VfB Lübeck erkämpft sich nach 0:2-Rückstand einen Punkt in Hannover

von Ismail Yesilyurt

Marvin Thiel (VfB Lübeck) leitete mit dem 1:2 den Punktgewinn ein. © 2025 Olaf Wegerich

Auf den ersten Saisonsieg muss der VfB Lübeck zwar weiterhin warten, doch in Hannover bewies der VfB zumindest Kampfgeist und Moral. Nach einem 0:2-Rückstand sicherten sich die Lübecker noch einen Punkt bei Hannover 96 II.

Im Eilenriedestadion sah es nach einer schwierigen ersten Halbzeit lange nach der nächsten Niederlage aus. Doch die Grün-Weißen steigerten sich nach dem Seitenwechsel deutlich. Kapitän Marvin Thiel leitete mit seinem Treffer in der 77. Minute die Aufholjagd ein, ehe Bjarne Pfundheller zwei Minuten vor dem Ende per Kopf den 2:2-Ausgleich erzielte.

In der Schlussphase musste Lübeck noch einige brenzlige Situationen überstehen. Mehrfach war Torhüter Finn Böhmker zur Stelle und bewahrte seine Mannschaft vor einem erneuten Rückstand. So nahm der VfB trotz des Fehlstarts einen Punkt mit nach Hause.

Sinanovic trifft zweimal in der ersten Halbzeit

Hannover erwischte einen Auftakt nach Maß. Bereits in der 3. Minute gingen die Gastgeber in Führung. Nach einem Angriff der 96er konnte Jonas Dittrich zunächst noch im eigenen Fünfmeterraum klären. Beim nächsten Vorstoß offenbarte die Lübecker Defensive jedoch erneut Lücken. Merlin Sinanovic stand im Fünfmeterraum völlig frei und köpfte zum 1:0 ein. Finn Böhmker war ohne Abwehrchance.

Merlin Sinanovic (Todesfelde) gegen Selcuk Rinal (Pauli II). © 2024 Olaf Wegerich
Der Ex-Holsteiner und -Todesfelder Merlin Sinanovic (re.), hier im Trikot des SV Todesfelde, erzielte beide Tore für Hannover 96. © Olaf Wegerich

Die Antwort des VfB ließ nicht lange auf sich warten. In der 9. Minute bot sich den Gästen gleich eine Doppelchance zum Ausgleich. Zunächst scheiterte Selim Ajkic an Hannovers Schlussmann Jonas Werner Schwanke. Den Nachschuss setzte Jonas Dittrich aus kurzer Distanz ebenfalls nicht ins Netz, weil Schwanke erneut stark reagierte.

Lübeck war nun besser im Spiel, musste aber bereits in der 16. Minute den nächsten Rückschlag hinnehmen. Rafael Martins Marques brachte den Ball von außen in den Fünfmeterraum, wo erneut Sinanovic völlig frei auftauchte. Der Angreifer ließ sich die Gelegenheit nicht nehmen und vollendete zum 2:0. Für Sinanovic war es bereits der zweite Treffer des Abends.

Lübeck findet vor der Pause nicht richtig ins Spiel

In der Folge entwickelte sich eine offene Partie mit Möglichkeiten auf beiden Seiten. Hannover blieb vor allem bei Standards gefährlich, während der VfB über eigene Eckbälle und Angriffe versuchte, den Anschluss herzustellen.

Eine Hereingabe von Tom Kankowski wurde in der 22. Minute im Fünfmeterraum geklärt. Fünf Minuten später wurde ein Abschluss von Tim van den Heuvel nach einer Hannoveraner Ecke geblockt. Kurz vor dem Seitenwechsel kam der VfB noch einmal gefährlich vor das Tor. Nach einer Ecke von Marvin Thiel hatte Bjarne Pfundheller die Möglichkeit zum Anschlusstreffer, doch der Ball fand nicht den Weg über die Linie.

Auf der Gegenseite musste Böhmker in der 39. Minute noch einmal eingreifen. Nach einer Hannoveraner Ecke wurde ein Distanzschuss von Rafael Martins abgefälscht. Der VfB-Keeper reagierte stark, bekam noch den Arm hoch und lenkte den Ball zur Ecke.

Mit dem 0:2 zur Pause war der VfB insgesamt noch gut bedient. Zu viele Fehlpässe und fehlender Zugriff auf das Spiel machten es den Gästen schwer. Gleichzeitig fehlte in der Offensive die nötige Konsequenz.

Rodewald bringt neue Kräfte, VfB wird druckvoller

Nach dem Seitenwechsel präsentierte sich Lübeck deutlich verbessert. Die Grün-Weißen kamen mit mehr Energie aus der Kabine und suchten nun konsequenter den Weg nach vorne.

Bereits in der 47. Minute fand eine Ecke von Thiel den Kopf von Ajkic, dessen Abschluss allerdings zu wenig Druck entwickelte. Hannover blieb dennoch gefährlich. In der 53. Minute musste Böhmker erneut sein ganzes Können zeigen. Alexander Vogel kam aus rund sieben Metern zum Abschluss, doch der Lübecker Torhüter machte sich lang und lenkte den Ball aus dem Winkel.

Auch offensiv erhöhte der VfB nun die Schlagzahl. Pfundheller versuchte es mehrfach aus der Distanz. In der 69. Minute bot sich Selim Ajkic dann eine große Gelegenheit. Nach einem Lübecker Angriff kam der Verteidiger rund zehn Meter vor dem Tor frei zum Abschluss, konnte den Ball aber nicht im Netz unterbringen.

Kevin Rodewald reagierte personell und brachte Lennard Heiduck für Luis Coordes. Wenig später kam Elario Ghassan für Emmanuel Appiah ebenfalls in die Partie.

Thiel startet die Aufholjagd

Der VfB ließ sich von den vergebenen Möglichkeiten nicht entmutigen und erhöhte in der Schlussphase weiter den Druck. In der 77. Minute belohnte sich Lübeck schließlich für seine Leistungssteigerung.

Kapitän Marvin Thiel setzte sich im Strafraum durch und schloss aus rund sieben Metern flach zum 1:2 ab. Damit war der VfB endgültig zurück in der Partie.

Hannover hatte zwar weiterhin Möglichkeiten, doch Lübeck warf nun alles nach vorne. In der 81. Minute kam Emmanuel Appiah nach einer Hereingabe zum Kopfball, konnte allerdings nicht genügend Druck hinter den Ball bringen.

Pfundheller sorgt in der 88. Minute für den Ausgleich

Zwei Minuten vor dem Ende war es schließlich soweit: Der VfB kam zum verdienten Ausgleich. Nach einer Hereingabe stieg Bjarne Pfundheller aus rund fünf Metern hoch und setzte den Ball per Kopf zum 2:2 in die Maschen.

Für den Lübecker Außenverteidiger war der Treffer dabei ein besonderer Moment. Pfundheller traf in seiner ehemaligen Heimat und bescherte seinem Team damit einen Punkt, der nach dem Verlauf der ersten Halbzeit kaum noch zu erwarten gewesen war.

Böhmker rettet den Punkt über die Zeit

Die Partie war damit allerdings noch nicht entschieden. Hannover drängte in den letzten Minuten seinerseits auf den Sieg und kam zu mehreren gefährlichen Aktionen.

Ein starker Rückhalt - Torwart Finn Boehner (VfB Lübeck). © 2026 Olaf Wegerich
Ein starker Rückhalt – Torwart Finn Boehner (VfB Lübeck). © 2026 Olaf Wegerich

In der 90. Minute war Böhmker erneut mit einer starken Parade zur Stelle. Auch eine Minute später musste der VfB-Schlussmann nach einer Ecke noch einmal eingreifen. Der Keeper hielt seine Mannschaft damit entscheidend im Spiel.

In der Nachspielzeit bekam Hannover durch Niko Gießelmann noch eine letzte Möglichkeit. Sein Freistoß von der Strafraumgrenze flog jedoch knapp am Lübecker Tor vorbei. Kurz darauf beendete Schiedsrichter Julian Bergmann die Partie.

VfB beweist Moral und nimmt einen Punkt mit

Nach dem 0:2-Rückstand zur Pause erkämpfte sich der VfB Lübeck damit noch ein 2:2 bei Hannover 96 II. Während die erste Halbzeit aus Sicht der Grün-Weißen viele Schwächen offenbarte, zeigte die Mannschaft nach dem Seitenwechsel eine deutlich bessere Reaktion.

Marvin Thiel und Bjarne Pfundheller sorgten mit ihren späten Treffern für die Aufholjagd, während Finn Böhmker in der Schlussphase den Punkt festhielt. Bereits am Samstag geht es auf der Lohmühle weiter. Um 14 Uhr empfängt der VfB Lübeck den Bremer SV.

  • Hannover 96 II: Jonas Schwanke – Manuel Braun, Pepe Lorenz, Alexander Vogel (67. Oskar Schwarz), Merlin Sinanovic, Ole Wegner (75. Taycan Kurt), Julius Meusel, Niko Gießelmann, Tim Antonius van den Heuvel, Rafael Marques (85. Robin Stolpe), Levent Aycicek.
  • Trainer: Christian Schulz.
  • VfB Lübeck: Finn Böhmker – Bjarne Pfundheller, Tom Kankowski, Selim Ajkic, Luis Coordes (67. Lennard Heiduck), Marvin Thiel, Jonas Dittrich, Emmanuel Appiah (86. Elario Ghassan), Colin Ulrich, Maximilian Schütt, Joel Amadi.
  • Trainer: Kevin Rodewald.
  • Schiedsrichter: Julian Bergmann.
  • Assistenten: Joris Christoffer, Hannes Hettwer.
  • Zuschauer: 633.
  • Tore: 1:0 Merlin Sinanovic (3.), 2:0 Merlin Sinanovic (16.), 2:1 Marvin Thiel (77.), 2:2 Bjarne Pfundheller (88.)

Tabelle

Regionalliga Nord
Platz Mannschaft Sp. G U V Tore Diff. Pkt.
1. (↑ 2) FSV Schöningen 9720 16:7923
2. (↑ 3) VfB Oldenburg 9711 30:111922
3. (↓ 1) SC Weiche Flensburg 9711 29:101922
4. (4) 1.FC Phönix Lübeck 9621 26:52120
5. (5) SV Drochtersen/Assel 9603 29:131618
6. (6) Hannover 96 II 9432 18:13515
7. (7) BSV Kickers Emden 9333 24:30-612
8. (8) SV Atlas Delmenhorst 9324 13:19-611
9. (↑ 14) FC St. Pauli II 9315 20:18210
10. (↓ 9) FC Eintracht Norderstedt 9243 17:22-510
11. (↓ 10) HSC Hannover (N) 9243 14:20-610
12. (↓ 11) Eimsbütteler TV (N) 9306 18:31-139
13. (↑ 16) SV Werder Bremen II 9225 11:16-58
14. (↓ 12) Bremer SV 9225 8:16-88
15. (↓ 13) SV Todesfelde (N) 9225 16:31-158
16. (↑ 18) SSV Jeddeloh 9216 13:20-77
17. (↓ 15) Hamburger SV II 9216 11:22-117
18. (↓ 17) VfB Lübeck 9054 9:18-95

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