Klausdorf entscheidet Ostduell früh: 3:1 beim Heikendorfer SV

von Ismail Yesilyurt

Der Start ins Derby war nicht so nach dem Geschmack der Heikendorfer – Trainer Mark Hungerecker grübelt, Co Linus Krebs (hinten) leidet. © 2026 Ismail Yesilyurt

Der TSV Klausdorf hat das Kieler Ostufer-Derby beim Heikendorfer SV mit 3:1 (2:0) für sich entschieden. Der ungeschlagene Tabellendritte legte im HSV-Sportpark einen Blitzstart hin und stellte bereits nach zwölf Minuten die Weichen auf Sieg. Für den Aufsteiger aus Heikendorf endete damit eine Serie von vier Spielen ohne Niederlage.

Vor 243 Zuschauern erwischte Klausdorf den besseren Start und nutzte die Fehler des Gastgebers konsequent aus. Für Heikendorfs Trainer Mark Hungerecker war die Niederlage deshalb bereits in der Anfangsphase angelegt.

Baumgarn und Göttsch sorgen früh für klare Verhältnisse

Nach gerade einmal sechs Minuten lag der TSV Klausdorf in Führung. Ein Fehlpass im Heikendorfer Spielaufbau spielte den Gästen in die Karten. Phil Baumgarn ließ sich die Gelegenheit nicht entgehen und erzielte mit seinem zweiten Saisontor das 1:0.

Nur sechs Minuten später schlug Klausdorf erneut zu. Nach einem Standard rückte Innenverteidiger und Kapitän Lukas Göttsch mit auf, wurde von der Heikendorfer Defensive sträflich allein gelassen und köpfte zum 2:0 ein. „So was darf uns halt da nicht passieren. Das nutzt dann halt so eine Mannschaft wie Klausdorf aus“, ärgerte sich Hungerecker über das zweite Gegentor.

Phil Baumgarns (TSV Klausdorf) frühes Tor war psychologisch wichtig, mental wohl für den Heikendorfer SV giftig. © 2026 Ismail Yesilyurt.jpg
Phil Baumgarns (TSV Klausdorf) frühes Tor war psychologisch wichtig, mental wohl für den Heikendorfer SV giftig. © 2026 Ismail Yesilyurt

Der frühe Rückstand hemmte die Heikendorfer, die sich zwar um mehr Ballbesitz bemühten, daraus aber kaum Gefahr entwickeln konnten. Klausdorf dagegen blieb insbesondere nach Ballgewinnen gefährlich und hätte seine Führung durchaus weiter ausbauen können.

Hungerecker: „Wir waren einfach zu unkonzentriert“

Der Heikendorfer Coach sah bei seiner Mannschaft vor allem in der Offensive erhebliche Defizite. Trotz des höheren Ballbesitzes fehlte es an Präzision und Ideen.

„Wir konnten mit dem Ballbesitz aber nicht viel anfangen“, bilanzierte Hungerecker. Sein Team sei „zu unkonzentriert in der gegnerischen Hälfte, zu unsauber, zu uninspiriert“ gewesen und habe nur wenige Torchancen herausgespielt.

Auch die schwierigen Platzverhältnisse spielten eine Rolle. Die Regenfälle der vergangenen Tage hatten den Untergrund im HSV-Sportpark tief und schwer bespielbar gemacht. Klausdorf kam damit besser zurecht und nahm den Kampf auf dem schwierigen Geläuf an.

Driton Gashi macht nach der Pause den Deckel drauf

Nach dem Seitenwechsel versuchte Heikendorf, noch einmal ins Spiel zurückzukommen. Doch die Gäste standen defensiv stabil und ließen über weite Strecken kaum etwas zu.

Auf der anderen Seite boten sich Klausdorf immer wieder gute Möglichkeiten über schnelle Gegenangriffe. Genau hier sah Trociewicz allerdings auch den größten Makel seines Teams. „Unsere vielen guten Kontermöglichkeiten haben wir unterirdisch hergeschenkt“, kritisierte der Klausdorfer Trainer.

Ehe Maximilian Müller (Heikendorfer SV) richtig auf Betriebstemperatur war, musste der Keeper schon zwei Mal den Ball aus dem Netz holnen. © 2026 Ismail Yesilyurt
Ehe Maximilian Müller (Heikendorfer SV) richtig auf Betriebstemperatur war, musste der Keeper schon zwei Mal den Ball aus dem Netz holnen. © 2026 Ismail Yesilyurt

In der 71. Minute fiel schließlich doch das dritte Tor. Driton Gashi erhöhte auf 3:0 und schien damit die letzten Zweifel am Klausdorfer Derbysieg beseitigt zu haben.

Elfmetertor von Timo Martens macht Heikendorf lebendiger

Ganz geschlagen gab sich der Aufsteiger jedoch nicht. In der 82. Minute bekam Heikendorf einen Elfmeter zugesprochen, den Timo Martens sicher zum 1:3 verwandelte. Die Strafstoß-Entscheidung sorgte beim TSV für Unverständnis. Trociewicz sprach von einer Szene, bei der man „anderer Meinung gewesen“ sei. Gleichzeitig brachte der Strafstoß noch einmal Spannung in die Schlussphase.

Dann wurde es noch mal ein bisschen turbulenter die letzten paar Minuten, wo wir noch ein, zwei Torchancen hatten. Wenn da vielleicht das 2:3 fällt, vielleicht wird es da noch mal bisschen kribbelig,a ber so muss man ehrlich sagen, unterm Strich verdienter Sieg für Klausdorf“, mutmaßte und bilanzierte Hungerecker.

Trociewicz: „Wir haben den Kampf angenommen“

Entsprechend zufrieden zeigte sich Klausdorfs Trainer mit dem Auftritt seiner Mannschaft. „80 Minuten lang eigentlich kaum was zugelassen“, lautete sein Fazit. Auch die hektische Schlussphase überstand der TSV ohne weiteren Gegentreffer.

Dass die Partie auf dem durch den Regen zunehmend schlechter werdenden Platz nicht immer spielerisch glänzen konnte, wollte Trociewicz nicht überbewerten. Entscheidend sei gewesen, dass seine Mannschaft die Bedingungen angenommen habe: „Wir haben den Kampf angenommen und am Ende dann auch verdient gewonnen.“

Für Heikendorf blieb dagegen die Erkenntnis, dass der schwache Start im Derby schwer wog. „Der Start ins Spiel war dann natürlich auch so suboptimal, dass wir Schwierigkeiten hatten, unser Spiel durchzuziehen“, sagte Hungerecker, für den auch nach dem Spiel vor dem Spiel ist. „Jetzt bereiten wir uns auf den nächsten Gegner vor und greifen da wieder an.“

Der Heikendorfer SV fährt dann erneut zu einem Derby zu der formstarken SSG Rot-Schwarz Kiel. Dieses Spiel findet am folgenden Dienstag nach dem 9. Spieltags-Wochenende statt. Auf den TSV Klausdorf wartet am kommenden Freitagabend das nächste Ostufer-Derby, wenn der Tabellenzweite Inter Türkspor Kiel auf dem Klausdorfer Kunstrasenplatz im Topspiel seine Visitenkarte abgibt.

Stimmen zum Spiel

Dennis Trociewicz (Trainer TSV Klausdorf)
Mark Hungerecker (Trainer Heikendorfer SV)
  • Heikendorfer SV: Maximilian Müller – Tim Markwardt (66. Mustafa Sapmaz), Nico Heinrich, Kalvi Rumohr (34. Bo Bauer), Michel Feldkamp – Lorenz Botschatzke (46. Tim Mordhorst) – Yannick Meenken, Timo Martens, Ronny Palm, Jack Palm (74. Julius von Ketelhodt) – Lukas Deutschbein (75. Junus Telli)
  • Trainer: Mark Hungerecker
  • TSV Klausdorf: Johannes Marxen – Michael Duncan-Williams, Lukas Göttsch, Jonathan Beeck, Nils Adjamgba – Leon Mordhorst (86. Mohammed Mahmud), Stian-Petter Waschko, Linus Knöfel (67. Leon Petersen), Tim Hartlep (67. Finn Schwee) – Phil Baumgarn (70. Paul Battermann), Driton Gashi (78. Arda Ekti),
  • Trainer: Dennis Trociewicz
  • Schiedsrichter: Friedrich Spengler (Suchsdorfer SV)
  • Assistenten: Mats Bennet Stankat, Anton Kausch
  • Zuschauer: 243
  • Tore: 0:1 Phil Baumgarn (6.), 0:2 Lukas Göttsch (12.), 0:3 Driton Gashi (71.), 1:3 Timo Martens (82., Elfmeter)

Tabelle

Landesliga Schleswig
Platz Mannschaft Sp. G U V Tore Diff. Pkt.
1. (1) TSV Kronshagen 8710 28:82022
2. (2) Inter Türkspor Kiel (A) 8611 34:72719
3. (3) TSV Klausdorf 8530 17:9818
4. (↑ 5) SSG Rot-Schwarz Kiel 8503 15:12315
5. (↑ 7) SV Frisia 03 Risum-Lindholm 8422 21:17414
6. (↑ 8) Husumer SV (N) 8332 21:19212
7. (↓ 4) SC Weiche Flensburg 08 II 8404 21:20112
8. (↓ 6) TuS Nortorf (N) 8404 15:15012
9. (↑ 11) SV Dörpum 8314 11:15-410
10. (↓ 9) Heikendorfer SV (N) 8224 12:20-88
11. (↓ 10) TSV Friedrichsberg-Busdorf 7214 6:12-67
12. (12) SpVg Eidertal Molfsee 8206 11:15-46
13. (↑ 16) TSV Hattstedt 7133 11:18-76
14. (↓ 13) TSV Rantrum 7124 15:21-65
15. (↓ 14) TSV Kropp 7124 7:21-145
16. (↓ 15) TSV Heiligenstedten (N) 8116 11:27-164

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