Echte Freude bei Jannis Voß (Kilia Kiel) nach seinem 2-0. Drilon Trepca (li.) ist der erste Gratulant zum ersten Saisontreffer. © 2026 Ismail Yesilyurt
Der Fluch ist gebrochen! Im elften Oberliga-Duell mit dem SV Eichede hat der FC Kilia Kiel erstmals als Sieger den Platz verlassen. Beim 2:1 (1:0) mussten die Kieler allerdings bis in die Schlussminuten zittern. Marc Schwabe und Jannis Voß brachten Kilia mit 2:0 in Führung, doch Daiki Sakai verkürzte in der 80. Minute für die Gäste. Danach wurde es noch einmal richtig eng. Nach dem 0:2 hatten die Gäste aus Stormarn zunehmend das Spiel beherrscht.
Für Kilia war es damit ein besonderer Erfolg, auch wenn Cheftrainer Nicola Soranno anschließend nicht mit jeder Facette des Auftritts zufrieden war. „Ich habe gehofft, besser, weil wir kein gutes Spiel gemacht haben“, antwortete Soranno nach der Partie auf die Frage nach dem Gefühl über den ersten Dreier gegen den SVE. „Wenn es dann ein schlechtes Spiel braucht, um Eichede zu schlagen, dann nehme ich das mit.“
Marc Schwabe bringt Kilia nach 34 Minuten in Führung
Die Partie begann ausgeglichen, ehe Kilia die ersten größeren Akzente setzte. In der 13. Minute profitierte Luca Senger von einem Aufbaufehler der Gäste und eroberte den Ball gegen Leon Tonder. Im anschließenden Eins-gegen-eins scheiterte er jedoch an Eichedes gut reagierenden Torhüter Mats Lüdtke, der den Ball noch mit dem Fuß ablenkte. Das Leder prallte anschließend an den linken Innenpfosten.

Auch Eichede meldete sich offensiv zu Wort. Mic Röpke zog in der 28. Minute von links ab, sein Flachschuss strich am rechten Außenpfosten vorbei.
Sechs Minuten später durften dann die Gastgeber jubeln. Drilon Trepca servierte eine perfekte Flanke, Marc Schwabe stieg hoch und setzte den Ball per Kopf präzise ins Tor in einer Begegnung mit wenig Höhepunkten. Das 1:0 war zugleich der Halbzeitstand.
Jannis Voß erhöht unmittelbar nach der Pause
Nach dem Seitenwechsel erwischte Kilia den besseren Start. Nur vier Minuten nach Wiederbeginn erhöhte Jannis Voß auf 2:0. Eine Flanke von Berat Ayyildiz von links köpfte Mic Röpke zu zentral ab. Erst traf Voß den Ball nicht richtig, im Nachsetzen hatte der Kapitän dann aus 5 Metern keine Probleme, auf 2:0 zu erhöhen.

Damit schien der Weg zum historischen ersten Sieg gegen Eichede bereitet. Doch die Gäste ließen sich nicht abschütteln und entwickelten zunehmend Druck. Lukas Groß hätte in der 55. Minute sogar für die Vorentscheidung sorgen können. Der Kilia-Angreifer kam zum Abschluss, doch Lüdtke reagierte stark und lenkte den Ball zur Ecke.
Auf der Gegenseite hatte Eichede ein paar Möglichkeiten und ausbaufähige Szenen, den Anschluss herzustellen. In der 58. Minute kam Ali Abdulla zentral aus acht Metern zum Abschluss, traf den Ball allerdings nicht druckvoll genug. Tom Pachulski hatte keine Mühe. Zwei Minuten später versuchte es Abdulla aus spitzem Winkel erneut, doch auch diesmal war Pachulski zur Stelle.
Eichede übernimmt nach dem 2:0 zunehmend die Kontrolle
Mit zunehmender Spieldauer kippte die Partie immer stärker zugunsten der Gäste, die angetrieben durch erfolgreiche Dribblings des starken Tünay Bektas und Ali Abdulla die Gastgeber in die Defensive drängten. Kilia verteidigte die Führung, konnte selbst aber immer weniger für Entlastung sorgen. In der 63. Minute sorgte sogar ein riskanter Rückpass von Berat Ayyildiz für einen kurzen Schreckmoment. Pachulski konnte den Ball allerdings zwei Meter vor der eigenen Torlinie noch verarbeiten. Sieben Minuten später verpasste Eichedes Daiki Sakai im Torraum einen Querpass.
Sascha Steinfeldt sah eine starke zweite Halbzeit seiner Mannschaft. „Ja, das war sicherlich kein 0:0-Spiel. So bei den Chancen, die Kiel ja hatte in beiden Halbzeiten als in Summe, dass wir da zwei Dinger bekommen, geht, glaube ich, in Ordnung. Aber wir hatten mindestens mal die Chancen für zwei Tore, wenn nicht sogar für mehr. “, bilanzierte Eichedes neuer Trainer in dieser Saison. Ein 2:2 sei „auf jeden Fall heute drin gewesen“.
Daiki Sakai sorgt mit Einzelleistung für mehr Spannung
In der 80. Minute war es dann doch so weit. Der eingewechselte Daiki Sakai nahm die Angelegenheit selbst in die Hand, setzte sich sehenswert durch in den Strafraum und schloss mit einem Schuss ins lange Eck zum 1:2 ab.

Kilia musste die letzten Minuten mit hoher Konzentration überstehen. Und tat dies auch. Eichede drängte auf den Ausgleich, während die Kieler auf Konter lauerten. In der 88. Minute kam Ali Abdulla am Torraumeck noch mit der Fußspitze an einen Querpass. Pachulski stand jedoch genau richtig und verhinderte den Ausgleich. Zuvor hatte Jan Matti Seidel, der nach drei Jahren Pause sein Comeback feierte, die Möglichkeit auf das 3:1. Doch Lüdtke wehrte den Ball zur Ecke ab (86.).
Nicola Soranno: „Die effektivere, die glücklichere Mannschaft“
Am Ende blieb es beim 2:1. Soranno konnte sich über die drei Punkte freuen, wollte den Auftritt seiner Mannschaft aber keinesfalls schönreden. „Wahrscheinlich, was die Saison angeht, bisher das Beste, gegen das wir gespielt haben“, lobte der Kilia-Coach den SV Eichede, der nicht analog seinem nicht gutem Ranking mit Platz 13 auftrat. Zugleich räumte er ein, dass aus seiner Sicht nicht unbedingt die bessere Mannschaft gewonnen hatte, sondern „die effektivere, die glücklichere“.
Vor allem im Ballbesitz sah Soranno, dessen Team mit dem 2:1 den 3 Platz festigte, deutliche Schwächen. „Ich finde einfach, dass wir wenig Bewegung hatten im Ballbesitz, dass wir viel zu viele falsche Entscheidungen getroffen haben, schon im Spielaufbau“, erklärte der Trainer.

Gleichzeitig hob er die defensive Arbeit im letzten Drittel hervor. Kilia habe es „immer wieder geschafft, einen Fuß vorzukriegen“ und die entscheidenden Situationen zu verteidigen. Genau diese Widerstandsfähigkeit machte am Ende den Unterschied im Vergleich zur Vorsaison und auch Spielen in dieser Saison.
Sascha Steinfeldt sieht vor allem fehlende Zielstrebigkeit
Auch Eichedes Trainer Sascha Steinfeldt machte die Niederlage vor allem an der Chancenverwertung und den Entscheidungen im letzten Drittel fest. Das Problem liege weniger darin, dass seine Spieler nicht schießen könnten lachte der 35-Jährige. Vielmehr fehle es an der richtigen Entscheidung im entscheidenden Moment.

„Wenn wir dann in Abschlussposition sind, wollen wir es dann immer noch mal spielen und noch eins spielen“, erklärte der Eichede-Trainer. Dadurch lasse seine Mannschaft zu häufig die Möglichkeit verstreichen, eine Situation konsequent abzuschließen. „Die Jungs können schießen“, stellte Steinfeldt klar. Es gehe vielmehr darum, „klar zu sein, in welchen Räumen es sich lohnt, auch aufs Tor zu schießen“.
Kilia nimmt drei Punkte mit, aber nicht alle Antworten
Für Kilia bleibt damit ein ungewöhnlicher Sieg zurück. „Die drei Punkte sind wichtig, aber wir müssen das aufarbeiten“, kündigte Soranno an. Die Partie werde unter der Woche auch anhand von Videoaufnahmen analysiert. Denn bei aller Freude über den Erfolg weiß der Kilia-Trainer: „Wir müssen die nächsten Wochen das genauso gut machen, wie wir es die letzten Wochen davor gemacht haben.“
Fakt ist aber, dass schwarz auf weiß ein 2:1 steht. Und damit das Ende des Eichede-Fluchs.
Stimmen zu Spiel
- FC Kilia Kiel: Tom Pachulski – Yannik Jakubowski, Ove Witt, Berat Ayyildiz – Jannis Voß (76. Jan Matti Seidel) – Drilon Trepca, Luca Senger (65. Tom Warncke), Felix Niebergall (69. Selim Cetintürk), Paul Meseberg (62. Marvin Müller) – Tino Klein (46. Lucas Groß) – Marc Schwabe
- Trainer: Nicola Soranno
- SV Eichede: Mats Lüdtke – Tamo Clausen (84. Keenon Erfurth), Vladyslav Shkuropatov, Maurice Ehlers, Mic Röpke – Leon Tonder, Justin Krüger (63. Norman Giebler) – Marko Ljuljic (61. Daiki Sakai), Dren Feka (56. Ali Abdulla), Tünay Bektas – Velson Fazlija (72. Alik Himmelspach)
- Trainer: Sascha Steinfeldt
- Schiedsrichter: Ole Andreas Schulz (VfL Bad Schwartau)
- Assistenten: Hendrik Plambeck, Khaled El-Rifai
- Zuschauer: 110.
- Tore: 1:0 Marc Schwabe (34.), 2:0 Jannis Voß (49.), 2:1 Daiki Sakai (80.)
Tabelle
| Platz | Mannschaft | Sp. | G | U | V | Tore | Diff. | Pkt. |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 1. (1) | Holstein Kiel II | 8 | 6 | 1 | 1 | 26:12 | 14 | 19 |
| 2. (2) | VfR Neumünster | 8 | 6 | 1 | 1 | 22:9 | 13 | 19 |
| 3. (3) | FC Kilia Kiel | 8 | 5 | 2 | 1 | 19:10 | 9 | 17 |
| 4. (4) | SC Rapid Lübeck (N) | 8 | 5 | 0 | 3 | 19:15 | 4 | 15 |
| 5. (5) | TSB Flensburg (N) | 8 | 3 | 2 | 3 | 21:15 | 6 | 11 |
| 6. (6) | 1.FC Phönix Lübeck II | 8 | 3 | 2 | 3 | 20:20 | 0 | 11 |
| 7. (↑ 11) | Heider SV | 8 | 3 | 2 | 3 | 14:21 | -7 | 11 |
| 8. (↓ 7) | Oldenburger SV | 8 | 3 | 1 | 4 | 19:21 | -2 | 10 |
| 9. (↑ 12) | TuS Rotenhof | 8 | 2 | 4 | 2 | 14:17 | -3 | 10 |
| 10. (↓ 8) | TSV Nordmark Satrup | 8 | 3 | 1 | 4 | 12:17 | -5 | 10 |
| 11. (↓ 9) | PSV Neumünster | 8 | 2 | 3 | 3 | 13:17 | -4 | 9 |
| 12. (↓ 10) | Kaltenkirchener TS | 8 | 2 | 2 | 4 | 14:18 | -4 | 8 |
| 13. (↑ 15) | VfB Lübeck II (N) | 8 | 2 | 1 | 5 | 12:22 | -10 | 7 |
| 14. (↓ 13) | SV Eichede | 8 | 1 | 3 | 4 | 8:10 | -2 | 6 |
| 15. (↓ 14) | MTSV Hohenwestedt | 7 | 1 | 3 | 3 | 15:18 | -3 | 6 |
| 16. (16) | Eckernförder SV (N) | 7 | 2 | 0 | 5 | 13:19 | -6 | 6 |
