Fabian Doege lebt seine Vorstellung von aktivem Fußball auch an der Seitenlinie vor. © Markus Till
Seit Ende Juni steht Fabian Doege an der Seitenlinie der ersten Herren des Osterrönfelder TSV. Im Interview mit Markus Till spricht der 39-Jährige über seine Trainerphilosophie, seine Ziele und seinen ersten Eindruck vom Verein.
Fabian, stell dich bitte kurz vor.
Ich bin 39 Jahre alt, verheiratet und habe einen vierjährigen Sohn. Beruflich bin ich Kfz-Prüfingenieur und gemeinsam mit einem Partner selbstständig bei der GTÜ in Rendsburg. Fußball begleitet mich schon mein ganzes Leben – mittlerweile im 20. Jahr als Trainer.
Wie bist du Trainer geworden?
Eigentlich eher durch Zufall. Mein jüngerer Bruder spielte damals in der B-Jugend des TSV Gadeland. Dort lief einiges nicht optimal, also bin ich eingesprungen und habe geholfen. Daraus ist schließlich meine gesamte Trainerlaufbahn entstanden.
Du hast selbst Fußball gespielt. Warum war so früh Schluss?
Leider wegen einer schweren Verletzung. Mit Anfang 20 hatte ich einen Totalschaden im Knöchel mit Wadenbeinbruch sowie mehreren Bänderrissen. Danach konnte ich nie wieder schmerzfrei spielen und habe mich komplett auf das Trainerdasein konzentriert.
Welche Stationen haben dich besonders geprägt?
Ganz klar der TuS Nortorf. Dort war ich achteinhalb Jahre bei den Herren. Wir haben damals mit vielen Spielern gearbeitet, die ich bereits aus der A-Jugend kannte. Gemeinsam haben wir den Verein sportlich weiterentwickelt und einige Erfolge gefeiert. Diese Zeit hat mich als Trainer am meisten geprägt.
Wie würdest du dich selbst als Trainer beschreiben?
Ich versuche, Ruhe und Konstruktivität auszustrahlen. Natürlich habe ich auch mal meine fünf Minuten, aber grundsätzlich möchte ich Sicherheit vermitteln. Ich bin fleißig, beschützend und gleichzeitig fordernd.
Was erwartest du von deinen Spielern?
Ehrlichkeit und harte Arbeit. Jeder soll Gas geben und sich für die Mannschaft einsetzen. Ich stelle mich schützend vor mein Team. Dinge, die intern geklärt werden müssen, bleiben auch intern.
Welchen Fußball möchtest du beim OTSV sehen?
Wir wollen aktiv sein, zocken und intensiv Fußball spielen. Gleichzeitig richte ich meine Spielidee immer nach dem vorhandenen Personal aus. Es ist schließlich das Spiel der Spieler.
Was ist dir wichtiger – Technik oder Mentalität?
Mentalität. Eine gute Mannschaft zeichnet sich dadurch aus, dass sie sich weigert, zu verlieren. Diese Einstellung ist für mich wichtiger als jede taktische Feinheit.

Gibt es Trainer, die dich beeinflusst haben?
Jürgen Klopp hat mich in seiner Liverpool-Zeit sehr beeindruckt. Auch Oliver Glasner in Frankfurt und London oder Borussia Mönchengladbach vor sechs, sieben Jahren haben mir viel Spaß gemacht. Dabei geht es mir nicht nur um den Fußball, sondern auch um den menschlichen Umgang.
Wie fällt dein erster Eindruck vom OTSV aus?
Sehr positiv. Die Absprachen funktionieren, ich kann mich komplett auf das Sportliche konzentrieren. Die Mannschaft bringt eine gute Energie mit und ist charakterlich sehr angenehm.
Warum hast du dich für den OTSV entschieden?
Eigentlich wollte ich wegen meiner beiden Firmen und der Familie als Trainer aufhören. Die Gespräche mit Kai Nacken-Hoffmann (Ligaobmann im OTSV) und Olaf Hansen (stellvertretender Abteilungsleiter Fußball, Anm. d. Red.) haben mich aber überzeugt. Dass inzwischen auch Kim Michael Delfs als Koordinator Leistungsfußball dabei ist, ist für den Verein ein weiterer guter Schritt.
Wie läuft die Saisonvorbereitung?
Inhaltlich sind wir auf einem guten Weg. Urlaub sorgt zwar noch dafür, dass nicht immer alle da sind, aber das gehört dazu. Da wir nur drei externe Neuzugänge haben, kennen sich viele Spieler bereits. Ich denke, dass wir sechs bis zehn Wochen brauchen werden, bis wir als Mannschaft komplett zusammengewachsen sind.
Wie funktioniert die Zusammenarbeit mit deinem Trainerteam?
Sehr gut. Eric (Hartwich) kannte ich vorher nicht, aber ich bin wirklich zufrieden. Dirk (Butenhoff, Anm. d. Red.) kenne ich schon seit vielen Jahren. Wir arbeiten komplett auf Augenhöhe und tauschen uns ständig aus.
Welche Ziele hast du bis zur Winterpause?
Ein positives Torverhältnis wäre ein messbares Ziel. Noch wichtiger ist mir aber, dass wir als Mannschaft wachsen und in jedem Spiel den Willen zeigen, gewinnen zu wollen.
Was machst du außerhalb des Fußballs?
Meine Familie steht ganz klar an erster Stelle. Ein perfekter Sonntag beginnt für mich mit einem langen Frühstück und anschließend Zeit in der Natur.
Der OTSV ist für dich …
…ein sehr gut geführter Dorfverein und hoffentlich eine langfristige Station.
Erfolg bedeutet für dich …
…eigentlich, Titel zu gewinnen. Gleichzeitig bedeutet Erfolg aber auch, Menschen auf ihrem Weg begleiten und gemeinsam etwas entwickeln zu können.

Steckbrief
- Name: Fabian Doege
- Alter: 39 Jahre
- Familie: verheiratet, ein Sohn
- Beruf: Kfz-Prüfingenieur und Unternehmer (GTÜ)
- Trainerstationen: TSV Gadeland, TuS Nortorf, Preetzer TSV, Osterrönfelder TSV
- Lizenz: B-Lizenz
- Lieblingsverein: Hamburger SV
- Lieblingsstadion: Alte Försterei (1. FC Union Berlin)
- Hobbys: Börse
