Phil Harres gelingt das letzte Saisontor von Holstein Kiel. © 2026 Ismail Yesilyurt
Für die „Störche“ von Holstein Kiel endet eine turbulente Zweitligasaison mit einer knappen Auswärtsniederlage. Am letzten Spieltag musste sich die Mannschaft von Trainer Tim Walter bei Dynamo Dresden mit 1:2 geschlagen geben. Während die Gastgeber aus Sachsen mit diesem Dreier den endgültigen Klassenerhalt feierten und in der Abschlusstabelle noch hauchdünn an den Schleswig-Holsteinern vorbeizogen, stand das sportliche Überleben der KSV bereits vor dem Anpfiff fest. Nach einer nervenaufreibenden Spielzeit, in der nach der Entlassung von Aufstiegstrainer Marcel Rapp zeitweise sogar der Absturz drohte, hatte Walter das Team mit einer starken Serie im Frühjahr frühzeitig in sichere Fahrwasser geführt. Zum Abschluss fehlte den Kielern im Rudolf-Harbig-Stadion jedoch über weite Strecken die nötige Durchschlagskraft.
Kalte Dusche und vergebene Chancen im ersten Durchgang
Die Störche gerieten in Dresden früh unter Druck, da die Hausherren mit den eigenen Fans im Rücken von Beginn an ein enormes Tempo vorlegten. Kiel offenbarte zunächst Probleme mit dem aggressiven Pressing der SGD und leistete sich ungewohnte Fehler im Spielaufbau. In der 14. Minute folgte die kalte Dusche: Nach einer Dresdner Ecke passte die Zuordnung im KSV-Strafraum nicht optimal, sodass Vincent Vermeij die Kugel am langen Pfosten zum 1:0 über die Linie drücken konnte.
Kiel bemühte sich in der Folge um Spielkontrolle und längere Ballbesitzphasen, lief jedoch in der 36. Minute in den nächsten Nackenschlag. Nach einem Ballverlust im Mittelfeld schaltete Dynamo blitzschnell um – eine Flanke von Kofi Amoako fand erneut Vermeij, der per Kopf auf 2:0 stellte.
Kurz vor dem Halbzeitpfiff bot sich den Störchen die Riesenchance zum Anschluss: Nach einem Foul an Ivan Nekic entschied Schiedsrichter Marc Philip Eckermann nach Intervention des VAR auf Strafstoß für Kiel. Alexander Bernhardsson übernahm die Verantwortung und zielte flach nach links, doch Dynamo-Keeper Tim Schreiber parierte glänzend und lenkte den Ball an die Unterkante der Latte.
Walter wechselt offensiver – Harres sorgt für späte Hoffnung
Zur zweiten Halbzeit reagierte Tim Walter und brachte mit Stefan Schwab frischen Wind für die Defensive, um das Spiel kontrollierter nach vorne zu verlagern. Kiel agierte nun deutlich dominanter und drängte die Dresdner tief in deren Hälfte, biss sich am gegnerischen Abwehrbollwerk jedoch immer wieder fest. In der Schlussphase erhöhte Walter das Risiko und brachte mit Liga-Newcomer Leon Parduzi, der im Oberliga-Team kickt und Ikem Ugoh zwei weitere Youngsters für die Schlussoffensive.
In der 81. Minute belohnten sich die Störche schließlich für den engagierten Aufwand: Nach einem erzwungenen Ballgewinn an der Dresdner Strafraumkante schaltete Kiel schnell um. Phil Harres machte die Kugel mit dem Rücken zum Tor stark fest und traf aus der Drehung sehenswert per Linksschuss in den Winkel zum 2:1-Anschlusstreffer.
In den verbleibenden Minuten inklusive Nachspielzeit warf Holstein noch einmal alles nach vorne, ein weiterer Treffer wollte gegen leidenschaftlich verteidigende Dresdner jedoch nicht mehr gelingen. Trotz der Abschlussniederlage verabschieden sich die Störche erhobenen Hauptes in die Sommerpause, um in der kommenden Spielzeit im Unterhaus neu anzugreifen.
Fotoimpressionen (© 2026 Patrick Nawe)












Dynamo Dresden: Schreiber – Müller, Keller, Rossipal (69. Lemmer) – Faber (69. Ceka), Wagner, Amoako (89. Daferner), Hauptmann (75. Kutschke) – Menzel (75. Vermeij), Bobzien.
Trainer:
Holstein Kiel: Weiner – Rosenboom, Nekic, Zec (82. Roslyng), Ivezic (74. Parduzi) – Meffert, Tohumcu, Therkelsen, Bernhardsson (74. Ugoh) – Kapralik (46. Schwab), Harres.
Trainer: Tim Walter.
Besonderes Vorkommn.: Alexander Bernhardsson (Kiel) scheitert mit Foulelfmeter an Tim Schreiber (45.+4).
Tore: 1:0 Vincent Vermeij (14.), 2:0 Vincent Vermeij (36.), 2:1 Phil Harres (81.).
