Jeder Kick ist jetzt ein Bonusspiel für uns

von Olaf Wegerich

Die Mannschaft vom Verbandsligavizemeister TSV Heiligenstedten . © 2025 Frank Kossiski

In der Verbandsliga West konnte der TSV Heiligenstedten hinter dem neuen Meister und Direktaufsteiger TuS Nortorf souverän die Vizemeisterschaft erreichen. Das lag vor allem an einer ganz starken Rückrunde, in der man die SG Geest, den SV Wasbek und den SV Alemannia Wilster noch in der Tabelle überflügeln konnte.

Aufstiegsrunde zur Landesliga

Nun gilt es, sich in der Aufstiegsrunde gegen die drei anderen Vizemeister zu behaupten und den Sprung in die Landesliga zu realisieren. Der TSV startet dabei am 31. Mai um 15:30 Uhr mit einem Heimspiel gegen den Heikendorfer SV. Das zweite Spiel findet auf neutralem Platz in Neumünster statt. Gegner ist dann am 2. Juni um 19:00 Uhr der Türkische SV. Das letzte Spiel der Aufstiegsrelegation wird am 6. Juni um 16:00 Uhr beim TSB Flensburg II ausgetragen.

Erfolgsrezept: Eigene Jugend

Einer der Gründe für die vielen Erfolge der letzten Jahre: Beim TSV Heiligenstedten wird konsequent auf die eigene Jugend gesetzt – und das mit großem Erfolg. In der kleinen Gemeinde im Kreis Steinburg, unmittelbar neben der Kreisstadt Itzehoe, ist seit 2016 Stefan Pohlmann sehr erfolgreich als Trainer tätig.

Zunächst als Übungsleiter bei der U19, um dann nur ein Jahr später mit dem Großteil dieser U19 in die 1. Herren beim TSV Heiligenstedten zu gehen. Damals bewegte sich das Ganze noch auf überschaubarem Niveau in der Kreisliga.

„Seitdem haben wir schon einige Schlachten geschlagen und tolle Erlebnisse gefeiert: Kreisliga-Meister, Verbandsliga-Meister, Kreishallenmeister. Selbst nach dem Abstieg aus der Landesliga 2024 sind alle zusammengeblieben“, berichtet Pohlmann voller Stolz über den Zusammenhalt und die vielen Erfolge der letzten Jahre.

Trainer Stefan Pohlmann vom TSV Heiligenstedten ist immer mit vollen Engagement dabei. © Olaf Wegerich
Trainer Stefan Pohlmann vom TSV Heiligenstedten ist immer mit vollen Engagement dabei. © Olaf Wegerich

Trainer mit Erfahrung

Davor war Pohlmann zweieinhalb Jahre beim Münsterdorfer SV, wo er die 1. Herren von der B-Klasse in die Kreisliga führte.

Deutlich länger, nämlich 15 Jahre, war der heute 46-Jährige zuvor bei den Oelixdorfer Schützen tätig. „Dort habe ich in der Jugend alle Jahrgänge trainiert, außerdem Frauen und Mädchen acht Jahre lang sowie die 2. Herren. Und als Co-Trainer die Verbandsliga-Truppe“, erinnert sich Pohlmann, der auf einen großen Erfahrungsschatz in unterschiedlichen Altersklassen zurückblicken kann.

„Klingt so, als wäre ich im Alter von Jupp Heynckes – aber mit 46 Jahren habe ich noch ein paar Jahre vor mir“, sagt Pohlmann schmunzelnd, der mit dem TSV Heiligenstedten nach der Vizemeisterschaft in der Verbandsliga West nun die Aufstiegsrelegation zur Landesliga fest im Blick hat.

Philosophie des Teams

Sein Credo dabei: „Wir haben die Truppe immer mit Eigengewächsen gefüttert und verjüngt. Punktuell kamen externe Neuzugänge hinzu, die vorher aber aus der Jugend den Weg zu uns gefunden haben.“

Einige Spieler aus dem Kader haben in der Jugend Landesliga oder Oberliga gespielt. Fynn Krüger sogar ein Jahr in der B-Jugend-Bundesliga beim VfB Lübeck. „Aber so richtig haben alle erst bei uns ihren Weg gemacht“, hebt Pohlmann deutlich hervor.

Luke Clasen hier noch im Trikot des MTSV Hohenwestedt wird sich wieder dem TSV Heiligenstedten anschliessen. © 2025 Olaf Wegerich
Luke Clasen hier noch im Trikot des MTSV Hohenwestedt wird sich wieder dem TSV Heiligenstedten anschliessen. © 2025 Olaf Wegerich

Interview mit Stefan Pohlmann

Rückblickend auf die Saison und vorausschauend auf die Aufstiegsrelegation beantwortet Stefan Pohlmann hier einige Fragen von YOUKICK im Detail.

YOUKICK: Der TSV Heiligenstedten hat die Saison in der Verbandsliga West als Vizemeister hinter dem TuS Nortorf beendet. Wie fällt deine Bilanz über den bisherigen Saisonverlauf aus?

Stefan Pohlmann: Die Hinrunde war durchwachsen. Wir haben sicherlich wenig verloren, aber einfach zu viele Unentschieden geholt. In der witterungsbedingten Winterpause haben wir Dinge besprochen und einige Änderungen vorgenommen. Und die haben gefruchtet. 14 Siege aus 15 Spielen stehen 2026 zu Buche – und den Großteil davon auch vollkommen klar und verdient gewonnen.

YOUKICK: Die Aufstiegsrunde zur Landesliga beginnt für den TSV Heiligenstedten ja erst am 31. Mai. Wie bereitet ihr euch auf die drei Spiele vor und wie siehst du eure Ausgangsposition?

Stefan Pohlmann: Wir werden erst einmal untypisch eine Woche pausieren. Die 15 Spiele in elf Wochen merken wir jetzt extrem. Dann werden wir dreimal trainieren und uns gut auf die Woche vorbereiten. Unsere Ausgangslage ist ungewiss. Sicher sind wir im Rahmen der Möglichkeiten gut auf die Gegner vorbereitet. Dennoch ist die Mannschaft sehr jung! Am letzten Sonntag standen sechs aktuelle U19-Spieler im Kader – und wir sind nicht selten unter 22 Jahren im Schnitt in der Startelf. Jeder Kick ist jetzt ein Bonusspiel für uns. So etwas spielt man nicht häufig.

YOUKICK: Die endgültigen Aufsteiger stehen wahrscheinlich erst am zweiten Juniwochenende fest. Ist das mit der verkürzten Sommerpause dann nicht ein großer Wettbewerbsnachteil, egal in welcher Spielklasse ihr in der nächsten Saison spielt?

Stefan Pohlmann: Selbstverständlich ist die verlängerte Spielzeit nicht einfach. Aber wir werden die Vorbereitung verkürzen und müssen dann vier Monate Punktspiele durchhalten. Dann ist eh wieder Pause. Und die jungen Wilden können sowieso jeden Tag kicken.

YOUKICK: Gibt es im Hinblick auf die neue Saison schon personelle Veränderungen beim TSV Heiligenstedten zu vermelden?

Stefan Pohlmann: Luke Clasen (vom MTSV Hohenwestedt, d. Red.) wird den Weg wieder zurückfinden. So richtig weg war er nie. Aus der eigenen U19 stoßen Arthur Kunz, Martin Schmidt und Bennit Zöllmer hinzu. Die Mannschaft ist jung und soll sich entwickeln. Wir verschließen uns nicht bei Neuzugängen, suchen aber nicht aktiv.

Da wir eine eigenständige U19 sowie drei B-Jugend-Teams in diesem Jahr und auch in der kommenden Saison stellen, blicken wir optimistisch nach vorn. Wenn ich an unsere beiden Jennrich-Zwillinge in der B-Jugend denke, freue ich mich jetzt schon auf die Freiholung. Das Gleiche gilt für Arne Schröder oder Junes Magheli. Da stecken große Talente im eigenen Nachwuchs – und den wollen wir immer im Fokus haben.

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