Die 1:0-Führung durch Manuel Carvalho (VfR Neumünster), hier gegen Marko Ljuljic (re., SV Eichede). reichte nicht aus. © 2026 Olaf Wegerich
Zum Saisonausklang empfing in der Oberliga der Tabellenneunte Nordmark Satrup den Fünften, die Rasensportler aus Neumünster. Für beide Teams ging es sportlich um nichts mehr. Die Platzierungen standen unabhängig vom Ergebnis schon vorher fest: Satrup Platz 9 und der VfR auf 5.
Bei ungemütlichem Schmuddelwetter im Knud-Redlefsen-Stadion verabschiedete der TSV Nordmark vor dem Spiel im würdigen Rahmen seine ausscheidenden Spieler.
Bei den Gästen haben die vielen englischen Wochen, das Team hatte am meisten Spiele nachzuholen, die Reihen stark gelichtet. Die Frage war, wer denn heute überhaupt aufläuft. In der Vorwoche hatten sich Nick Neca und Kapitän Kenny Korup geopfert und ließen sich trotz Verletzungen in den Schlussminuten einwechseln.
VfR: Fünf Sechser fehlen
Heute fehlten neben den dauerverletzten Mittelfeldakteuren Sven Freitag, Visar Mehmeti, Kevin Schulz und Radovan Karaman nun auch der fünfte zentrale Mittelfeldspieler, der zuletzt so starke Berk Akcicek (erkrankt). Obendrein war auch Tom Schilling nicht einsatzfähig, und Christopher Kramer war dienstlich verhindert.

Wer macht die Mannschaft voll?
So musste Rasensport-Trainer Danny Cornelius arg improvisieren, um überhaupt eine Elf zusammenzustellen. Eigentlich hat er nur acht oder neun Mann. Der zuletzt fehlende Kastriot Alija, noch arg durch seine Magen-Darm-Grippe geschwächt, musste genauso auflaufen wie Christoph Kahlcke. Für beide schien eigentlich die Saison schon gelaufen. Beide hatten seit 14 Tagen nicht trainieren können. Auch der angeschlagene Neca musste in die zusammengewürfelte Startelf zurückkehren. Aber Not kennt kein Gebot.
Erstmals in die Innenverteidigung neben Defensivallrounder Kahlcke rückte der etatmäßige Linksverteidiger Jan Lippegaus. In der Vorwoche gegen Eichede hatten noch Schilling/Schomaker die IV gebildet. Doch Schilling fiel aus, und Schomaker rückte vor auf die verwaiste „Sechs“.
Ausgeglichene Partie
Die Partie begann überraschend intensiv. Von wegen Sommerfußball! Beide Teams schenkten sich nichts und versuchten jeweils, in schnelle Umschaltsituationen zu kommen. Chancen blieben vorerst Mangelware. Den ersten Abschluss hat für Satrup der zu Schleswig 06 wechselnde Joris Naeve (14.). Auf der Gegenseite eine schöne Eckenvariante des VfR, doch der Lippegaus-Versuch wird noch entscheidend abgefälscht (17.).
Die Partie nimmt Fahrt auf
Danach wird die Partie interessanter. So ab der 20. Minute liegt dann ein Tor in der Luft, das tatsächlich auf jeder Seite fallen kann. Soli des VfR durch Manuel Carvalho (23.) und Rafael Krause (31.) werden gerade noch gestoppt. Auf der anderen Seite zielt Björn Lass zu hoch (27.) und scheitert mit einem platzierten 18-Meter-Freistoßhammer an Rasensports Keeper Christopher Newe, der eine Glanzparade hinlegt. Darüber brennt es nach Joris-Naeve-Flankenläufen öfter im VfR-Strafraum. Schomaker, Lippegaus und Kahlcke klären mehrmals in höchster Not vor Ottsen, Lass und Edvin Skrijelj.

Rasensport geht in Führung
Der erste Treffer fällt dann aber auf der anderen Seite. Nach einem Freistoß, den Alija herausgeholt hat. Krause deutet eine Flanke an, aber Serifi schießt direkt. Ingmar Struck will fangen, aber ihm flutscht die nasse Kugel durch die Finger und Carvalho knallt die Kugel unter die Latte (41.). Fast im Gegenzug der Ausgleich. Ein Nordmark-Freistoß von der Mittellinie passiert Freund und Feind und landet am Außenpfosten.
Die zweite Halbzeit gehört Nordmark
In der zweiten Hälfte spielt dann nur noch die Knuth-Elf. Dem VfR gehen sichtbar die Körner aus. Ein zur Ecke geblockter Flankenlauf von Arayk Arshakyan (63.) und ein Alija-Abschluss übers Tor (68.) – das war’s an nennenswerten Neumünsteraner Offensivaktionen.
Satrup überspielt jetzt immer sicherer und schneller die erste Rasensport-Linie. Das Anlaufen des VfR bleibt immer wirkungsloser. Im Gegenpressing ist Nordmark nun sehr erfolgreich. Und so fallen auch die Tore. Eine schnelle Umschaltaktion, rechts hat man viel Platz, Flanke, in der Mitte setzt sich Lass mit all seiner Routine und Klasse durch und kann zum 1:1 abschließen (61.). Ähnlich fällt das 2:1 (75.). Ein Arshakyan-Befreiungsversuch an der Mittellinie wird geblockt, der Ball prallt auf linksaußen, der eingewechselte Paul Waterhues setzt sich dort gegen seinen Gegenspieler durch, er flankt, der VfR kann nicht final klären, über Umwege kommt der Ball zu Christoph Ottsen, der im Stile eines Torjägers zum 2:1 vollendet (75.). Bereits kurz vorher (71.) hatte Jan Lippegaus für seinen Keeper Newe, der sich in dieser Szene von Lass das Kunstleder klauen ließ, gleich zweimal auf der Linie retten müssen.

Co-Trainer Patrick Amponsah (42) und Ersatztorwart Jose Dardon als Feldspieler
Nachdem der VfR mit Jordan Marquardt seinen letzten fitten etatmäßigen Feldspieler für Carvalho (der von den Fans mit Sprechchören gefeiert wird) eingewechselt hat, muss in den Schlussminuten auch der 42-jährige Co-Trainer Patrick Amponsah nochmal aufs Feld. Außerdem kommt mit Jose Aguirre der zweite Torwart zu seinem Feldspielerdebüt. Nichts macht die Personalmisere Rasensports am Ende der Saison deutlicher.
Kurioser Fünf-Sekunden-Einsatz von Korup
Satrup hat wenig Mühe, das Spiel nun locker über die Runden zu bringen. Als Cornelius in der dritten Sekunde der Nachspielzeit bei eigenem Einwurf nochmal alles versucht und seinen verletzten Kapitän Kenny Korup („ein schmerzfreier langer Schritt ist nicht möglich“) als Sturmspitze aufs Feld schickt, bringt das auch nichts mehr. Denn Korup läuft aufs Feld, der Einwurf von Neca kommt und der starke Schiedsrichter Sven Erik Asmussen vom TSV Altenholz pfeift bei 90:08 ab. „Mein bestes Saisonspiel heute – keinen Fehler gemacht“, kommentiert der etatmäßige Kapitän launig.

Feierlaune auf beiden Seiten
Nach dem Schlusspfiff feiern beide Seiten. Die wieder zahlreich mitgereisten Neumünsteraner Fans feiern lautstark „Die Nummer eins der Stadt sind wir“ und freuen sich auf den gemeinsamen Nachklapp mit der Mannschaft im VfR-Vereinsheim. Auch bei Nordmark ist Feiern angesagt, nach Spielschluss gibt es Freibier.
TSV Nordmark Satrup: Struck – Meiburg (63. Clemens Nielsen), Lasse Petersen, Sebastian Waterhues, Rades (70. Paul Waterhues) – Naeve, Brian Niesen (78. Falke), Zamanakos (78. Brieskorn), Skrijelj (63. Reimer) – Lass, Ottsen.
Trainer: Thomas Knuth/Lars Meyer.
VfR Neumünster: Newe – Neca, Kahlcke (90.+1 Korup), Lippegaus, Arshakyan (85. Amponsah) – Adesanya, Schomaker, Serifi, Krause (85. Aguirre) – Carvalho (67. Marquardt), Alija.
Trainer: Danny Cornelius.
Schiedsrichter: Sven Erik Asmussen (TSV Altenholz).
Assistenten: Lars Malte Langbehn, Jan Sievert.
Zuschauer: 120, davon etwa die Hälfte aus Neumünster.
Tore: 0:1 (41.) Carvalho, 1:1 (61.) Lass, 2:1 (75.) Ottsen.
30. Spieltag – Oberliga SH
| Datum | Begegnung | Erg. |
|---|---|---|
| 16.05.26 | TSV Nordmark Satrup – VfR Neumünster | 2:1 |
| 16.05.26 | TuS Rotenhof – Holstein Kiel U23 II | 0:2 |
| 16.05.26 | FC Kilia Kiel – Inter Türkspor Kiel | 2:1 |
| 16.05.26 | Polizei SV Union Neumünster – Oldenburger SV | 5:3 |
| 16.05.26 | Eutin 08 – MTSV Hohenwestedt | 0:3 |
| 16.05.26 | SV Preußen Reinfeld – Kaltenkirchener TS | 1:5 |
| 16.05.26 | Heider SV – 1. FC Phönix Lübeck II | 4:0 |
| 16.05.26 | SV Eichede – SV Todesfelde | 0:2 |
Tabelle Oberliga Schleswig-Holstein
| Pos | Verein | Sp. | Tore | Pkt. |
|---|---|---|---|---|
| 1 | SV Todesfelde (Ab) | 30 | 79:24 | 77 |
| 2 | Holstein Kiel U23 II (Ab) | 30 | 82:25 | 65 |
| 3 | FC Kilia Kiel | 30 | 86:37 | 59 |
| 4 | SV Eichede | 30 | 59:29 | 59 |
| 5 | VfR Neumünster | 30 | 61:55 | 50 |
| 6 | Heider SV | 30 | 59:58 | 47 |
| 7 | Polizei SV Union Neumünster | 30 | 68:62 | 44 |
| 8 | 1. FC Phönix Lübeck II (Auf) | 30 | 65:68 | 42 |
| 9 | TSV Nordmark Satrup | 30 | 44:51 | 40 |
| 10 | Kaltenkirchener Turnerschaft (Auf) | 30 | 47:55 | 36 |
| 11 | TuS Rotenhof | 30 | 50:69 | 34 |
| 12 | MTSV Hohenwestedt | 30 | 48:64 | 29 |
| 13 | Oldenburger SV | 30 | 61:86 | 29 |
| 14 | Eutin 08 | 30 | 32:65 | 27 |
| 15 | Inter Türkspor Kiel (Auf) | 30 | 31:77 | 20 |
| 16 | SV Preußen Reinfeld | 30 | 38:86 | 16 |
