Jorge Hansen Frisias Held – Friedrichsberg scheitert am Keeper und zweimal vom Punkt

von Ismail Yesilyurt

Frisia-Keeper Jorge Hansen rettete Frisia Risum-Lindholm gegen Friedrichsberg das Fell. © 2025 Ismail Yesilyurt

Der SV Frisia 03 Risum-Lindholm hat im Niko-Nissen-Stadion einen 2:0 (1:0)-Sieg gegen den TSV Friedrichsberg-Busdorf gefeiert. Dabei bestimmten die Gäste über weite Strecken das Spiel, ließen jedoch gleich zwei Strafstöße in der 60. und 85. Minute ungenutzt. Frisia erwies sich dagegen als hocheffizient und konnte sich vor allem auf einen überragenden Torhüter Jorge Hansen verlassen.

Auf tiefem und durch die Witterung sowie ein Footballspiel am Vortag zusätzlich beanspruchtem Geläuf entwickelte sich eine intensive und kampfbetonte Begegnung. Für Frisia, das aufgrund vieler Ausfälle den Platz auf der Auswechselbank nicht komplett besetzen konnte und nur mit einem Mini-Kader antrat, trafen Renz Rapräeger und Lennox Dovi Sodemekou.

Renz Rapräeger nutzt Friedrichsberger Fehler

Die Anfangsphase verlief zunächst ausgeglichen. Friedrichsberg kam nach einer Freistoßflanke früh zu einer großen Möglichkeit, doch Tjark von Lanken scheiterte mit seinem Flugkopfball an Hansen.

Renz Rapräeger (Frisia Risum-Lindholm), der hier versucht; Till Wallenstein (TSV Kronshagen) auszuspielen, ist Frisias Matchwinner mit seinem Doppelpack. © 2026 Ismail Yesilyurt.jpg
Renz Rapräeger (li., Frisia Risum-Lindholm) gelingt sein 5. Saisontor. © 2026 Ismail Yesilyurt

„Frisia hat so ein bisschen was von einer Anfangsphase gehabt“, analysierte TSV-Trainer Dennis Usadel. Diese kurze Druckphase nutzten die Hausherren konsequent. Nach einem Ballverlust der Gäste schaltete Eduard Klemmer schnell und bediente Renz Rapräeger. Der Angreifer schloss in der 18. Minute aus rund zwölf Metern halblinker Position präzise ins lange Eck ab.

Friedrichsberg drängt, Hansen hält überragend

Nach dem Rückstand übernahm der TSV zunehmend die Kontrolle. „Ab der 30. Minute haben wir fast auf ein Tor nur gespielt“, sagte Usadel. Seine Mannschaft erspielte sich mehrere gute Gelegenheiten, doch immer wieder stand Hansen im Weg.

Einen weiteren gefährlichen Kopfball entschärfte der Frisia-Schlussmann ebenso wie mehrere Schüsse aus aussichtsreichen Positionen. Usadel konnte deshalb seinem Gegenüber nur Respekt zollen: „Der Torwart ist heute über sich hinausgewachsen, was der alles rausgeholt hat. Also wirklich Hut ab, Bombenleistung vom Keeper.“

Auch Morten Höfer, der für Frisia auf dem Platz stand, räumte ein, dass seine Mannschaft spielerisch nicht ihren besten Tag erwischt hatte. „Wir haben ein ordentliches, sehr kampfbetontes Spiel gemacht, auch wenn wir spielerisch nicht ganz an die letzten Wochen herangekommen sind.“ Die Gastgeber verteidigten kompakt und konnten ihre Führung mit großem Einsatz in die Pause retten.

Zwei Elfmeter, zweimal kein Tor

Auch nach dem Seitenwechsel blieb Friedrichsberg die aktivere Mannschaft. Frisia musste immer wieder tief verteidigen und auf Entlastungsangriffe hoffen. Die wohl größte Gelegenheit zum Ausgleich bot sich den Gästen in der 60. Minute. Nach einem Foul im Strafraum zeigte Schiedsrichter Jan-Malte Ganz auf den Punkt. Marko Grbavac übernahm die Verantwortung, setzte den Strafstoß jedoch über das Tor.

Marko Grbavac (TSV Friedrichsberg-B.) war einer der Leistungsträger. Links Tom Braesch (SpVg Eidertal Molfsee). © 2026 Ismail Yesilyurt
Marko Grbavac (re., TSV Friedrichsberg-B.). © 2026 Ismail Yesilyurt

Für Usadel war es nur eine von zahlreichen vergebenen Möglichkeiten. „Was wir heute an Torchancen hatten und hätten machen müssen“, sagte der TSV-Coach. Und es kam noch bitterer: In der 85. Minute erhielt Friedrichsberg einen zweiten Foulelfmeter. Diesmal trat der eingewechselte Ali Alhindawi an. Sein Versuch mit einem Heber landete ebenfalls über dem Querbalken.

Sodemekou sorgt für die Vorentscheidung

Bis zu zweiten Elfmeter hatten die Gastgeber eiskalt schon das 2:0 vorgelegt. In der 70. Minute erkämpfte sich Luca Sönnichsen auf der rechten Außenbahn den Ball und spielte Lennox Dovi Sodemekou präzise in den Lauf. Der Frisia-Angreifer blieb vor dem Tor ruhig und schob zum 2:0 ein. Ein Treffer, der den Spielverlauf nur bedingt widerspiegelte, die Effektivität der Gastgeber aber eindrucksvoll unterstrich.

„Das 2:0 spiegelt den Spielverlauf vielleicht nicht komplett wider“, gab Höfer zu. Umso größer war die Freude über den Sieg und die Tatsache, „trotz zweier Elfmeter gegen uns die Null gehalten zu haben“.

Frisia verteidigt mit Mann und Maus

Mit dem zweiten Treffer begann für die Hausherren endgültig die Abwehrschlacht. Friedrichsberg warf alles nach vorne, Frisia verteidigte mit großem Einsatz.nHansen wurde dabei endgültig zum Matchwinner. Neben seinen starken Paraden sorgte der Keeper auch mit präzisen Abwürfen und Abschlägen immer wieder für Entlastung. In der Schlussphase musste er noch einmal aus spitzem Winkel eingreifen und hielt den 2:0-Sieg fest. Auf der Gegenseite verpasste Jawad Shams per Kopfball an die Latte sogar noch das mögliche 3:0.

Usadel sieht trotz Niederlage positive Ansätze

So bitter die Niederlage für Friedrichsberg ausfiel, so wenig wollte Usadel seiner Mannschaft einen Vorwurf machen. „Wenn du 60 Minuten Frisia dann fast an die Wand spielst und was wir an Tempo gemacht haben, Chancen herausgespielt haben, dann ist es gut“, sagte der TSV-Trainer.

Trainer Dennis Usadel (TSV Friedrichsberg-Busdorf) gewann der Partie gegen den Spitzenreiter TSV Kronshagen viele positive Eindrücke ab. © 2026 Ismail Yesilyurt
Die Mannschaft von Trainer Dennis Usadel (li., TSV Friedrichsberg-Busdorf) hatte in Lindholm das Toreschießen verlernt. © 2026 Ismail Yesilyurt

Das große Problem sieht er eindeutig in der Chancenverwertung. „Was halt eben nicht gut ist und wo wir einfach dran arbeiten müssen, ist einfach vorne dann die Dinger konsequent zu machen.“ Gerade die Vielzahl an Möglichkeiten lässt die Niederlage für den TSV besonders schmerzhaft erscheinen. „Komplett unverdient und unnötig“ sei das 0:2 aus seiner Sicht gewesen. Selbst ein 3:2 oder 4:2 für Friedrichsberg hätte Usadel angesichts des Chancenverhältnisses nicht überrascht.

Höfer: „Das spricht für unsere mannschaftliche Leistung“

Bei Frisia überwog natürlich die Freude über drei wichtige Punkte. Höfer hob insbesondere den kämpferischen Auftritt seiner Mannschaft hervor. „Gerade nach der Halbzeit haben wir uns besser zusammengerissen, mehr Ruhe reingebracht und versucht, wieder häufiger spielerische Lösungen zu finden“, erklärte der Frisia-Spieler.

Dass trotz der beiden Strafstöße die Null stand, wertete Höfer als Beleg für die Geschlossenheit des Teams: „Das spricht für unsere mannschaftliche Leistung.“ Mit dem 2:0 bleibt Frisia damit auf Kurs, klettert auf den 5. Platz und gastiert am kommenden Samstag im Nordfriesland-Derby beim aktuell kriselnden TSV Rantrum.

Für den TSV Friedrichsberg-Busdorf geht es nun darum, die Ausbeute vor dem Tor schnell positiver zu gestalten. Denn am Samstag zu Hause in Schleswig wartet im Kellerduell gegen Hattstedt eine wichtige Aufgabe.

Stimme zum Spiel

Dennis Usadel (Trainer TSV Friedrichsberg-Busdorf)
  • SV Frisia 03 Risum-Lindholm: Jorge Hansen – Malte Bethke (53. Mads Nielsen), Eduard Klemmer, Jannik Danielsen – Lasse Böckenholt, Morten Höfer, Jawad Shams, Luca Sönnichsen (83. Tobias Pause), Jesse Traber – Renz Rapräeger, Lennox Sodemekou
  • Trainer: Uwe Petersen
  • TSV Friedrichsberg-Busdorf: Melvin Bolleininger – Sazan Serbest (74. Tim Schubert), Tjark von Lanken, Julian Dietz, Erik Wegner – Zakaria El-Omrani, Marko Grbavac, Luca Clausen (69. Ali Alhindawi) – Daniel Schubert (83. Julian Lechtenfeld), Juri Alexa, Alin Ungureanu
  • Trainer: Dennis Usadel
  • Schiedsrichter: Jan-Malte Ganz (SV Boostedt)
  • Assistenten: Jan Malte Plath, Matti Lunis Glindemann
  • Bes. Vorkommn.: Marko Grbavac (60., TSV) verschießt Foulelfmeter, Ali Alhindawi (85., TSV) verschießt Foulelfmeter
  • Tore: 1:0 Renz Rapräeger (18.), 2:0 Lennox Sodemekou (70.)

Tabelle

Landesliga Schleswig
Platz Mannschaft Sp. G U V Tore Diff. Pkt.
1. (1) TSV Kronshagen 8710 28:82022
2. (2) Inter Türkspor Kiel (A) 8611 34:72719
3. (3) TSV Klausdorf 8530 17:9818
4. (↑ 5) SSG Rot-Schwarz Kiel 8503 15:12315
5. (↑ 7) SV Frisia 03 Risum-Lindholm 8422 21:17414
6. (↑ 8) Husumer SV (N) 8332 21:19212
7. (↓ 4) SC Weiche Flensburg 08 II 8404 21:20112
8. (↓ 6) TuS Nortorf (N) 8404 15:15012
9. (↑ 11) SV Dörpum 8314 11:15-410
10. (↓ 9) Heikendorfer SV (N) 8224 12:20-88
11. (↓ 10) TSV Friedrichsberg-Busdorf 7214 6:12-67
12. (12) SpVg Eidertal Molfsee 8206 11:15-46
13. (↑ 16) TSV Hattstedt 7133 11:18-76
14. (↓ 13) TSV Rantrum 7124 15:21-65
15. (↓ 14) TSV Kropp 7124 7:21-145
16. (↓ 15) TSV Heiligenstedten (N) 8116 11:27-164

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