolgsweg begann in der 57. Minute mit dem Führungstreffer.
Ein Einwurf von der linken Seite sorgte für Unordnung im Klausdorfer Strafraum. Nach mehreren Kontakten kam Serkan Yildirimer zum Abschluss. Torwart Joe Gabriel, der nach der Pause für den verletzten Christian Gutsmann das Klausdorfer Gehäuse sicherte, konnte zunächst parieren, doch Yildirimer setzte nach und brachte den Abpraller zum 2:1 über die Linie.
Trociewicz bezeichnete den Treffer als „Eiertor“ und sprach davon, dass Inter bis dahin kaum eine echte Torchance gehabt habe. Seine Mannschaft ließ sich jedoch nicht entmutigen und blieb offensiv aktiv.
Klausdorf drängt auf den Ausgleich
Der TSV Klausdorf erhöhte den Druck und hatte die große Möglichkeit zum 2:2. Gashi setzte einen Schlenzer aus halbrechter Position an die Unterkante der Latte. „Das wäre zu dem Zeitpunkt absolut verdient gewesen“, meinte Trociewicz.

Inter Türkspor verteidigte die Führung und lauerte zunehmend auf Umschaltmomente. Genau diese Strategie sollte sich in der Schlussphase auszahlen.
In der 75. Minute kombinierten sich die Gäste über die rechte Seite nach vorne. Die anschließende Flanke fand Christopher Kramer, der sich gegen Lukas Göttsch durchsetzte und per Kopf auf 3:1 erhöhte.
„Dritte Torchance, drittes Tor“, bilanzierte Trociewicz die Effizienz der Kieler. Während Klausdorf zuvor die Möglichkeit zum Ausgleich gehabt hatte, schlug Inter im entscheidenden Moment eiskalt zu. Nach dem 1:4 steckte Klausdorf keineswegs auf: Linus Knöfel fasste sich in der 87. Minute aus rund 22 Metern ein Herz und traf sehenswert zum 2:4.
Inter-Trainer Onur Cokgez zeigte sich nach dem Schlusspfiff entsprechend zufrieden. Vor allem die Reaktion auf den Rückstand und die Leistungssteigerung nach der Pause imponierten ihm. „Nach der Halbzeit kommen wir einfach noch entschlossener raus.“
Klausdorf hadert mit der Effektivität
Trociewicz konnte seiner Mannschaft trotz der Niederlage nur bedingt einen Vorwurf machen. „Ich finde, wir haben ein richtig, richtig gutes Spiele gemacht, wenn man die ersten 20 Minuten vielleicht abzieht“, lautete sein Fazit.
Aus seiner Sicht hätte die Partie auch anders ausgehen können. Klausdorf hatte nach dem 1:0 weitere Möglichkeiten, während Inter seine Chancen konsequent nutzte. „Inter im Stil einer Spitzenmannschaft“, fasste der TSV-Coach die Effizienz des Gegners zusammen.
Stimmen zum Spiel
- TSV Klausdorf: Christian Gutsmann (46. Joe Gabriel) – Nils Adjamgba (68. Leon Petersen), Lukas Göttsch, Jonathan Beeck (80. Linus Knöfel), Mohammed Mahmud – Tim Hartlep (62. Paul Battermann), Hime Hakaj (62. Finn Schwee), Stian-Petter Waschko, Leon Mordhorst – Driton Gashi, Phil Baumgarn
- Trainer: Dennis Trociewicz
- Inter Türkspor Kiel: Oleksii Drui – Justin Petersen, Till Börner, Jeppe Waschko, Azuka Olise (58. Rinol Lahu) – Melih Cerrah (59. Youssef Bouzouomita), Eugen Halili, Julius Alt, Rezan Acer (85. Krenar Svirca), Serkan Yildirimer (72. Badreddin Hamze ) – Christopher Kramer (84. Sercan Yildirimer)
- Trainer: Onur Cokgez
- Schiedsrichter: Mats Stankat (TSV Bordesholm)
- Assistenten: Johannes Karl Kowalewski, Tom Pasewald
- Zuschauer: 400
- Tore: 1:0 Phil Baumgarn (26.), 1:1 Rezan Acer (43., Elfmeter), 1:2 Serkan Yildirimer (57.), 1:3 Christopher Kramer (75.), 1:4 Rezan Acer (81.), 2:4 Linus Knöfel (87.)
| Platz | Mannschaft | Sp. | G | U | V | Tore | Diff. | Pkt. |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 1. (1) | TSV Kronshagen | 9 | 8 | 1 | 0 | 31:10 | 21 | 25 |
| 2. (2) | Inter Türkspor Kiel (A) | 9 | 7 | 1 | 1 | 38:9 | 29 | 22 |
| 3. (3) | TSV Klausdorf | 9 | 5 | 3 | 1 | 19:13 | 6 | 18 |
| 4. (4) | SSG Rot-Schwarz Kiel | 8 | 5 | 0 | 3 | 15:12 | 3 | 15 |
| 5. (↑ 8) | TuS Nortorf (N) | 9 | 5 | 0 | 4 | 17:16 | 1 | 15 |
| 6. (↓ 5) | SV Frisia 03 Risum-Lindholm | 9 | 4 | 2 | 3 | 21:20 | 1 | 14 |
| 7. (↓ 6) | Husumer SV (N) | 8 | 3 | 3 | 2 | 21:19 | 2 | 12 |
| 8. (↓ 7) | SC Weiche Flensburg 08 II | 9 | 4 | 0 | 5 | 23:23 | 0 | 12 |
| 9. (↑ 10) | TSV Hattstedt | 9 | 3 | 3 | 3 | 20:20 | 0 | 12 |
| 10. (↓ 9) | SV Dörpum | 8 | 3 | 1 | 4 | 11:15 | -4 | 10 |
| 11. (↑ 14) | TSV Rantrum | 8 | 2 | 2 | 4 | 18:21 | -3 | 8 |
| 12. (↓ 11) | Heikendorfer SV (N) | 8 | 2 | 2 | 4 | 12:20 | -8 | 8 |
| 13. (↓ 12) | TSV Friedrichsberg-Busdorf | 8 | 2 | 1 | 5 | 8:15 | -7 | 7 |
| 14. (↓ 13) | SpVg Eidertal Molfsee | 9 | 2 | 0 | 7 | 12:17 | -5 | 6 |
| 15. (15) | TSV Kropp | 8 | 1 | 2 | 5 | 7:27 | -20 | 5 |
| 16. (16) | TSV Heiligenstedten (N) | 8 | 1 | 1 | 6 | 11:27 | -16 | 4 |
