Klare Verhältnisse vor prominentem Besuch: Holstein Kiels U23 schlägt Heider SV mit 5:1

von Ismail Yesilyurt

Islam Matene (re., Holstein Kiel II) freut sich über sein 5:1. © 2026 Ismail Yesilyurt


Vor prominentem Besuch gewinnt die U23 von Holstein Kiel gegen den Heider SV. Vor Augen von Zweitliga-Trainer Tim Walter bezwingen die Störche im Citti-Fussball-Park das Team von der schleswig-holsteinischen Westküste mit 5:1. Dabei erweist sich Holstein für die Heider als zu stark und mit einer guten Quote im Abschluss. Vor allem Islam Matene beeindruckt in der Offensive mit seinen richtigen Laufwegen und natürlich drei Toren. Zudem ist Matene Vorlagengeber zum 5:1 durch Hamze Muqaj, der damit seinen Doppelpack vollmacht. Damit drückt Islam Matene in der Offensive seinen Stempel auf.

Heider SV besser als es das Endergebnis aussagt

Trotz der deutlichen Niederlage präsentiert sich die Mannschaft von Markus Wichmann weitaus stärker als noch beim 1:3 gegen den Aufsteiger Rapid Lübeck im Heimspiel am vergangenen Samstag. Auch die Kieler sind besser unterwegs als noch beim 1:1 am Samstag zum Saisonauftakt in der Oberliga Schleswig-Holstein, in die das Team von Neutrainer Jan Frederik Kaps – kam von der eigenen U19 – als klarer und meistgehandelter Meisterschaftsfavorit ins Rennen geht.

Fabian Arndt bringt HSV in Front

Früher Rückschlag weicht Kieler Spielfreude Die Gäste vom Heider SV erwischten dabei zunächst den besseren Start und gingen durch Fabian Arndt in Führung (12.). Doch die junge Kieler Truppe, die in dieser Begegnung eine gute Chancenverwertung präsentieren sollte, steckte den Rückstand unbeeindruckt weg. Noch vor der Pause drehten Islam Matene (15., 39. Foulelfmeter) und Hamza Muqaj (24.) das Spiel auf 3:1. Im zweiten Durchgang machten Muqaj (51.) und erneut Matene (68.) den auch in der Höhe verdienten 5:1-Endstand perfekt.

Henrik Fleige (Heider SV) rettet gegen Rene Guder (li., Holstein Kiel II) in der Box. © 2026 Ismail Yesilyurt
Henrik Fleige (Heider SV) rettet gegen Rene Guder (li., Holstein Kiel II) in der Box. © 2026 Ismail Yesilyurt

Der Heider SV war nicht in die Landeshauptstadt gefahren, um dort den Bus im Spiel zu parken. In der ersten Viertelstunde zeigten die Gäste das Potenzial, das im Team steckt. Mit viel Tempo, hohem Pressing, forsch und mit mutigem Auftritt überzeugte die Elf von Markus Wichmann. „Heide ist eine der ganz wenigen Mannschaften in der Oberliga, die ihren Spielstil gegen jeden Gegner beibehalten“, sagte Nicola Soranno, Trainer von Kilia Kiel, vor etwas mehr als drei Jahren anerkennend. Aber Holstein Kiel is an diesem Mittwochabend bei hochsommerlichen Tempraturen einfach besser.

Islam Matene schlägt sofort zurück

Pech für die Gäste, dass die 1:0-Führung nicht lange Bestand hatte. Nach einer Flanke von Tarek von Böhlen köpfte Hendrik Fleige den Ball ins Zentrum, wo Mika Kieselbach zunächst den Ball nicht ins Störche-Netz legen konnte. Der Ball kam schließlich zu Fabian Arndt, der aus dem Torraum die HSV-Führung erzielte. „Ich glaube, dass Heide am Anfang schon auch dann immer noch mal den Moment so hatte, vielleicht könnte was gehen. Das lag dann auch daran, dass wir noch nicht so bereit waren, auch sofort wieder gegen zu gehen, dass gar nichts mehr auch im Umschaltmoment zugelassen wird. Dann machen sie das Tor, aber ich glaube, das ist dann schon bemerkenswert so, wenn man sich anguckt, wie jung unsere Truppe dann auf dem Platz ist, egal wie die Qualität ist, das einfach so wegzustecken und dann so weiterzuarbeiten, dass das aussieht, als ob nichts gewesen wäre. Und das war heute, glaube ich, genau das, wo wir schon einen Riesenschritt weitergekommen sind im Vergleich zu letzter Woche“, sah Kaps, wie seine Spieler den Schalter sofort umlegten.

Jorden Winter legt für Matene auf

In der achten Minute war Jorden Winter noch an Heides aufmerksamen Keeper Mika Lorenz hängen geblieben; sechs Minuten später bediente Winter mit einer scharfen Hereingabe von rechts den am kurzen Pfosten am Torraum eingelaufenen Islam Matene. Der Stürmer bugsierte das Leder hoch in die Maschen zum 1:1. Die Gastgeber sind nun am Drücker und provozieren die nächste Chance zum 2:1. Nach einem Ballgewinn im gegnerischen Drittel hat Hamze Muqaj Raum und Zeit und zieht aus der Distanz ab. Sein strammer Schuss aus etwa 25 Metern landet an Keeper Lorenz vorbei zum 2:1.

Kiels Tempo zu hoch

Auch in der Folge lassen die Kieler nicht locker. Immer wenn das Tempo hochgehalten wird, bringt das die Heider in die Bredouille, wie beim 3:1 für Holstein. Ein ungestümes Herauslaufen und Foulspiel vom HSV-Keeper an Moritz Reimers – an der rechten Strafraumecke sehr schön freigespielt – führt zum Elfmeter, den Matene sicher verwandelte. In der 45. Minute kann Lorenz eine weitere Möglichkeit für Matene abwehren. Die erste Minute der 2. Halbzeit gehört dem Heider SV. Erst kann Mika Kieselbach nicht das 2:3 erzielen, dann schließt sich Fabian Arndt seinem Mitspieler an.

Jonah Gieseler (Heider SV) gegen Jorden Winter (li., Holstein Kiel II). © 2026 Ismail Yesilyurt
Jonah Gieseler (Heider SV) gegen Jorden Winter (li., Holstein Kiel II). © 2026 Ismail Yesilyurt

Das 4:1 nimmt den Gästen den Wind aus den Segeln: Eine Kopie des 1:1 mit gleichem Personal. Als Muqaj das 5:1 erzielt, hat Tim Walter längst Feierabend. Beim Stand von 4:1 nahm er sich noch Zeit für Fotos mit Fans, ehe er sich verabschiedete – ebenso wie der eine oder andere Zweitliga-Profi wie Ikem Ugoh, der die Partie unter den Zuschauern verfolgte. Pünktlich um 20:50 Uhr pfiff Schiedsrichter Paul Albrecht die Begegnung ab, an deren Ende ein 5:1-Erfolg für die Kieler stand.

Mika Kieselbach und Marwan Abduljabar verpassen weitere HSV-Treffer

Dabei hätten die Dithmarscher Jungs noch das eine oder andere Tor erzielen können. Durch die vielen Wechsel ist zum Ende hin nicht mehr der große Zug bei Holstein drin. In der letzten Viertelstunde knüpfen die Heider an die ersten 15 Minuten an. Mika Kieselbach mit Pfostentreffer (81.) und Chance (89.) sowie zweimal das eingewechselte Jungtalent Marwan Abduljabar, erst 17 Jahre alt, haben gute Möglichkeiten, das Endergebnis erträglicher zu gestalten.

So bleibt es beim 1:5, und das sieht von Weitem geschaut auf den ersten Blick sehr enttäuschend aus. Hannes Nissen, Geschäftsführer der Heider SV Liga, zollte dem Gegner nach dem Spiel Anerkennung : „Hochverdienter Sieg. Ich glaube, man muss einfach sagen, den Vorteil im Ganzen, den Holstein hat gegenüber anderen Mannschaften, der ist unfassbar groß.“ Trotz des deutlichen Ergebnisses fand er lobende Worte für sein Team: „Ich kann meiner Mannschaft keinen Vorwurf machen. Das war heute so, als wenn Holstein bei Bayern spielen würde mit der Ersten. Das ist halt ein Riesenunterschied. Und trotzdem haben die Jungs das gut gemacht.“

Auch für Profi-Leihgabe Marcel Engelhardt, der im Kieler Kasten stand, überwog das Positive: „Ich muss sagen, ich war sehr glücklich heute, mit der Mannschaft zu spielen. Also, hat echt Spaß gemacht. Die Jungs haben wirklich bis zum Ende immer Gas gegeben, auch wenn wir 5:1 geführt haben, sind vorne angelaufen, und ich glaube, das ist so die Einstellung, die die Jungs nach vorne bringt.“

Tiefe Freundschaft zwischen Gegner am Mittwochabend

Für eine besondere Geschichte sorgte zudem Holstein-Akteur Till Wiese, der aus der Heider Jugend nach Kiel gewechselt war und gegen seine alten Kumpels Mathis Harms und Mika Kieselbach, mit denen er in der Heimstadt Tellingstedt nicht nur fußballerisch aufgewachsen ist, auf dem Platz stand: „Ich habe gegen meine Ex-Mannschaft gespielt. Ich komme ja aus Heide und deswegen habe ich mich echt fokussiert, habe Gas gegeben und dann habe ich heute echt ein gutes Spiel gemacht und war besser drauf als gegen Eichede.“ Auf der Sechser-Position war der Noch-U19-Kicker sehr präsent, und auch die offensiven Akzente waren sehr klangvoll. So wurde sein Schuss aus Mittelstürmerposition in der 30. Minute abgeblockt.

Till Wiese (Holstein Kiel II) gegen Mika Kieslbach (Heider SV). © 2026 Ismail Yesilyurt
Till Wiese (Holstein Kiel II) gegen Mika Kieslbach (Heider SV). © 2026 Ismail Yesilyurt

Die Wiese-Performance erkannte auch Kaps, der sich ebenfalls über eine starke Gesamtleistung seiner Mannschaft freuen durfte: „Ja, er macht es super. Also, er ist einfach ein richtig guter Spieler, der auch – wenn wir vorhin über DNA gesprochen haben – wahnsinnig viel DNA mitbringt. Und das ist, glaube ich, der Weg, den er gehen muss. Und von daher bin ich total happy, wie er es gerade macht. Und dennoch müssen wir auch immer sehen, dass es einfach junge Spieler sind. Auch da wird es immer mal kleine Dellen noch mal geben. Aber das ist super, wie er das gerade macht, aber auch viele andere Spieler.“

Auf dem Weg zur von vielen Seiten auferlegten (Pflicht)Aufgabe Meisterschaft ist die Strecke sicherlich nicht steinfrei. Das weiß auch Freddy Kaps, der selbst bis letztes Jahr beim Oberligisten Oldenburger SV aktiv am Ball war, worauf es ankommen wird: „Also ich glaube, am Ende was fehlt, dass wir die Zeit sehen, ist dann Konstanz. Das Woche für Woche zu bringen, weil ansonsten haben wir heute schon ganz viel von dem gesehen, mit Spaß, mit Freude, als Gruppe aufzutreten. Und einfach, was angesprochen wurde, ein hohes Spieltempo zu haben, eine gute Zielstrebigkeit nach vorne zu haben, weil das sind dann die Dinge, die nachher den Unterschied ausmachen und da wollen wir immer dranbleiben.“

Stimmen zum Spiel

Jan Frederik Kaps (Trainer Holstein Kiel II)
Hannes Nissen (Geschäftsführer Heider SV Liga)
Marcel Engelhardt ( Torwart Holstein Kiel II)
Till Wiese (Holstein Kiel II)
  • Holstein Kiel U23: Marcel Engelhardt – Rene Guder, Maximilian Apelt, Caspar Medlin, Leland-Jordan Junge (67. Felix Lüth) – Till Wiese – Jorden Winter (72. Kevin Hahn), Moritz Reimers (72. Mätthi Meyer), Hamza Muqaj (67. Maximilian Schmitz), Mark Monserrat – Islam Matene (72. Kian Tack)
  • Trainer: Jan Frederik Kaps
  • Heider SV: Mika Lasse Lorenz – Anas Boukara, Patrick Storb, Rafail Lampros, Tarek von Böhlen – Thede Reimers – Fabian. Arndt (77. Azat Selcuk), Jonah Gieseler (85. Marvin Wolf), Hendrik Fleige (63. Marwan Haji Abduljabar), Mathis Harms – Mika Christopher Kieselbach
  • Trainer: Markus Wichmann
  • Schiedsrichter: Paul Albrecht (TSV Böklund)
  • Assistenten: Jerrick Christiansen, Mikkel Paulsen
  • Zuschauer: 407
  • Tore: 0:1 Fabian Arndt (12.), 1:1 Islam Matene (15.), 2:1 Hamza Muqaj (24.), 3:1 Islam Matene (39., FE), 4:1 Hamza Muqaj (51.), 5:1 Islam Matene (68.)

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