Jonatan Miranda Gonzalez (TSB Flensburg) im Kopfballduell mit Calvin Ehlert (PSV Neumünster). © 2026 Olaf Wegerich
Fußballherz, was willst du mehr? Das ist der totale Wahnsinn. Der PSV Neumünster dreht am 3. Spieltag der Flens-Oberliga mit einer Wahnsinnsmoral ein verloren geglaubtes Spiel gegen den bis dahin noch verlustpunktfreien Tabellenführer TSB Flensburg durch zwei ganz späte Treffer von Torjäger Timo Barendt (90., 90.+3) und geht als strahlender 3:2-Sieger vom Platz. Dabei war der TSB nach einem bösen Schnitzer der Gastgeber zwei Minuten vor Spielende durch Kean Wojnarowski (88.) sogar noch spät in Führung gegangen.
PSV mit 12 Ausfällen – TSB ohne Zuth und Holtze
Der Erfolg ist umso höher zu bewerten, da der PSV auf insgesamt zwölf Spieler verzichten musste. Zuletzt erwischte es Marvin Ehlert, der sich beim Abschlusstraining eine Zerrung zugezogen hatte. Für die Gastgeber war es der erste Saisonsieg, während der TSB die erste Niederlage einstecken musste. Bei den Flensburgern fehlten mit Nicolas Holtze und Tobias Zuth ebenfalls zwei wichtige Leistungsträger.
Kwame verpasst die Führung
In einem guten Oberligaspiel begann der TSB mit viel Elan und sehr schwungvoll. Die erste Chance hatten dann auch die Gäste, als der stark aufspielende Noel Kurzbach mit einem schönen Tiefenpass Benett Kwame auf die Reise schickte. Doch der scheiterte aus halbrechter Position mit seinem Flachschuss an PSV-Torhüter Tilman Körtzinger, der den Ball zur Ecke lenken konnte.

Nohns scheitert an Rathmann
Auf der Gegenseite hatte der PSV wenige Minuten später ebenfalls eine gute Gelegenheit, früh in Führung zu gehen, doch Ben Luca Nohns scheiterte nach schöner Vorarbeit von Timo Barendt an TSB-Torhüter Ole Rathmann.
In der Folge beruhigte sich das Spiel deutlich, obwohl die Gäste in Nuancen die aktivere Mannschaft waren – meist immer wieder angetrieben von Noel Kurzbach und dem stets wuseligen und eminent gefährlichen Benett Kwame, der wegen seiner enormen Wendigkeit nur schwer in den Griff zu bekommen war.
Torchancen blieben in dieser Phase, als sich das Geschehen meist im Mittelfeld abspielte und beide Teams sich in verbissen geführten Zweikämpfen aufrieben, eher Mangelware.

Stuewe mit Lattentreffer
Das änderte sich erst, als Felix Stuewe mit einem Distanzschuss aus gut 40 Metern gegen den zu weit vor seinem Tor postierten PSV-Torhüter Tilman Körtzinger nur die Latte traf.
Siemund mit dem Führungstreffer
Doch der TSB blieb weiterhin hellwach, und nach einem langen Diagonalball landete die Kugel über die Stationen Melf Siemund und Benett Kwame bei Jonatan Miranda, der im Strafraum beim Klärungsversuch von Meiko Werner zu Fall gebracht wurde. Schiedsrichter Seils entschied völlig korrekt auf Elfmeter für die Gäste und Werner sah den gelben Karton. Den fälligen Strafstoß verwandelte Melf Siemund (36.) sicher zum Führungstreffer für die Gäste.
Freistoß von Zarpe bringt den Ausgleich
Auf der Gegenseite fast eine ähnliche Situation: An der Strafraumgrenze wurde Meiko Werner gefoult. Diesmal war Jonatan Miranda der Übeltäter und sah die Gelbe Karte. Den fälligen Freistoß aus halbrechter Position verwandelte Tom Zarpe mit einem satten Flachschuss in die kurze Ecke zum 1:1-Ausgleichstreffer. Damit ging es in die Pause.

Barendt scheitert an Rathmann
Im zweiten Durchgang hatte zunächst der PSV eine Riesenchance. Aus dem Gewühl scheiterten erst Meiko Werner und dann Ben Luca Nohns an der vielbeinigen Abwehr, ehe Timo Barendt aus wenigen Metern am Torhüter Ole Rathmann verzweifelte. Dabei wollten einige PSV-Spieler die Klärungstat des TSB-Torhüters bereits hinter der Torlinie gesehen haben und reklamierten vehement.
TSB mit vielen Chancen
Danach übernahm wieder der TSB die Initiative und kam zu etlichen guten Abschlüssen. Allein Benett Kwame (58., 60.) verpasste zweimal aus aussichtsreicher Position die Führung für die Fördestädter.
Ebenso konnte PSV-Torhüter Tilman Körtzinger noch einen Flachschuss des eingewechselten Kean Wojnarowski (80.) entschärfen.

Wojnarowski nutzt Bock von Körtzinger
Fast schien es so, als würden sich beide Mannschaften mit dem 1:1-Remis abfinden, da unterlief PSV-Torhüter Tilman Körtzinger ein folgenschwerer Fehlpass, den Kean Wojnarowski (88.) zum viel umjubelten 1:2-Führungstreffer für die Gäste nutzte.
Barendt trifft zum Ausgleich
Doch das Tor war Gift für den TSB, der sich scheinbar zu sicher fühlte. Mit dem Mute der Verzweiflung und dem letzten Willen warf der PSV in den Schlussminuten noch einmal alles nach vorne und zeigte endlich die Entschlossenheit, die zuvor oft fehlte. Nach einer Flanke von Tom Zarpe schraubte sich Timo Barendt (90.) hoch und köpfte zum 2:2-Ausgleich ein.

Tor von Barendt macht den Sieg perfekt
Der PSV war jetzt hellwach. Die Mannschaft von Trainer Dennis Buthmann wollte mehr – und sie bekam mehr. Nach einem Eckball von Ayoub Assameur köpfte erneut Timo Barendt (90.+3) zum viel umjubelten 3:2-Siegtreffer ein. Wenig später pfiff der starke Schiedsrichter Luca Seils ein denkwürdiges Spiel – das eigentlich keinen Sieger verdient hatte – ab, das dem PSV aber für die kommenden Aufgaben einen mächtigen Schub geben wird. Auch wenn der TSB sein erstes Spiel auf tragische Art und Weise verlor: Die Mannschaft von Trainer Tore Wächter ist eine echte Bereicherung für die Flens-Oberliga.
Stimmen zum Spiel
- PSV Neumünster: Körtzinger – Zarpe, Imasün, Fölster, Ceyhan – Assameur, C. Ehlert, Y. Von der Mehden (70. Mehanovic), Barendt, Werner (79. Ramo) – Nohns (80. Rune Kulig).
- Trainer: Dennis Buthmann.
- TSB Flensburg: Rathmann – Zameraj, Thomsen, Schäpler, Jessen – Stüwe, Miranda (46. Neumann), Kurzbach (73. Stephan), Nitsch – Siemund (63. Wojnarowski), Kwame (80. Friedrichs).
- Trainer: Tore Wächter.
- Schiedsrichter: Luca Seils (SV Preußen 09 Reinfeld) mit einer vorzüglichen Leistung.
- Assistenten: Nils Sören Ladwig und Bastian Sprave.
- Zuschauer: 260 auf dem PSV-Sportplatz an der Stettiner Straße in Neumünster.
- Tore: 0:1 Melf Siemund (36., Foulelfmeter), 1:1 Tom Zarpe (39.), 1:2 Kean Wojnarowski (88.), 2:2 Timo Barendt (90.), 3:2 Timo Barendt (90.+3).
