Hohenwestedter 3:4-Drama in Rotenhof – Joker Moritz Gersteuer sticht MTSV

von Ismail Yesilyurt

Moritz Gersteuer (vorne TuS Rotenhof), hier gegen Timo Bamler (Eckernförder SV), leitete mit seinem Kurzeinatz die Wende ein. © 2024 Ismail Yesilyurt


Wow! Was für ein Finish in der Oberligapartie zwischen dem TuS Rotenhof und MTSV Hohenwestedt. Die Mittelholsteiner sehen bis zur 90. Minute wie der Sieger aus bei einer 3:2-Führung. Doch erst gleicht Edel-Joker Moritz Gersteuer für die Mannschaft von Coach Henning Knuth zum 3:3 in der besagten Minute aus. Dann muss MTSV-Trainer Arend Müller mit ansehen, wie ein Elfmeter in der vierten Minute der Nachspielzeit seine Mannschaft mit leeren Händen auf die Rückreise nach Hohenwestedt schickt.

Die Partie begann rasant und mit offenem Visier. Beide Teams suchten sofort den Weg nach vorne, wie auch der sportliche Leiter der Gäste, Dennis Jera, bestätigte: „Offenes Spiel mit viel Offensive auf beiden Seiten. Es kam dementsprechend auch zu vielen Chancen für beide Seiten.“ Direkt die ersten Tormöglichkeiten auf beiden Seiten führten zu zählbarem Erfolg: Cedric Nielsen brachte Rotenhof bereits in der 2. Minute in Führung, doch Tjark Struve glich im direkten Gegenzug für die Mittelholsteiner zum 1:1 aus (3.).

Nach einem erneuten Treffer durch Henry Grothkopp (15.) schlugen die Gäste eiskalt zurück. Nach einem unglücklichen Eigentor von Felix Knuth (28.) drehte der MTSV das Spiel durch einen Foulelfmeter von Tjark Sievers (30.) noch vor dem Pausenpfiff auf 3:2.

Passivere Gäste und die Stunde der Joker

Mit der Führung im Rücken nahmen die Gäste im zweiten Durchgang überraschend Tempo aus dem Spiel. Jera erklärte dazu: „Die Vorgabe für die zweite Halbzeit war klar: Auf Treffer Nummer 4 zu gehen. Aber aus meiner Sicht aus unerklärlichen Gründen sind wir in Halbzeit zwei passiver geworden, ohne aber etwas Großes zuzulassen.“

Dennis Jera, sportliche Leiter beim MTSV Hohenwestedt. © 2025 Olaf Wegerich.JPG
Aufgrund der lange Zeit konzentrierten Defensive ging bei Dennis Jera und dem MTSV Hohenwestedt das sehr bittere Ende tief in die Gemütslage. © 2025 Olaf Wegerich

TuS-Trainer Henning Knuth sah eine ausgeglichenere zweite Hälfte und profitierte schließlich von der enormen Qualität seiner Einwechselspieler: „Und dann hat heute bei uns ganz klar die Breite des Kaders und unsere Gamechanger von der Bank haben das Spiel entschieden. In allererster Linie natürlich Moritz Gersteuer, der das 3:3 selber schießt und dann beim 4:3 einen Elfmeter zieht.“

Späte Dramatik in der Nachspielzeit

Die Schlussphase entwickelte sich zu einem wahren Drama. Erst erlöste Edel-Joker Moritz Gersteuer die Hausherren mit dem späten Ausgleich zum 3:3 in der regulären 90. Minute. Doch damit nicht genug: In der vierten Minute der Nachspielzeit zog eben jener Gersteuer im Strafraum das Foul, und Spielführer Felix Knuth behielt die Nerven. Vor der losgelösten Kulisse verwandelte der Bruder von Coach Knuth den entscheidenden Strafstoß sicher zum 4:3-Endstand (90.+4) und löste damit einen kollektiven Jubelsturm aus.

Während bei Rotenhof die Erleichterung und Vorfreude auf das nächste Duell beim TSB Flensburg am kommenden Dienstagabend überwogen, blieb bei Hohenwestedt die Enttäuschung über die späte Niederlage. Jera zog dennoch ein gefasstes Fazit: „Am Ende sind wir dann durch zwei individuelle Fehler in unserer Verteidigung zum Ende des Spiels um den Sieg gebracht worden. Für mich wäre es ein gerechtes Unentschieden gewesen. Wir haben eine junge Mannschaft und so was passiert auf unserem Weg mal. Es ist bitter, aber kein Beinbruch.“

Bereits in wenigen Tagen um 19 Uhr haben die Grün-Roten die Möglichkeit, alle Gedanken wegzuwischen. „Wir machen am Dienstag weiter und vergessen dann auch in Halbzeit zwei nicht, aktiv zu bleiben“, blickte Jera auf das Heimspiel gegen den PSV Neumünster voraus.

Stimme zum Spiel

Henning Knuth (Trainer TuS Rotenhof)
  • TuS Rotenhof: Tobias Quincke – Justin Braun (72. Dustin Jacob), Lorenz Billerbeck, Jan Pioch, Christoph Ohm – Til Berg, Felix Knuth – Felix Struck (72. Paul Krämer), Cedric Nielsen (77. Thies Bütow), Henry Grothkopp (72. Mats Henke) – Jann-Ole Fiebelkorn (85. Moritz Gersteuer)
  • Trainer: Henning Knuth
  • MTSV Hohenwestedt: Calvin Brooklyn Schultz – Macius Dahm, Henrik Schnoor, Thies Kochanski, Fabian Engbrecht, Mats Schaller (83. Jan-Ole Belz), Tjark Struve (49. Mika Hirsch), Jannik Sierks, Tjark Sievers, Louis Klatt (30. Felix Ploog), Tim Sienknecht (62. Kirill Vojtenko)
  • Trainer: Arend Müller
  • Schiedsrichter: Jan-Christian Meyer (GW Todenbüttel)
  • Assistenten: John Wilhoeft, Bjarne Naujoks
  • Zuschauer: 450
  • Tore: 1:0 Cedric Nielsen (2.), 1:1 Tjark Struve (3.), 2:1 Henry Grothkopp (15.), 2:2 Felix Knuth (28., Eigentor), 2:3 Tjark Sievers (30., Strafstoß), 3:3 Moritz Gersteuer (90.), 4:3 Felix Knuth (90. +4, FE)

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