0:5 am grünen Tisch: SHFV wertet Relegationsspiel gegen VfB Lübeck II

von Ismail Yesilyurt

Verabschiedet sich Maik Haberlag (re.) vom Eckernförder SV mit einem großartigen Erfolg? © 2024 Ismail Yesilyurt


Das Hinspiel der Relegation zwischen den beiden Landesliga-Vizemeistern VfB Lübeck II und dem Eckernförder SV wurde vom Schleswig-Holsteinischen Fußball-Verband (SHFV) am grünen Tisch mit 5:0 für den Eckernförder SV gewertet.

Dabei hatte die Regionalliga-Reserve des VfB Lübeck am vergangenen Samstag im heimischen Stadion an der Lohmühle viel Moral bewiesen: Nach einem 0:2-Rückstand zur Halbzeit verwandelte der VfB die Partie in einen viel umjubelten 3:2-Sieg. Diese harte Arbeit auf dem Rasen ist nun vorerst hinfällig.

Einsatz von Orgen Marashi nicht regelkonform

Der Grund für die Wertung des SHFV war der Einsatz von Orgen Marashi gewesen. Der Spielausschuss für Satzung und Recht des SHFV hatte den Fall akribisch untersucht. Es stellte sich heraus, dass der VfB Lübeck mit Marashi einen U19-Akteur eingesetzt hatte, der laut den strikten Statuten der Jugendordnung für diese Partie nicht spielberechtigt war.

Die daraus resultierende 0:5-Wertung ist allerdings noch nicht rechtsgültig. Dem VfB Lübeck steht satzungsgemäß eine zweiwöchige Einspruchsfrist zu, um gegen das Urteil vorzugehen. Aus der Vereinsführung der Grün-Weißen war bislang jedoch noch nicht zu erfahren, ob der Klub dieses Rechtsmittel tatsächlich in Anspruch nehmen wird.

Eckernförde vor dem Rückspiel mit riesigem Vorteil

Durch den Verbandsentscheid verschiebt sich die Ausgangslage für das alles entscheidende Rückspiel am morgigen Samstag komplett. Der Eckernförder SV geht nun mit einem haushohen, komfortablen Fünf-Tore-Vorsprung in das Duell vor heimischer Kulisse auf dem Rasenplatz am Bystedtredder. Der Aufstieg ist für die Ostseestädter tatsächlich nun zum Greifen nah.

Das sagte Eckernfördes Trainer Maik Haberlag zum Urteil:

„Trotzdem, das haben wir auch in der Besprechung gesagt, wollen wir es aus rein sportlicher Sicht auch schaffen. Das heißt also, mit zwei Toren Unterschied mindestens gewinnen, weil wir keine Lust haben, irgendwie später mal das erklären zu müssen. Und als Zweites haben wir auch eine Verantwortung gegenüber denen, die ja gehen und denen natürlich einen tollen Abschied dann bereiten wollen. Plus auch die, die bleiben und dann hoffentlich dann auch in der Oberliga spielen, dass das ein gutes Gefühl gibt für die neue Saison.“

Für den ohnehin scheidenden ESV-Coach wäre die sofortige Rückkehr in die Oberliga Schleswig-Holstein das absolute Highlight zum Abschied. Nach einer langjährigen und erfolgreichen Tätigkeit bei den Eckernfördern würde der Aufstieg den perfekten, krönenden Abschluss seiner Ära an der Seitenlinie bilden. Die Lübecker hingegen müssten morgen schon ein sportliches Wunder vollbringen, um den Super-GAU vom grünen Tisch noch auf dem Platz zu reparieren.

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