Florian Lisiak hier mit dem Spielball beim Testspiel Heider SV – FC St. Pauli II © 2025 Volker Schlichting
Das morgige Finalspiel um den SHFV-LOTTO-Pokal zwischen dem SV Todesfelde und dem 1.FC Phönix Lübeck wird von Schiedsrichter Florian Lisiak vom SV Friedrichsort geleitet. Ihm zur Seite stehen mit Jan Mika Kröhnert von der KSV Holstein Kiel und Frederik Simon vom Heikendorfer SV zwei erfahrene Assistenten. Als vierter Offizieller fungiert Jan-Ole Ehlers vom TSV Schafstedt.
Bereits seit zwölf Jahren ist Florian Lisiak als Schiedsrichter aktiv. Seit 2020 ist er Oberliga Schiedsrichter und hat dort bisher 27 Spiele geleitet. Seit 2024 ist er zudem in die Regionalliga aufgestiegen, und hat dort bereits 17 Spiele absolviert.
Für YOUKICK erzählt uns Florian Lisiak unter anderem wie er zur Schiedsrichterei gekommen ist und was einen guten Unparteiischen ausmacht.
Wie ist es dazu gekommen, das du Schiedsrichter geworden bist ?
Zum einen habe ich bereits Jugendspiele als Schiedsrichter übernommen, als ich noch selbst aktiv im Verein gespielt habe. Desweiteren habe ich die Freundschaftsspiele von der Altherrenmannschaft meines Vaters übernommen, wenn diese keinen SR gefunden haben.
Wie und wann habt ihr davon erfahren, das ihr das Pokalfinale der Männer leiten dürft ?
Der zuständige Ansetzer des Verbandes hat mich am 09. Mai angerufen, während ich noch für meine Abschlussprüfung gelernt habe, und mir mitgeteilt, dass ich dieses Spiel nominiert bin.

Wie läuft für dich und deine 3 Kollegen die Vorbereitung auf so ein bedeutendes Spiel ?
Natürlich ist das Spiel die ganze Woche präsent, die Organisation läuft nebenbei, dennoch steht für uns alle erstmal der normale Alltag an, da wir ja auch noch einem Beruf nachgehen. Sportlich sind wir während der Saison durchgehend im Lauftraining.
Du kannst auch schon einige Einsätze in der Regionalliga vorweisen. Welche Unterschiede gibt es da zur Oberliga in Bezug auf die Kommunikation mit den Spielern und zum Tempo des Spiels ?
Das Spieltempo ist in der Regionalliga durchaus noch einmal schärfer als in der Oberliga, wobei die Kommunikation sowohl mit einem Spieler der Oberliga, als auch mit einem Spieler der Regionalliga stets gleich ist. Am Ende bin ich bei beiden Spielen derselbe Schiedsrichter. Die Spielklasse ist für mich eher nachrangig zu betrachten.
Gibt es schöne Erlebnisse zum Beispiel eine große Zuschauerkulisse oder ein besonderes Spiel aus deiner bisherigen Zeit als Schiedsrichter ?
Ein Spiel, das uns definitiv in Erinnerung geblieben ist, war das Halbfinale um die Deutsche Meisterschaft der A-Jugend zwischen Hertha BSC Berlin und Borussia Dortmund. Dazu kommt natürlich dann auch das erste Regionalliga (TSV Havelse-Pauli II), welches man nicht vergisst. Wenn man rein nach den Zuschauerzahlen geht, war es das Regionalligaspiel als Assistent bei Jannik Schneider beim SV Meppen vor knapp 9.500 Zuschauenden. Aber nicht nur die Spiele sind es, die in Erinnerung bleiben. Aus den bunt zusammengewürfelten Gespannen sind mittlerweile auch über die Schiedsrichterei hinaus sehr gute Freundschaften entstanden.

Was macht aus deiner Sicht einen guten Schiedsrichter aus ?
Eine schwierige Frage. Aus meiner Sicht verbindet ein guter Schiedsrichter die Fähigkeit, die Regeln durchzusetzen, mit der eigenen Persönlichkeit und damit, getroffene Entscheidungen auch den Spielern vermitteln zu können. Am Ende gehört der Schiedsrichter zwar zum Spiel, soll aber möglichst wenig im Mittelpunkt stehen.
Gibt es Schiedsrichter national oder international, die dir als Vorbild dienen und was zeichnet sie aus ?
Natürlich verfolgt man die deutschen Schiedsrichter und deren nationale, als auch internationale Einsätze. Das Ein oder Andere kann man sich sicherlich bei ihnen abschauen, aber es geht auch darum, seinen eigenen Stil beim Pfeifen zu entwickeln.
Schiedsrichter sind ja oft am Wochenende bei zwei teilweise sogar drei Spielen im Einsatz. Wie schaffst du es mit so einer Belastung umzugehen und wie hälst du dich fit, um den Anforderungen gewachsen zu sein ?
Fitness und Ausdauer sind hierbei essenziell. Ein Schiedsrichter kann bei idealem Stellungsspiel eine Entscheidung leichter treffen, als wenn aufgrund großer Distanz eine andere Entscheidung gefällt werden muss. Hierbei ist besonders der Fokus auf die Laufleistung und das Stellungsspiel zu legen. Für mich persönlich ist es wichtig, die Waage zwischen Ausdauer- und Krafttraining zu finden, wobei die Ausdauereinheiten aufgrund der regelmäßig stattfindenden Leistungsprüfungen überwiegen. Die Schwierigkeit besteht eher darin, das Training in unseren normalen Berufsalltag einzubinden.
Vielen Dank für das Gespräch
